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Südamerika – Kontinent des Staunens

Erwartungen sitzen mit mir im Flugzeug, Gedanken an Sehenswürdigkeiten und die ersehnte Ankunft in Lima. Doch dann, wie schon bei meiner ersten Reise nach Südamerika, überwältigt mich das Panorama der schneebedeckten Gipfel vor dem Fenster beim Flug über die Anden. So begrüßt Südamerika seine Gäste, lässt sie staunen von der ersten Sekunde der Bekanntschaft an.
Lima überrascht mit heftigen Kontrasten. Viertel mit kolonialem Charme finden sich in direkter Nachbarschaft zur Moderne.

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Aber eigentlich fiebert man nur dem nächsten Tag, Machu Picchu, entgegen. Der Flug nach Cusco ist fesselnd, besonders die Landung in dem scheinbar viel zu engen Tal. Cusco selbst ist wortwörtlich atemberaubend, denn hier oben ist die Luft dünn. Bei einem Mate-Tee kommt man wieder zu Atem. Die Zugfahrt durch das malerische Urubamba-Tal stimmt ein wenig auf das Kommende ein, die Endstation Agua Caliente jedoch mit ihrem etwas ärmlich wirkenden Markt ist etwas enttäuschend. Ein Bus windet sich die Serpentinen hinauf, ein letztes Mal biegt er um eine Kurve, dann steigt die letzte Zuflucht der Inkas aus dem Nebel: Machu Picchu. Ganz allein für sich möchte man sie haben, die Stille genießen, die Bilder aufsaugen. Und fast ganz allein habe ich die Stätte am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang, fröstelnd, müde und überglücklich!

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Um das Staunen nicht zu verlernen, geht es neuen Eindrücken entgegen. Unendliches Blau – so behält man den Titicacasee in Erinnerung. Große Höhe und trockene Luft zaubern ein Azur in den Himmel, wie man es sonst nirgends findet. Blau spiegelt der See das Firmament und als sollten sie das Blau unterstreichen, rahmen schneebedeckte Berge das Panorama. Ein Besuch bei den Uros, die Fahrt über den See, dann geht es über La Paz nach Buenos Aires. Vom ersten Tage an war ich verliebt in die Stadt. Lebensart und Geschäftigkeit, Freude und Melancholie verbinden sich hier und erschaffen jeden Tag aufs Neue den Tango. Allgegenwärtig ist er, und wenn man in einem der vielen Straßencafés seinen Cafecito und sein Medialuna verzehrt, kann es schon passieren, dass an der Ecke gegenüber, auf offener Straße ein Paar einen fast perfekten Tango tanzt. Kann man nach allem Gesehenen noch staunen? Kaum nähert man sich den Iguaçú-Fällen, versteht man nicht einmal mehr den Sinn dieser Fragen. Ohrenbetäubend stürzen die Wassermassen zu Tal und bieten ein unvergessliches, atemberaubendes Bild. Wie beschreibt man den Nervenkitzel einer Speedbootfahrt bis fast an den gewaltigen Wasservorhang? Ich freue mich jedes Mal genau so darauf, wie auf den Geschmack der saftigen, vollreifen, tropischen Früchte von den Bäumen der Umgebung nach der glücklichen Rückkehr.

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Bräuchte Lebensfreude einen neuen Namen, ich nennte sie Rio de Janeiro! Die Stadt steht am Ende meiner Reise und Lebensfreude findet man hier überall: an den Stränden von Copacabana und Ipanema ebenso wie in den Straßen der alten Stadtviertel. Wann immer es geht, fahre ich mit der alten Straßenbahn durch Santa Teresa oder beobachte spätabends die Sambaschulen bei der Vorbereitung des Karnevals. Voller Wehmut kehre ich meist nach Europa zurück und freue mich schon auf die nächste Fahrt durch den Kontinent des Staunens.

Entdecken auch Sie diesen aufregenden Kontinent – auf unserer ZEIT-Reise nach Südamerika.

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