Prolog

»Der Traum meines ganzen Lebens«

»Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die
der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben.«
Alexander von Humbold

Sie war eine der spektakulärsten Forschungs- und Entdeckungsreisen der Menschheit. Sie dauerte von 1799 bis 1804 – 5 Jahre oder 60 Monate. Und Sie legte den Grundstein zum Weltruhm des großen deutschen Universalgelehrten Alexander von Humboldt. Im September 2019 wurde rund um den Globus, besonders aber in vielen Ländern Südamerikas, dem Kontinent, den er kreuz und quer durchstreifte, am 14. September 2019 seines 250. Geburtstags gedacht. Vor drei Jahren schon entstand die Idee zu versuchen, Humboldt auf der Originalroute seiner Amerikaexpedition hinterherzureisen. Allerdings in 60 Tagen anstatt 60 Monaten. Unser Humboldt-Experte und langjährige Lateinamerika-Reporter Peter Korneffel hat das Kunststück fertiggebracht und hat Humboldts Reisestationen durch Kuba, Kolumbien, Ecuador, Peru, Mexiko und die USA in einem weltweit einzigartigen Programm zu einer spannenden Spurensuche durch sechs Länder zusammenkomponiert.

Die 30 Teilnehmer unserer ZEIT-Expedition starten am 26. Dezember in Havanna und erleben an Korneffels Seite über 200 authentische Humboldt-Orte, fantastische Naturlandschaften, koloniale Städte und auch moderne Megacities. In Vorträgen und Lesungen tauchen Sie tief in die historische Forschungsreise und die Botschaften Humboldts ein. Sie treffen Experten und Forscher zu Gesprächen und befassen sich mit sozialen Themen und aktuellen Umweltfragen Lateinamerikas wie einst schon Humboldt als Vordenker der Ökologie und Verfechter der Freiheit. In diesem Blog berichten Sie von Ihren eigenen Abenteuern und den Erlebnissen auf Humboldts Spuren. Vielleicht werden auch sie dann hinterher sagen: Das war »Der Traum meines ganzen Lebens«

Der Reiseteilnehmer Burkhard Mücke hat für die Humboldt Reise einen Link auf Wikipedia angelegt, der während der Reise ständig aktualisiert wird. Schauen Sie doch mal rein! 

Tag 17: 11. Januar 2020

Von Bogotá über Icononzo nach Ibagué

 »Die Sonne beleuchtet alle und läßt in vielen Köpfen es gären«

Alexander von Humboldt

Morgendliches Verlassen des Hotels in Bogotá mit dem Tumult, den Gruppenreisen mit sich bringen. Morgendlich kühler Weg zum Bus, der sich in Richtung Süden in Bewegung setzt. Die Strecke senkt sich Richtung Tiefebene bei zunehmender Temperatur. Im Verlauf der Fahrt und bei abnehmender Konzentrationsfähigkeit und zunehmender Schläfrigkeit der Reisenden, referiert Frau Dr. Claudia Feix zum Thema innere politische Konflikte Kolumbiens und die sich über Jahrzehnte hinziehenden blutigen Auseinandersetzungen. Ziel des heutigen Tages ist die berühmte von Humboldt gezeichnete Naturfelsenbrücke über den reißenden Rio Sumapaz. Nach etwa der Hälfte der Strecke Umstieg in zwei Kleinbusse, die uns auf holpriger Straße Richtung Brücke befördern.

