Pierre Boulez Saal

Pierre Boulez Saal

Der Konzertsaal in Berlin ist ein Forum ist für erstklassige Musik, Architektur und kulturelle Annäherung. Ins Leben gerufen wurde er von einem der größten Musik-Genies unserer Zeit, Daniel Barenboim.

 

So klingt Hoffnung: Der 2017 eröffnete Pierre-Boulez-Saal ist der neue Konzertort der Barenboim-Said-Akademie. Eine Institution, die junge Musikerinnen und Musiker aus Israel und den arabischen Ländern miteinander ins Gespräch bringen will, auf und auch jenseits des Konzertpodiums. Neue Töne, vor allem Umgangstöne sollen hier anklingen! Neben herausragender Musik geht es um eine neue Form des Zuhörens und voneinander Lernens.

 

Matthias Schulz, der Intendant der Staatsoper Berlin, schwärmt über den Saal und Daniel Barenboim, der maßgeblich für die Realisierung verantwortlich war: »Er ist nicht erklärbar. Er lebt in verschiedenen Welten. Er ist Pianist, Dirigent, Generalmusikdirektor, Weltpersönlichkeit.« Er repräsentiert den Geist des Pierre-Boulez-Saals, der das Kulturleben Berlins mit einem hochkarätigen Saisonprogramm mit anfangs bis zu 100 Kammermusikkonzerten pro Jahr bereichert. Für 2019 hat Ole Bækhøj, der Intendant des Pierre-Boulez-Saals, bereits 140 Konzerte angekündigt.

 

Gespielt von einem Ensemble, das Kammermusik auf höchstem Niveau aufführt, mit Musikern, die sich aus der Staatskapelle Berlin und des West-Eastern Divan Orchestra zusammensetzen, das Daniel Barenboim 1999 zusammen mit dem palästinensischen Literaturkritiker Edward Said gründete. Dazu gesellen sich hochkarätigen Gastkünstlern aus aller Welt.

 

Völkerverständigung durch Musik – nirgendwo ist dieser Geist so erlebbar wie in dem neuen Konzertsaal in Berlin. Er ist ein Resonanzraum für Dialoge und lädt mit der Akademie dazu, Musik auf all ihren Ebenen zu verstehen. Er ist ein Ort, an dem viele Einflüsse zusammenkommen: kulturelle, künstlerische, humanistische, architektonische und historische. »Ein Ort, wo sich Menschen treffen, um eine Atmosphäre der Kommunikation, des Zuhörens und Verstehens zu schaffen«, erklärt Barenboim.

5 Zahlen, die Sie schon immer über den Pierre-Boulez-Saal wissen wollten

  • 2012: Gründung der Barenboim-Akademie. Beginn der Planung des Konzerstsaals
  • 5. März 2017: Eröffnung des Konzertsaals in Berlin
  • 682 Zuschauer finden in dem Pierre-Boulez-Saal Platz
  • 14 Meter: Soviel beträgt maximale Distanz zwischen dem Dirigenten und dem am weiten entferntesten Platz im Publikum.
  • 0 Euro: Sowohl Architekt Frank Gehry als auch Akustiker Yasuhisa Toyota verzichteten auf ein Honorar.

Musikgenuss für »das denkende Ohr«

Die Spielstätte hat ein unverwechselbares Profil, das von Frank Gehry entworfen wurde. Der Star-Architekt nahm kein Honorar. Der Pierre Boulez Saal wurde für das »Denkende Ohr« konzipiert: »Es verbindet Emotionen, Gedanken und Sinneseindrücke, es begegnet Klängen mit ungeteilter Aufmerksamkeit, um aus ihnen Erkenntnisse zu ziehen. Statt nur zuzuhören, ist es einer komplexen Wechselwirkung aus Sinneserfahrungen und intellektueller Reflexion ausgesetzt«, lautet die Vision von Barenboim.

 

Der Konzertsaal bietet 682 Besuchern Platz. Frank Gehrys setzte den Raum in Ellipsen um, die den Zuschauer förmlich umarmen. Die übereinander schwingenden Ovale schweben in dem sphärischen Raum, der eine vollständige 360 Grad Schleife vollzieht. Dank seiner besonderen architektonischen Form können Zuschauerplätze und Bühnenfläche in den verschiedensten räumlichen Konfigurationen angeordnet werden. Dieses Prinzip eines »Salle Modulable«, eines modularen Saals, unterscheidet den Pierre-Boulez-Saal von anderen Konzertsälen und sichert ihm eine einzigartige Stellung in der Musiklandschaft Berlins. Es ist ein sehr intimer Raum: Die maximale Distanz zwischen dem Dirigenten und dem am weiten entferntesten Platz beträgt 14 Meter. Der Saal ist besonders geeignet für Soloauftritte, Kammermusikensembles und mittelgroße Orchester.

Von Schubert bis Pierre Boulez

Ein weiterer Leitgedanke stand von Anfang an im Mittelpunkt: In jedem Konzert werden Werke des klassischen und romantischen Repertoires mit wegweisenden Kompositionen des 20. Jahrhunderts und Musik unserer Zeit kombiniert, das Repertoire reicht von Mozart und Schubert über Eisler und Schönberg bis hin zu Reimann und natürlich Pierre Boulez, dem französischen Dirigenten und Komponisten, der namensgebend für den Saal war. Zeit seines künstlerischen Lebens forschte er nach neuen Klängen und Gedanken, nie verließ ihn die Neugier. Insbesondere seit 1950 gehörte Pierre Boulez zu den herausragenden Vertretern der musikalischen Avantgarde.

 

Neben dem Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Daniel Barenboim und dem Architekten Frank Gehry hat der Akustiker Yasuhisa Toyota mitgewirkt, der auch schon für den Klang der eröffneten Elbphilharmonie in Hamburg verantwortlich war. Letzteren freut auch die besondere Anordnung des Saals. »In alten Sälen sehen wir immer nur die Rücken des vor uns sitzenden Publikums, hier schauen wir in die Gesichter. Im Boulez-Saal wird man seinen Freunden zuwinken und geht nach dem Konzert miteinander essen und redet über die Musik«, erklärt Yasuhisa Toyota in einem Interview.

 

Dank des akustischen Wunders, der Geschichte und der Vision ist der einzigartige Saal ganz in einer globalisierten Gegenwart angekommen. Es winkt eine spektakuläre musikalische Zukunft.

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