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ZwischenZEIT 08. Juli 2020

Der von parischem Marmor eingefasste Fischerhafen von Noussa ist ein Seismograf des Tourismus auf Paros. Ab Anfang Juli sind hier auf dem Platz vor den Holzbooten üblicherweise alle Stühle der drei Fischrestaurants besetzt, und die Urlauber drängen sich bis spät in die Nacht, um hier einen Tisch zu ergattern. Gestern Abend war gerade jeder zweite Platz belegt, immerhin deutlich mehr als noch vor zwei Wochen. Dennoch: Die Stimmung ist besser als die Lage. Während wir einen wundervollen, entspannten Urlaub genießen, geht es in vielen Hotels, Restaurants und kleinen Läden um die Existenz. Alle Hoffnung gilt nun den kommenden sechs Wochen.

Auch heute möchten wir wieder Ihre Gedanken auf Reisen schicken und Sie inspirieren. Unser Philosoph Peter Vollbrecht nimmt Sie mit zum »Glück des Sisyphos«. Eine kleine Philosophie über die Ursprünge von Demokratie und Freiheit und die Folgen in Zeiten von Corona haben Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge verfasst. Und mit einer wunderbaren griechischen Ballade verbinde ich heute einen nachträglichen Geburts-tagsgruß an einen Menschen, der die ZEIT über 60 Jahre maßgeblich mitgeprägt hat!

Welt-Anschauung
Paris ist immer eine Reise wert. Hier stritten sich in den Cafés in Saint-Germain-des-Prés vor 70 Jahren die Existenzialisten. Peter Vollbrecht nimmt Sie mit auf eine Gedankenreise zu Albert Camus. Die Absurdität war sein Markenzeichen, doch wie gelingt eine Ethik im existenzialistischen Klima? Camus hat dafür ein großartiges philosophisches Bild gefunden: das verschwiegene Glück des Steine rollenden Sisyphos.

Podigee

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LiteraTouren
Gestern Nachmittag hat mir ein Büchlein von 75 Seiten zwei äußerst instruktive Lesestunden beschert. Mitten im Shutdown führten die Juristen und Publizisten Ferdinand von Schirach und Alexander Kluge zwei Gespräche. Entstanden ist »Trotzdem« – ein spannender Diskurs über die Geschichte der Grundrechte und die Ursprünge von Demokratie und Freiheit – von dem Gang nach Canossa über die Perserbriefe, Locke, Montesquieu, Rousseau und Voltaire, dem Anstoß des Erdbebens von Lissabon für Europas Geistesgeschichte bis in die Gegenwart. Ein Schlüsselsatz von Schirachs: »Wir können heute neu über unsere Gesellschaft entscheiden – nicht wie sie ist, sondern wie wir sie uns wünschen.« Erschienen im Verlag Luchterhand.

ZEIT für Musik
Dimitris Mitropanos war einer der großen Sänger Griechenlands, und »Roza« ist für mich sein schönstes Lied. Es verkörpert wie kaum ein anderes die griechische Seele und den griechischen Geist in all ihrer Schönheit, ihrer Tragik, ihrer Leidenschaft und Inspiration. Ich widme es heute dem Griechenlandliebhaber Theo Sommer, vier Wochen nach seinem 90. Geburtstag, und seiner Assistentin Eva Bontzas, der griechischen Seele der ZEIT.

Auch heute freuen uns auf Ihre Resonanz und Ihre Anregungen unter der Mailadresse zwischenzeit@zeit.de. Und falls Sie die ZwischenZEIT weiterempfehlen möchten, hier der Link zur Anmeldung.

Herzliche Grüße,
Ihr
Bernd Loppow
Gründer und Programmleiter
ZEIT REISEN

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