Dann die große Überraschung. Die von Humboldt skizzierte Brücke besteht in dieser Form bedauerlicherweise nicht mehr, da sie Opfer des zunehmenden Verkehrs geworden ist. Sie wurde durch einen Neubau ersetzt, der die Schlucht in mehreren Bögen überspannt. Es lassen sich zwar noch Reste aus der Darstellung Humboldts unterhalb der neuen Konstruktion wiedererkennen aber der gesamte Anblick ist inzwischen verfremdet und der alte Charme ist perdu. Zum Glück hat unser Reiseleiter einen auf Großformat gebrachten Druck der Humboldt Skizze dabei, den er, waghalsig auf dem Geländer balancierend, vorzeigt.
Die Brücke an Stelle der Naturbrücke ©Antigoni Chrysostomou

 

Es begrüßt uns ein schüchterner und fast traumatisiert wirkender Indigena, der uns in wenigen Sätzen über die Vernichtung seines Volkes berichtet. In der Übersetzung der lokalen Sprache ins Spanische und vom Spanischen ins Deutsche kommen bei uns nur Fragmente der Geschichte an. Vor der Weiterfahrt gibt es noch ein komfortables Mittagessen, das wir in Kartons mitgenommen hatten. In der großen Hitze flüchtet jeder von uns in die wenigen Schattenplätze mit seinem Karton. Die Gruppe verkünstelt sich danach in perfekter Mülltrennung, es gibt hierfür sehr viele Experten.
Jimmy, der Indigena ©Antigoni Chrysostomou

 

Der Fluss Sumapaz in der Tiefe der Schlucht ©Antigoni Chrysostomou

 

Blick auf Ibagué
©Antigoni Chrysostomou
Danach führt uns der Weg zurück zum großen Bus, der uns nach mehreren Stunden Fahrt in die Stadt Ibagué bringt. Dort erwartet uns unser komfortables Hotel. Der heiße Tag endet mit einer Craft Bier Verkostung. Was vorher niemand wusste oder erwartet hat: Der Bierproduzent ist ein ehemaliger Guerilla Kommandant der FARC, Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia. Nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens in 2016 sind viele der ehemaligen Guerilla Kämpfer auf dem Weg der Integration und der Entstigmatisierung. Wir hören gespannt seiner Geschichte zu und versuchen einen kleinen Eindruck von diesen komplexen Zusammenhängen zu bekommen. Kolumbien steckt voller Überraschungen. Wir bleiben neugierig, was uns das Land noch zu bieten hat.
Der Bierproduzent und ehemalige Guerilla Kämpfer „Donald“, mit zivilem Namen Gustavo Bocanegra, mit der Flagge der FARC ©Antigoni Chrysostomou

Jürgen Perlich, ZEIT-Reisender

Tag 16: 10.Januar 2020

Wo liegt Eldorado? | Discofox á la Colombia

 »Der Mensch beurteilt die Dinge lange nicht so sehr nach dem, was sie wirklich sind, als nach der Art, wie er sie sich denkt und sie in seinen Ideengang einpaßt«

Alexander von Humboldt

Früh am Vormittag verlassen wir das Hotel de la Opera, unsere gegenüber des kolumbianischen Außenministeriums zentral in der Altstadt gelegene, stilvolle Kolonialstilherberge. Durch den Morgenstau in Bogota kämpft sich unser ZEIT-REISEN-Bus Richtung Norden. Nach anderthalb Stunden Fahrt müssen wir in kleinere Busse umsteigen, in denen wir zur Berglagune von Guatavica fahren, den sagenumwobenen See der Eldorado-Legende, den Humboldt am 17. oder 18. Juli 1801 zeichnete und ausführlich beschrieb. Die Guatavica-Lagune war eine heilige Stätte des ehemals im Hochland um Bogotá ansässigen Volkes der Muisca-Indianer. Die Legende besagt, dass zur Krönung eines neuen Häuptlings, dieser über und über mit Goldstaub bedeckt und auf einem Floss in die Mitte der Lagune gerudert wurde, wo er sich dann das Gold vom Körper wusch, das mit dann mit weiterem opulentem Goldschmuck im See versank. Als die spanischen Kolonialisten davon erfuhren, nannten sie die Umgebung des Sees Eldorado, »die Vergoldete«. Emsige Bemühungen, den See abzulassen und die Suche nach dem Goldschatz blieben erfolglos, die Legende lebt bis heute.

