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Westkanada - von den Rockies zum Pazifik

von Olav Clemens

Schon bei meinem ersten Besuch 1988 haben mich die kanadischen Rockies in ihren Bann gezogen. Die fantastische Hochgebirgslandschaft mit faszinierenden Gletschern und den in diversen Blautönen scheinenden Seen ist einfach grandios. Seither habe ich die Fahrt entlang des Icefields Parkway, des Yellowhead Highway und durch die Inside Passage mehr als 15-mal unternommen.

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Aber Schritt für Schritt: Schon der Flug nach Calgary ist ein Höhepunkt. Aus dem Fenster bestaunt man die endlose Eiswüste der kanadischen Arktis. Später, beim ersten Rundgang in der durch die Calgary Stampede weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gewordenen Stadt, beeindruckt besonders der Skywalk +15, die mit 62 Brücken und einer Länge von 18 Kilometern ausgedehnteste überdachte Fußgängerzone der Welt.

Bald nachdem wir die Stadt auf dem Transkanada Highway nach Westen verlassen haben, erreichen wir die Foothills, die ersten Ausläufer der Rockies. Die beiden Nationalparks Banff und Jasper gehören mit ihren Naturwundern ganz zu Recht zum Weltnaturerbe der UNESCO. Nach der Übernachtung in Banff steuern wir als nächstes Ziel Lake Louise an. Hier nehmen wir uns die Zeit, um die Umgebung zweier der schönsten Seen zu Fuß zu erkunden, den Moraine Lake im Valley of the Ten Peaks und den Consolation Lake. Am nächsten Tag steht dann als besonderer Höhepunkt die Wanderung zum Lake Agnes Teahouse am Lake Louise auf dem Programm. Wer Lust hat, steigt noch mit hinauf zum Big Beehive, von dem aus man einen sensationellen Blick auf den See und das an seinem Ende gelegene Luxushotel Chateau Lake Louise hat.

Weiter führt uns der Weg auf dem Icefields Parkway nach Norden. Soweit das Auge reicht, sieht man majestätische Berge und Gletscher. Unterwegs halten wir Ausschau nach Wapitis und Bergziegen. Seltener erlebt man auch Elche, Caribous oder Murmeltiere – und mit viel Glück taucht vielleicht sogar ein Grizzly am Wegrand auf.

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Von Jasper aus folgen wir dem nach einem blonden Trapper benannten Yellowhead Highway nach Norden. Hier beginnt die Heimat der Westküsten-Indianer. Diese haben ihrem Lebensumfeld eine einzigartige Kunstform entwickelt, das Schnitzen monumentaler Holz-Skulpturen aus den oft riesigen heimischen Nadelbäumen. Karl May interpretierte sie aus der Ferne noch als „Marterpfähle“, in Wirklichkeit sind es aber Totempfähle, die die Umgebung, Erlebniswelt und Mythologie der First Nations beeindruckend wiederspiegeln. Wir besuchen das Langhaus-Dorf K’san, wo uns ein Stammesmitglied in die Bedeutung der Totempfähle und die von der umgebenden Natur bestimmte Lebensweise der West Coast Indians einführt.

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An der Küste bei Prince Rupert angekommen, erwartet uns eine der schönsten Fährfahrten der Welt – die Inside Passage, die entlang der großartigen Westküste von British Columbia und an zahlreichen Inseln vorbei nach Port Hardy führt. Unterwegs sehen wir sicher Weißkopfadler und hoffentlich auch  Buckelwale. Im Norden von Vancouver Island unternehmen wir eine Walbeobachtungstour mit Klaus Gretzmacher, einem seit Jahren hier lebenden Deutschen. Der Küstenabschnitt um Telegraph Cove bietet uns die Beste Möglichkeit, Orca-Wale aus nächste Nähe zu sehen.

Nach der Durchquerung von Vancouver Island erreichen wir Victoria, Hauptstadt der Provinz British Columbia. Die First Nations Gallery im Royal British Columbia Museum beherbergt eine der großartigsten Sammlungen zur Kultur der Ureinwohner der Westküste. Aber erst wenn wir in Vancouver vor der monumentalen Holzskulptur „Raven and the First Man“ von Bill Reid stehen und auf die Naturerlebnisse der letzten zwei Wochen zurückblicken, verstehen wir, was für einer unglaublich kreativen Symbiose von Natur und Kunst wir gegenüberstehen.

Ich freue mich schon sehr darauf, dieses einzigartige Reiseerlebnis mit Ihnen zu teilen!

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