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Törnbericht Sizilien: Syrakus – Liparische Inseln

1.Tag: Ankunft Flughafen Catania

Nach der Ankunft im modernen Terminal des Flughafens Catania, wo Sie von unserem netten Taxifahrer Daniele Rubino abgeholt werden, erfolgt der Transfer (70 km, ca. 45 Min.) durch das zauberhafte Sizilien nach Syrakus, schon in der Antike eine (griechische) Weltstadt. Dort liegt die Kairós entweder am Stadtquai oder aber in der großen geschützten Bucht, dem Porto Grande, vor Anker. Hier geben wir zunächst einmal das Gepäck ab, um dann die verwinkelte Altstadt von Ortygia zu erkunden (eine Granita auf dem Domplatz, Dom, Quelle der Arethusa). Um 18.00 Uhr ist dann das Einschiffen, Kapitän Sjoerd van der Berg und die Crew begrüßen uns und wir lernen auch die anderen Mitreisenden kennen. Nach dem Bezug der für ein Segelschiff sehr geräumigen Kabine versammeln sich schnell alle an Deck zum „Welcome Dinner“.

2. Tag: Syrakus – Aci Trezza

Nach dem Frühstück nutzen wir noch die Zeit, um im „Parco Archeologico della Neapoli“ das weltberühmte griechische und römische Theater, die Pferderennbahn und vor allem das berühmte „Ohr des Dionysios“ zu besichtigen. Einer der Mitreisenden hat in der Bordbibliothek Schillers Balladen entdeckt und liest uns im griechischen Theater die „Bürgschaft“ vor… Ein erstes vielversprechendes Highlight! Gerade rechtzeitig zum Lunch kehren wir an Bord der Kairós zurück, die unmittelbar danach den Anker lichtet und am staufischen Fort Maniace in das offene Ionische Meer hinaus fährt. Dort gibt es erst einmal einen kurzen Badestopp – eine ganz neue Erfahrung, im freien Meer bei Wellen zu baden! Die Segel werden ausgerollt und ein kräftiger Westwind treibt die Kairós mit 8 kn nach Norden in Richtung Ätna, dessen Spitze leider von den Wolken verhüllt ist. Langsam taucht die Großstadt Catania auf, man sieht die über das Meer anfliegenden Flugzeuge. Nach ca. 5 Stunden erreichen wir Aci Trezza, die Zyklopenküste, wo einige alte Basaltschlote des Ätna direkt vor der Küste aus dem Meer aufragen und kleine Inseln bilden. Angeblich waren dies die Steine, die der geblendete Polyphem Odysseus hinterher schleuderte. Ein alter Befestigungs-turm, nach See hin offen, bewacht den malerischen Ort, in dem man (wie überall auf Sizilien) sehr gut essen kann…. Leider hat es doch etwas Schwell, so dass die Kairós etwas vor ihrem Anker rollt, aber nach ein paar Stunden haben sich alle Gäste gut daran gewöhnt.