Auf dem Weg nach Eldorado ©Bernd Loppow

 

Peko & friends: Humboldt immer im Gepäck
©Bernd Loppow

 

Die Lagune von Eldorado ©Bernd Loppow

 

Bevor wir an den heute in einem kleinen Nationalpark gelegenen See gelangen, spazieren wir in fast 3.000 Metern Höhe durch einen Hochlandwald mit wunderschönen purpurfarbenen Bromelienblüten und ersten Exemplaren der Paramo-Vegetation aus wasserspeicherndem Hochlandgras. Unterwegs liest unser Expeditionsleiter Peter Korneffel aus Humboldts Aufzeichnungen zur Lagune vor. Es sind diese täglichen Lesungen an den Originalschauplätzen, die den Bezug herstellen zu der unvergleichlichen Leistung, die Humboldt vor über 220 Jahren vollbracht hat, und die auch unsere Reise so einzigartig und unvergleichbar machen. Es ist Pekos unerschöpflicher Wissensschatz über den großen Reisenden und seine Fähigkeit, uns diesen voller Inbrunst zu präsentieren und uns immer wieder mitzunehmen auf Humboldts Reise, so als seien wir selbst dabei gewesen.

Den herrlichen Ausblick auf die Lagune von Eldorado, der sich uns nach einer halben Stunde bietet, haben wir uns mit einem durchaus ambitionierten und schweißtreibenden Fußmarsch bergan wohl verdient. Von der Lagune fahren wir zur Mittagspause im Schatten einer nahe gelegenen Hazienda, bevor es weitergeht zu einem weiteren, sehr realem Schatz der Gegend: der Salzkathedrale von Guatavita. Sie befindet sich in einem riesigen Salzbergwerk, das Humboldt am 19. Juli 1801 besuchte. Hier kam dem Bergassessor Humboldt sein Geologiestudium an der Bergakademie von Freiberg zugute als er den spanischen Kolonialisatoren neue Möglichkeiten des Stollenbaus, mit deren Hilfe sie das »weiße Gold« massenhaft aus dem Berg herausholen konnten, eröffnete.

Den wahren Schatz des Berges heben die Kolumbianer erst seit gut zwanzig Jahren: Mitte der neunziger bauten sie in die mittlerweile stillgelegten Stollen eine monumentale Salzkathedrale, mit 13 Seitengängen und in die Frontwände gehauenen Kreuzen, die den Kreuzgang Jesus von Nazareths symbolisieren sollen, und in einer gewaltigen Kathedrale enden. Bunt angestrahlt und mit Dutzenden Souvenirshops in weiteren Seitenstollen mag das auf einen etwas sehr verkitscht wirken. Für die Riesengemeinde kolumbianischer Katholiken ist es ein magischer Anziehungspunkt, der mit seinen Eintrittsgeldern die Staatskasse jedes Jahr mit einigen Milliarden Pesos füllt.

 

Beeindruckende Heimat der Muisca ©Bernd Loppow

 

Schatz der Neuzeit: Salzkathedrale von Guatavica ©Bernd Loppow

Eine kluge Programmplanung führt uns heute nicht in den allabendlichen Verkehrsstillstand in Bogotá, sondern in ein atemraubendes Restaurant in einem Vorort der Hauptstadt Kolumbiens: »Andres Carne de Res« ist eines der begehrtesten Restaurants der Metropolregion und zugleich ein Beispiel gehobener Erlebnisgastronomie. An verschiedenen, riesigen Grillstationen glüht die Holzkohle, an diversen Bars werden Cocktails gemixt. Wir bekommen von der 86-seitigen Speise- und Getränkekarte eine Auswahl ausgezeichneter Vorspeisen und Fleischspezialitäten serviert. Mein Favorit: das butterzarte Rinderfilet in der Salzkruste. Beschwingt von dem einen oder anderen Rum-geschwängerten Fruchtcocktail wagen sich einige zum Discofox á la Columbia auf die Tanzfläche.

