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Transsibirische Eisenbahn - Eines der letzten großen Reiseabenteuer

Die längste Eisenbahnfahrt der Welt durch 2 Kontinente, 3 Länder und noch mehr unterschiedliche Kulturen

Eine Bahnreise durch Sibirien? Ist es dort nicht rund ums Jahr kalt und unwirtlich? Diese Frage wird mir häufig gestellt, und die Antwort darauf erstaunt: Der Winter ist zwar lang (von Oktober bis April) und hart (bis -40° C), der Frühling mit seinem frischen Birkengrün, der Sommer mit heißen Tagen bis 35° C und der Herbst mit seiner unfassbaren Farbenpracht lassen die Vorstellung vom ewig eisig kalten Sibirien vergessen.
Die Transsib verbindet Moskau mit Wladiwostok am Pazifischen Ozean, und eine Abzweigung führt von Moskau durch die Mongolei nach Peking. Letztere ist die attraktivere der beiden Strecken, denn sie bietet eine größere Vielfalt an landschaftlicher Abwechslung und zudem die Möglichkeit, drei Länder auf einmal kennenzulernen. Insbesondere die zwischen China und Russland eingeschlossene Mongolei, eines der am seltensten bereisten Länder der Welt, entzückt durch seine raue Natur und seine gastfreundlichen Menschen.

Reisebericht_Transsib2015

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Am bequemsten ist die Reise über die Transsib in der Richtung von Ost nach West – man „verliert“ nur ein einziges Mal beim Flug nach Peking aufgrund des Zeitunterschiedes zu Deutschland 6 Stunden, andererseits „gewinnt“ man bei Wechsel der Zeitzonen mehrfach in Russland die Stunden wieder zurück, hat also mehrere Reisetage mit eigentlich 25 Stunden.

In China stehen die großen Sehenswürdigkeiten wie die Verbotene Stadt und die seinerzeit gegen den Mongolensturm erbaute Chinesische Mauer im Mittelpunkt der Besichtigungen. Die Mongolei wartet dann mit einem Kontrastprogramm auf: Die Hauptstadt Ulaanbaatar hat sich in den letzten zehn Jahren von einer tristen grauen Stadt im Sowjetstil zu einer vibrierenden Metropole mit Hochhäusern im Zentrum gewandelt; im Kontrast dazu breiten sich aber am Stadtrand Jurten-Siedlungen immer weiter aus, da immer mehr Mongolen vom Land in die Stadt ziehen. Bei einem Ausflug in den vor den Toren der Stadt gelegenen Nationalpark Terelj zeigen Ihnen Nomadenfamilien nicht nur ihre Jurten von innen und geben damit einen einzigartigen Einblick in ihren Lebensstil, sondern sie demonstrieren auch ihre Nationalsportarten: Ringen, Bogenschießen und Pferderennen.
Nächste Station und von vielen als landschaftlicher Höhepunkt der Reise bezeichnet ist der sagenumwobene Baikalsee. Er ist der tiefste und wasserreichste Süßwassersee der Erde. Dutzende Fischarten sind nur in diesem einzigen See zu finden, darunter der in Russland beliebte Omul, den Sie natürlich bei einem Spezialitätenessen in einem Seerestaurant verkosten.

Reisebericht_Transsib2015_Tanz

Reisebericht_Transsib2015_Mongolai

Dass selbst in der „Wildnis“ und Abgeschiedenheit Sibiriens die frühen Siedler ein Leben mit kulturellen Ereignissen zu führen wussten, zeigt ein Privatkonzert im Holzhaus einer vom Zaren aus St Petersburg vertriebenen Familie von Adligen. Ein klassisches Konzert inmitten von Sibirien – wer hätte das erwartet?
Auf der weiteren Fahrt nach Moskau macht der Sonderzug noch zweimal Station an Orten, die prägend für die Geschichte Russlands waren. Novosibirsk, die heutige Millionenstadt am Ob, entwickelte sich innerhalb von nur 100 Jahren aus einer kleinen Eisenbahnersiedlung dort, wo eine mächtige Brücke über einen der großen Ströme Sibiriens errichtet wurde, zur größten Stadt Sibiriens.
Jekaterinburg erinnert an das unselige Ende des Zarentums vor knapp 100 Jahren, denn hier wurde die Familie des letzten Zaren Nikolaus II. von den Bolschewiken hingerichtet. An der Stelle des Dramas wurde in den Neunziger Jahren eine riesige Kathedrale als Mahnmal an die Untat errichtet, heute eine ebenso heilige Stelle für alle Gläubigen in Russland wie auch die Waldkappelle in Ganina Jama, außerhalb der Stadt, wo die Zarenfamilie einst heimlich bestattet wurde.
Kurz nach Verlassen von Jekaterinburg wird die geografische Grenze zwischen Europa und Asien überquert, markiert durch einen riesigen Obelisken neben der Eisenbahnstrecke.
Ihren Abschluss findet die transkontinentale Reise in Moskau, heute eine 15-Millionen-Metropole, voller historisch und architektonisch interessanter Gebäude, die besonders eindrucksvoll am Abend wirken, wenn sie beleuchtet werden. Bei einem Besuch des Kremlgeländes neben dem Roten Platz erleben Sie das Machtzentrum des Riesenreiches Russland aus nächster Nähe.

Reisebericht_Transsib2015_Moskau

Viel wird in diesen Zeiten über Russland geschrieben. Die Reise mit der Transsib gibt Ihnen die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen und sich einen eigenen Eindruck zu verschaffen. Oder, wie ein chinesisches Sprichwort sagt: Einmal sehen ist besser als hundertmal hören.
Herzlich willkommen auf der Dreiländerreise China-Mongolei-Russland! – hier geht es zur Reise.

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