3. Tag: Ausflug Ätna, Taormina und Castelmola

Heute frühstücken wir schon früh, um 8.00 Uhr, um die meist klaren Morgenstunden zu einer Ausfahrt (ca. 30 €/Person) zum Ätna Süd, einer ca. 2.000 m hohen Passtrasse und der Beginn der Seilbahnstation, zu nutzen. Eindrucksvoll sind vor allem die Fahrt durch die erstarrten Lavaströme und die vielen Vegetationszonen. Von der Lava zerstörte Häuser und eine unglaublich fruchtbare Vegetation zeugen von den beiden Seiten dieses größten Vulkans Europas, der noch immer aktiv ist. Manchmal gibt es die Gelegenheit, mit der Seilbahn, vorbei an den Skiliften und weiter mit dem Unimog bis knapp unter den Gipfel in 3.200 m Höhe zu fahren. Aber oftmals ist er einfach wolkenverhangen und sehr, sehr kalt…. In jedem Fall können wir einen der Nebenkrater umrunden. Wir fahren wieder hinab ins Alcántara-Tal, wo wir in einem kleinen Agriturismo ein überaus gutes Mittagessen zu uns nehmen Danach lohnt der Besuch der wildromantischen Alcántara-Schlucht, man kann in dem wilden Fluss ein – kaltes – Fußbad nehmen. Am frühen Nachmittag fahren wir dann weiter nach Taormina, den laut Goethe ‚schönsten Balkon Europas’, schlendern über den Corso Umberto und besuchen das griechische Theater mit seinem atemberaubenden Blick durch die Reste des Bühnenhauses auf den Ätna und das darunter liegende blaue Meer. Die Kairós können wir in der Bucht vor Giardini Naxos ankern sehen. Gegen ein kleines Trinkgeld fährt uns unser Bus sogar noch weiter hinauf nach Castelmola, einem pittoresken Felsnest hoch über Taormina. Hier genießen wir bei einem fantastischen Ausblick unser Abendessen. Es wird sehr spät, bis wir mit den Beibooten vom kleinen Hafen Naxos wieder an Bord der Kairós zurückkehren….

4. Tag: Straße von Messina

Da es immer noch einen erheblichen Schwell (Wellen) gibt, beschließt Kapitän Sjoerd, die Nacht zu nutzen und Richtung Straße von Messina zu laufen. Leider ist kaum Wind, so dass wir unter Motor entlang dieser faszinierenden Küste nach Norden gleiten… Zum Sonnenaufgang erreichen wir dann die Straße von Messina und können mit eigenen Augen verfolgen, wie stark die Strömung in dieser Meerenge zwischen Sizilien und Kalabrien ist – plötzlich fährt die Kairós nur noch 4 statt 7 kn.Kaum haben wir die Meerenge passiert – ohne wie in der Antike Gefahr zu laufen, dabei von Skylla oder Charybdis verschlungen zu werden -, erhebt sich ein nördlicher Wind, die Segel werden ausgerollt und die Kairós kämpft sich hoch am Wind nach Westen Richtung Lipari. Die Hauptinsel des Archipels erreichen wir am Abend. Die Kairós ankert vor der traumhaften Kulisse direkt unter der Kathedrale. Nach einem gemütlichen Bummel durch die Altstadt von Lipari – Italien wie aus dem Bilderbuch – geht es zurück an Bord, wo der Abend mit einem schönen Dinner an Deck und einigen Cocktails aus der Bordbar ausklingt.

5. Tag: Lipari/Vulcano

Am nächsten Tag machen wir uns auf, das überaus interessante archäologische Museum (Lipari war bereits in prähistorischer Zeit besiedelt) und den romanischen Kreuzgang zu besuchen, bevor uns die Kairós nach Vulcano übersetzt. Auf dieser Insel, laut Homer Heimat des Aiolos, des Gottes der Winde, steht eine ca. einstündige Wanderung auf den Gran Cratere auf dem Programm. Vom Kraterrand des immer noch tätigen Vulkans haben wir einen überaus eindrucksvollen Blick auf die ganze Inselgruppe und die dampfenden und stinkenden Fumarolen. Trotz aller Drohungen des Kapitäns, Gäste, die in den Schwefel-Schlammquellen gebadet hätten, nicht mehr an Bord zu nehmen, wollen es einige der Gäste genau wissen – zu ihrem und unser aller Glück hatte aber das Schlammbad geschlossen….
Am Nachmittag geht der Anker auf und wir fahren entlang der Westküste von Lipari zwischen zwei Felsnadeln hindurch, unterbrochen von einer eindrucksvollen Höhlentour in den Beibooten. Dann kommt Wind auf und wir segeln weiter nach Salina, der zweitgrößten Insel des Archipels mit ihren beiden charakteristischen Vulkankegeln. Bei einem Landausflug bleibt Zeit, die kulinarischen Spezialitäten zu testen – besonders feine Kapern und den süßen Malvasierwein. Die Kairós ankert vor dem wunderschönen Ort Rinella, die wieder fast ruhige See lässt dies zu. Heute bleibt die Bordküche kalt, denn Gäste und Crew (bis auf eine Ankerwache) gehen essen in einem Agriturismo mit unglaublich guter lokaler Küche – natürlich auch Kapern -, ein Restaurant, das uns die charmante Barbara Focke von La Mar Reisen – eine Agentin von Sailing-Classics – empfohlen hat, die in Rinella ein Bed & Breakfast betreibt.