Dann heißt es Aufbruch, schließlich sind es noch 20 Kilometer bis zum Hotel. Es ist 21.15 Uhr und der Feierabendstau hat sich praktisch aufgelöst. Wir haben alles richtig gemacht.
Um Viertel vor zehn steige ich vor dem Hotel de la Opera zum letzten Mal aus unserem Reisebus. Es heißt Abschied nehmen von meinen Mitreisenden und von einer Reise, die wie vielleicht keine andere das verkörpert, was die Zielsetzung beim Start von ZEIT REISEN vor 20 Jahren war: »Entdecken, worauf es ankommt«! Niemand seit Humboldt ist vor uns dieser Reiseroute gefolgt. So reise ich zufrieden und voller Zuversicht für den weiteren Verlauf unserer Expedition zurück nach Hamburg. Peko und die ZEIT-Reisenden haben noch 42 weitere Tage vor sich mit Humboldt im Gepäck. »Saludos e buena suerta a todos

Bernd Loppow, ZEIT REISEN

Tag 15: 9. Januar 2020

Bogotá

 »Sich wieder inmitten der Zivilisation zu wissen, ist ein großer Genuss, aber er hält nicht lange an, wenn man für die Wunder der Natur im heißen Erdstrich ein lebendiges Gefühl hat«

Alexander von Humboldt

Nach zwei Wochen in der tropischen Hitze überrascht uns in über 2.600m Höhe am frühen Morgen eine Temperatur von nur 7°C. Zwiebel-Look ist angesagt. Jedoch steigt die Temperatur durch die Kraft der Sonne schnell auf über 20°C. Die Führung durch die Altstadt zeigt uns neben Kolonialarchitektur auch moderne Gebäude wie die Stadtbibliothek von 1958 und das Centro Cultural Márquez. Höchst eindrucksvoll sind die Besuche im Botero- sowie im Goldmuseum mit grandiosen Exponaten aus Vorkolonialer Zeit. Weiter geht’s am schwer gesicherten Präsidentenpalast, dem Parlament und der Kathedrale vorbei zum zentralen Platz Bolívar.

 

Die Mona Lisa Version des Malers Botero © Antigoni Chrysostomou

 

Vermächtnis in Gold © Antigoni Chrysostomou

 

Der gut bewachte Präsidentenpalast in Bogotá © Antigoni Chrysostomou

Zum Mittagessen machen wir Bekanntschaft mit der Spezialität Ajiaco, einer Suppe mit Einlage von Kartoffeln, Hühnchen und Gewürzmischung, dazu Reis und Avocado. Nachmittags steht ein eigens für unsere Gruppe organisiertes Symposion im Humboldt-Institut für nationale Biodiversität auf dem Programm. Der Forscher José Manuel referiert über den Rückgang der kolumbianischen Waldbestände. Der Kulturattaché der deutschen Botschaft erläutert die Aktivitäten zum 250. Geburtstag von Alexander von Humboldt in Kolumbien. Der bekannteste Humboldt Forscher Kolumbiens, Prof. Alberto Gómez Gutiérrez hält einen beeindruckenden Vortrag zum Aufenthalt von Alexander von Humboldt in Kolumbien im Jahre 1801. Nach seiner Beurteilung beruht die Wertschätzung für Humboldt in Lateinamerika auch auf der Tatsache, dass Humboldt indigenen Gesprächspartnern gleiches Interesse und Neugier auf Augenhöhe entgegengebracht hat wie europäischen Geistesgrößen wie Goethe und Schiller in seiner Zeit in Weimar.

Danach erleben wir den Sonnenuntergang hoch über der Stadt auf dem Cerro de Monserrate in 3150m Höhe. Den Abschluss des Tages bildet ein stilvolles Dinner mit dem deutschen Botschafter in Kolumbien Peter Ptassek, der in herzlicher Offenheit die Fragen zur politischen und sozialen Situation im Land beantwortet.

