ZwischenZEIT 26. April 2020

 Wie wird es sein, wenn wir in späteren Jahren unsere Gedanken zurückreisen lassen in das Jahr 2020? Werden wir uns nur an eine, wenn auch einschneidende, Episode in unserem Leben erinnern oder an den Beginn einer neuen Zeitrechnung, die vieles in unserem Leben von Grund auf veränderte? Auf jeden Fall werden wir uns an 2020 als das Jahr erinnern, in dem wir ab Mitte März von fast allem Abschied nehmen mussten, was scheinbar unverrückbar im Kalender stand: dem lange im Voraus geplanten Urlaub, Olympia in Tokio, dem Oktoberfest, den Bayreuther Festspielen, Theaterpremieren und anderen Kulturevents.

Welt-Anschauung
Mit einem riesigen Repertoire an Veranstaltungen und Konzerten sollte 2020 der            250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven begangen werden. Alle Feierlichkeiten zu Ehren des großen deutschen Komponisten wurden ebenfalls bis auf Weiteres abgesagt. Am 28. April 2020 sollte in Bonn Beethovens unvollendete 10. Symphonie aufgeführt werden, komponiert von Künstlicher Intelligenz. Unser Philosoph Peter Vollbrecht hat sich dazu in einem Essay Gedanken gemacht. Er sagt, Musik sei die Urschrift des menschlichen Geistes, und fragt sich: Ist dies eine Kränkung menschlichen Selbst- wertgefühls oder die Chance, mit Kreativität neu zu experimentieren? Der Essay ist in seinem Buch »Engagierte Vernunft« erschienen. Alternativ können Sie den Text des Podcasts auch hier nachlesen: Beethovens Zehnte.

Podigee

Mit dem Aufruf des Audios akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Podigee.
Mehr erfahren

Audio starten

 

Aus der Welt der ZEIT
Es ist ein oft gehörtes aber längst widerlegtes Vorurteil: dass ZEIT-Artikel oft unerträglich lang seien. Überlänge zum Prinzip gemacht hat sich der Podcast von Jochen Wegner und Christoph Amend. Die Chefredakteure von ZEIT ONLINE und ZEITmagazin befragen einmal im Monat außergewöhnliche Menschen – so lange, bis diese selbst erklären, dass jetzt »alles gesagt« sei. Ein Gespräch kann also zwölf Minuten oder acht Stunden dauern nach manchmal mehr als 100 Fragen. Heiko Maas fühlt sich zurzeit manchmal wie der »Chef des einzigen noch offenen Reisebüros«.

Dreieinhalb Stunden berichtet der Außenminister über Leben und Arbeiten in der Krise.

LiteraTouren
Peter Beard war ein großartiger Fotograf, immer unterwegs zwischen Afrika und Amerika, zwischen Natur und Jetset. Ende März ist er im Alter von 82 Jahren in Montauk auf Long Island gestorben. Jetzt erscheint bei Taschen sein bisher größtes Buch mit Fotografien und Dokumenten, die das Künstlerleben von Peter Beard auf 700 Seiten Revue passieren lassen. Lisa Zeitz, die Chefredakteurin der Weltkunst, hat ihm in ihrem aktuellen Newsletter einen bewegenden Nachruf gewidmet.

ZEIT für Musik
Not macht erfinderisch: Opernhäuser produzieren in kühnen Schnitten Opernszenen mit musikalischen Schwergewichten: Diesmal hat die Semperoper drei gewichtige Stimmen frei nach

Mozart zum Terzett in der »Quaranflöte« vereint: René Pape beim Rasieren, Gärtnern und Golfen, Klaus Florian Vogt beim Spaziergang am Meeresufer und Camilla Nylund beim Saunieren.

Rästelhaft
In jeder ZwischenZEIT suchen wir in dieser Rubrik einen Buchstaben. Am Ende unserer Newsletterreihe ergeben alle Buchstaben ein Lösungswort, welches Sie uns nach der letzten Ausgabe zusenden können. Aus den richtigen Einsendungen werden dann die Gewinner gezogen. Zu gewinnen gibt es eine ZEIT-Reise und wertvolle Gewinne aus dem ZEIT-Shop. Sollten Sie eine ZwischenZEIT verpasst haben, kein Problem, alle vergangenen Ausgaben finden Sie hier.

Frage 8: In welcher Stadt liegt der Firmensitz der Verlagsgruppe, zu der die ZEIT seit 1996 gehört? Gesucht wird der erste Buchstabe.

Auch heute freuen uns auf Ihre Resonanz und Ihre Anregungen unter der Mailadresse zwischenzeit@zeit.de. Und falls Sie die ZwischenZEIT weiterempfehlen möchten, hier der Link zur Anmeldung.

Herzliche Grüße,
Ihr
Bernd Loppow
Gründer und Programmleiter
ZEIT REISEN