6. Tag: Salina und Stromboli

Morgens gehen wir alle von Bord. Eine Gruppe mietet sich Motorroller, um diese Trauminsel zu erkunden, eine andere fährt mit dem Inselbus in den kleinen Ort Leni, um von dort eine Wanderung zu einem der beiden erloschenen Vulkane zu machen (ca. 3 Stunden, der.Aufstieg ist anstrengend, dafür wird man mit einem unglaublichen Blick über alle sieben Inseln belohnt). Die meisten der Gäste nutzen jedoch den Tag, um an dem kleinen pechschwarzen Sandstrand von Rinella die Seele baumeln zu lassen. Am späten Nachmittag finden sich alle wieder an Bord ein und es geht Anker auf Richtung Stromboli, den wir nach etwa 4 Stunden schönem Segeln mit rauem Wind und in den Abend und die Nacht hinein erreichen. Schon während der Fahrt und der einbrechenden Dunkelheit konnte man immer wieder rotglühende Eruptionen beobachten. Schließlich treibt die Kairós etwa 1 km nördöstlich der Sciara del Fuoco, einer Geröllschütte, über die die anfangs noch glühenden Lavabrocken direkt ins Meer fallen. Als ein weiteres Highlight der Reise gibt es das Vulkandinner an Bord, zu Füßen des Stromboli, unterbrochen immer wieder von den ‚Aaahs’ und ‚Ooohs’ der Gäste, wenn ein neuer Ausbruch erfolgt. Man fühlt sich sehr klein angesichts der Urgewalt der Erde, die sich da direkt vor unseren Augen entwickelt… Leider ist das Meer zu unruhig, als dass man die Steine ins Wasser plumpsen hört, so wie dies laut Kapitän Sjoerd bei glattem Meer der Fall ist.

7. Tag: Stromboli, Straße von Messina, Syrakus

So geht es dann ohne weiteren Stopp vor dem Örtchen Stromboli weiter zurück Richtung Sizilien. Es ist eine Neumondnacht und ein unglaublicher Sternenhimmel leuchtet von oben, während wir bis weit nach Mitternacht noch an Deck sitzen. Einige Passagiere schlafen sogar direkt an Deck… Zum Sonnenaufgang durchfahren wir wieder die Straße von Messina und können uns nicht vorstellen, dass hier eine Hängebrücke über die 3,3 km breite Meerenge gebaut werden soll, ein unglaubliches Projekt, das aber schon seit Jahren diskutiert wird. Mit dem aufkommenden Wind können wir die Segel setzen und es geht weiter am schon wieder von Wolken verhüllten Ätna vorbei. Viele Gäste nutzen den langen Segeltag zum Lesen, Schlafen und Ausruhen. Es dämmert bereits, als die Kairós in die Bucht von Syrakus einläuft. Beim großen Kapitäns-Dinner verabschiedet sich die Crew von ihren Gästen.

8. Tag: Heimreise

Schon am frühen Morgen packen wir unsere Sachen, nach dem Frühstück verabschieden wir uns von der Kairós. Das Taxi wartet und bringt uns zurück zum Flughafen von Catania – es sei denn, wir hängen noch ein paar Tage an in dem wunderschönen Sizilien, denn es gibt noch viel zu sehen: die Barockstadt Noto, Agrigent und das Tal der Tempel, die berühmten Mosaiken in der Villa del Casale in Piazza Armerina, die Stauferstadt Enna und vieles, vieles mehr…

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