 

Die Lichter von Bogotá aus dem Berg Monserrate © Antigoni Chrysostomou

Thomas Becker, ZEIT-Reisender

Tag 13: 7. Januar 2020

Von Barrancabermeja nach Honda

 »Ich bin wie die Menschen, die ihre Fragen kurz einrichten,
um bald die erwünschte Antwort zu haben«

Alexander von Humboldt

Heute fahren wir mit unserer Regionalreiseleiterin Amanda von dem boomenden Erdöl- und Chemiestandort Barrancabermeja mit unserem schicken „Zeit“-Reisebus zur Kakaoplantage in Carmen de Chucuri, der ersten Etappe unseres heutigen Tageszieles Honda, einer weiteren authentischen Station unserer Humboldt-Reise. Der Ursprung der Besiedlung liegt im Jahre 1936 unter Beteiligung deutscher Siedler mit der ursprünglichen Absicht der Ausbeutung tropischer Edelhölzer. Die beiläufige Entdeckung der Erdöllagerstätten bzw. der Nutzungsmöglichkeiten abseits der von den Indigenen verwendeten Anwendungszwecke Sonnen- und Mückenschutz führte zur raschen Exploration und Gewinnung der Vorkommen. Samuel Schneider-Uribe ist Namensgeber des einzigen Erdölmuseums.

Erdölraffinerie in Barrancabermeja © Antigoni Chrysostomou

Als Kollateralschaden ist die durch den exzessiven Pipelinebau zu verzeichnende Verschlechterung der Bodenqualität zu konzedieren.In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde eine teilweise viergleisige Eisenbahnlinie von der karibischen Küste nach Bogotá ausgebaut, über die große Mengen Tropenholz und auch die zwischenzeitlich geförderte Steinkohle transportiert wurden. Amanda und Claudia erläutern uns die Hintergründe der aktuellen Prosperität nach Jahrzehnten der durch die FARC und Paramilitärs in Schrecken gehaltenen Gegend. Ein nach wie vor aktuelles Thema ist der Konflikt zwischen Latifundien- und Minifundienbesitzern. Auch ist das Gebiet noch aktuell Bestandteil der „Narco-Route“.

Wir durchqueren riesige Plantagen mit Palma Afrikana, vulgo Ölpalmen, deren zweimal pro Jahr geerntete Früchte unter Wärmezufuhr zu Palmöl gepresst werden, welches Einsatz in Pharma- und Kosmetikprodukten, sehr vielen Lebensmittelzusätzen und leider auch zu Biosprit findet. Die Nachhaltigkeit dieser Anbautechnik darf ernsthaft bezweifelt werden, auch vor dem Hintergrund des deutschen EE-Gesetzes.

Diese globalen Auswirkungen auf Nachhaltigkeit und Erhalt der Biodiversität konnten von Alexander von Humboldt zum damaligen Zeitpunkt nicht antizipiert werden. Kurz vor Erreichen des ersten Etappenziels passieren wir Teichwirtschaft für zwei lokale Süßwasserfische, – jetzt tauchen die ersten Kakaopflanzen sowie Avocadopflanzen und Mandarinensträucher auf.
Bei der Ankunft in Carmen de Chucuri werden wir vom Bürgermeister begrüßt; dieser erläutert die Wichtigkeit des Kakaoanbaus für die Stadt und die Gegend. Im Anschluss absolvieren wir einen Parcours durch das Dorf, um den Anbau und die Verarbeitung der verschiedenen Kakaosorten nebst Setzlingsaufzucht in einer Microempresa kennen zu lernen einschliesslich der verschiedenen Zwischen- und Endprodukte.

 

Kakao Frucht ©Antigoni Chrysostomou

 

Lokaler Kakao und Kaffee Produzent in Carmen de Chucuri ©Antigoni Chrysostomou

 

Kakaopflanzensetzlinge ©Antigoni Chrysostomou

Ein Mittagessen stärkt uns für die zweite Tageshälfte, serviert mit großer Herzlichkeit und schmackhaften Gerichten. Auf der Weiterfahrt verstärkt der Geruch von Borocho die Wirkung der Klimaanlage kurzzeitig. Auf der längeren Fahrt Richtung Honda erfolgt durch Claudia Feix eine Hintergrundbetrachtung der Narco-Subkultur, welche durch das Machtvakuum des Staates über alle Gesellschaftsschichten hinweg das soziale Gefüge des Landes durchwuchert, wie es schon Gabriel García Márquez in einem Essay beschrieben und thematisiert hat. In einem wunderschönen Parador nehmen wir Quartier und haben noch ein gemeinsames Abendessen am zentralen Marktplatz.

Aufstieg in die Andenkordilleren Richtung Bogotá ©Antigoni Chrysostomou

Karl Staudenmaier, ZEIT-Reisender

Tag 12: 6. Januar 2020

Von Mompox nach Barrancabermeja

Heute geht es etwas früher los als sonst, die Strecke ist zwar kurz, aber die Straße ist teilweise nicht gut. Die Regierung investiert seit etwa 20 Jahren große Summen in das Straßennetz und sorgt durch Polizeipräsenz für Sicherheit, aber die Regenzeit führt immer wieder zu Schäden. Wir fahren durch eine sattgrüne Kulturlandschaft parallel zum Rio Magdalena flussaufwärts. Humboldt berichtete noch von bewaldeten Ufern und hellgrünen Wiesen, die von versprengten Häusern und Ansiedlungen unterbrochen wurden. Heute sehen wir das Land rechts und links der Straße abgezäunt, manchmal nur kleine Flecken – Minifundien, auf denen die Campesinos Subsistenzwirtschaft betreiben, manchmal große Landstriche – Latifundien, wo Großgrundbesitzer Viehwirtschaft mit Cebu-Rindern zur Fleischproduktion betreiben.

Felder und Rinder ©Antigoni Chrysostomou

Die Zahl der Minifundien nimmt ab, die Campesinos werden häufig durch Gewaltandrohung dazu veranlasst, ihr Land aufzugeben und wandern ab in die Städte in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Verstädterung hat in Kolumbien einen Grad von 80% erreicht und liegt damit neben den asiatischen Metropolregionen im weltweiten Spitzenbereich. In Aguachica nehmen wir unsere lokale Führerin an Bord, die neben ihrer Sachkenntnis dafür sorgt, dass das leibliche Wohl nicht zu kurz kommt, wir werden gut und freundlich bedient in einem kleinen Straßenrestaurant.

Weiter geht es auf die Piste mit unserem ZEIT-Bus nach Barrancabermeja. Zu Humboldts Zeiten existierte die Stadt noch nicht, sie wurde erst vor 98 Jahren gegründet. Weiße Siedler (u.a. auch Deutsche) kamen auf der Suche nach Edelhölzern in diese Gegend und trafen auf Indigenas, die aus der Erde ausgetretenes Erdöl als Brennmaterial sowie Sonnen-und Insektenschutz nutzten – der Beginn dieser Stadt als Erdölzentrum Kolumbiens. Demzufolge sahen wir nun Erdölleitungen und Pumpen längs des Weges, aber auch große Palmölplantagen – Humboldt hätte gesagt, es gäbe fossiles und vegetabiles Öl.
Eine große Überraschung sollte uns noch erwarten: Beim Abendessen besuchte uns der frischgewählte Bürgermeister samt Familie und hieß uns herzlich willkommen – es war noch nie eine so große ausländische Touristengruppe in der Stadt zu Besuch!

Danach stand eine Chiva vor der Tür – ein großer offener Bus mit Musik und Discobeleuchtung, der uns durch die nächtliche Stadt fuhr und mit Bier sowie Salsa-Disco-Cumbria- und Rockmusik für Stimmung sorgte.

Die “Chiva” – der Partybus ©Bernd Loppow

Wir besichtigten, manche tanzend, einen extra für uns aufgebauten kleinen Kunsthandwerksmarkt, genossen Spezialitäten von einem Büffet und hatten noch eine Menge Spaß, bevor es nach einem ereignisreichen Abend wieder zum Hotel zurückging.

Elisabeth Schacher, ZEIT-Reisende

11.Tag: 5. Januar 2020

In Mompox und auf dem Rio Magdalena

 »Ich suche keine Schwierigkeiten des Lebens, schrecke aber auch vor keiner zurück«

Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt besuchte Mompox auf dem Weg von Cartagena nach Bogota und blieb 10 Tage. Er beschrieb Mompox als »die heißeste Stadt«, die er erlebt habe. Recht hat er! Heute ein verwunschenes Städtchen, das der Altstadt von Havanna ähnelt mit seinen engen Straßen und Gassen, der unverfälschten Kolonialarchitektur und den vielen Kirchen. Die einstmals reiche Handelsstadt ist seit der Verlegung der Schifffahrtsströme in den größeren Arm des Rio Magdalena 1840 in einen Dornröschenschlaf verfallen.

So treffen wir beim Stadtrundgang auf prächtige Herrenhäuser mit stilvoll bepflanzten Innenhöfen, kleine Plazas, einen eindrucksvollen Friedhof und das Museum Casa de la Cultura mit einer Ausstellung von präparierten Tieren und Tagebuchauszügen als Hommage an Humboldt.

Der Friedhof von Monpox ©Antigoni Chrysostomou

Weiter bewundern wir in einer Manufaktur die Herstellung filigranen Silberschmucks. Nachmittags geht es per Boot auf den zweiten Arm des Rio Magdalena und den Kanal de Dique. Üppige Flora und reiche Fauna begleiten und begeistern uns auf unserem Weg. Neben Leguanen, die am Ufer stolz in der Nachmittagssonne posieren und uns keinen Blickes würdigen, erspähen wir auch eine Vielzahl von Vögeln, vom Kolibri über den Eisvogel bis zum Reiher.

Silberschmuck aus der Schmuckwerkstatt von Monpox ©Antigoni Chrysostomou

 

Patio im Betty Sinning Hostel Mompox ©Antigoni Chrysostomou

 

Der Fluß Magdalena ©Antigoni Chrysostomou

Links und rechts springen hunderte kleiner, silbrig schimmernder Minisardinen aus den braunen Fluten und tauchen teilweise Meter entfernt wieder ein. Oder landen unversehens auf dem Schoß kreischender Mitreisender. Bei der Rückkehr an die Anlegestelle empfängt uns eine Musikgruppe mit kolumbianischen Rhythmen und begleitet uns in die nächstgelegene Bar. Ein fruchtiger Rumcocktail rundet den Tag ab, in und um dieses Städtchen, das uns alle in seinen Bann gezogen hat.

Thomas Becker, ZEIT-Reisender

Tag 10: 4.Januar 2020

Von Cartagena über Magangué nach Mompox

 »Ich weiß wohl, dass ich meinem großen Werke über die Natur nicht gewachsen bin, aber dieses ewige Treiben in mir( als wären es 10 000 Säue) wird nur durch die stete Richtung nach etwas Großem und Bleibendem erhalten.«

Alexander von Humboldt an David Friedländer, Madrid, 11. April 1799

Wir steigen morgens in Cartagena in unseren Bus, der für den Großteil unserer Reise unser Gefährt ist. Dort, wo Humboldt das Pferd benutzte, reisen wir im Bus.

 

ZEIT REISEN Bus ©Wilhelmi-Heimsath

 

ZEIT REISEN Bus ©Wilhelmi-Heimsath

Seinen Spuren nachzuempfinden ist das Ziel unserer Reise und ist täglich neu zu erfahren, wenn wir die entsprechenden Plätze besuchen. Er schaute vor Ort, sammelte, katalogisierte, ordnete in größere Zusammenhänge, die sich heute modern anfühlen, weil er auf Nachhaltigkeit achtete und verschiedene Wissensgebiete verband.

Im botanischen Garten von Turbaco wurde uns der Zusammenhang von kontinuierlichem Wasservorkommen und Artenvielfalt das erste Mal aufgezeigt, Humboldt hatte das schon erkannt, und setzt sich fort, auf der Fahrt nach Mompox, als wir erfahren, dass die Wasserversorgung von den Anden gespeist wird, dies speziell von bestimmten Pflanzen, die Feuchtigkeit aufnehmen und für Regen sorgen. Ein kontinuierlicher Garant für die große Biodiversität von Kolumbien. Es bringt mich zum Staunen, dass Humboldt dieses umfängliche Denken verinnerlicht hatte, Ausgangspunkt und gleichzeitig Ziel seiner Reise.

Unsere Mittagspause verbringen wir in Carmen de Boliviar, besichtigen die örtliche Kathedrale, die extra für uns geöffnet wird und essen im Café Vintage nahe bei. In der glühenden Hitze am Rande der Kathedrale draußen sitzend, näht ein kolumbianischer Schuster einem unserer Mitreisenden mit gekonnten Stichen eine sich lösende Schuhsohle wieder an.

Kirche ©Wilhelmi-Heimsath

 

Schuster ©Wilhelmi-Heimsath

Auf unserer Weiterfahrt überqueren wir eine neue Brücke über einen Seitenarm des Rio Magdalena, den Fluss, der sich über 1500 km durch Kolumbien zieht.

 

Brücke ©Wilhelmi-Heimsath

 

Am Nachmittag erreichen wir unser Ziel Santa Cruz de Mompox, ein koloniales Städtchen, mit maurischem Einfluss und 44 000 Einwohnern. Früher war die Stadt, 1537 von Alonso de Heredia gegründet, ein Umschlagplatz für Handel. Sie erklärte als Erste, am 6. August 1810, ihre Unabhängigkeit gegenüber den Spaniern, neun Jahre nachdem Humboldt dort war.

Der Romanist Prof. Ottmar Ette sieht in Humboldt einen „Erfahrungswissenschaftler“. Das vom ihm geleitete Editionsprojekt an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften führt bezeichnenderweise den Titel „Alexander von Humboldt auf Reisen. Wissenschaft aus der Bewegung.“ Es inspiriert, seiner Bewegung zu folgen.

Jutta Wilhelmi-Heimsath, ZEIT-Reisende

Tag 9: 3.Januar 2020

Turbaco

 »Keine Religion predigt die Unmoral, aber was sicher ist, ist, daß von allen existierenden die christliche Religion diejenige ist, unter deren Maske die Menschen am unglücklichsten werden«

Alexander von Humboldt

Nur mit geringer Verspätung machen wir uns von Cartagena aus auf den Weg ins 20 km südwestlich gelegene Turbaco. Gerade Platz genommen erfahre ich: Kolumbien ist das einzige südamerikanische Land mit Zugang zum atlantischen und pazifischen Ozean. Als Erstes besuchen wir den Botanischen Garten und werden dort vom Direktor Santiago Madriñán begrüßt. In seiner Begleitung ist Stuart Davis, der sich gerade zwecks Studien in Kolumbien aufhält.

 

Santiago Madriñán, Direktor des botanischen Gartens ©Biste

 

Wege im botanischen Garten ©Chrysostomou

 

Der botanische Garten umfasst ein bestehendes Naturareal und ein im Aufbau befindliches Studien- und Besucherzentrum. Vormals vom Staat unterstützt, finanziert die Firma Confinalco seit 2002 die Einrichtung einer „Recreation Area“. Im Wesentlichen werden die allgemeinen Parameter des Pfanzenwachstums erforscht und dokumentiert. Die Zusammenführung von unterschiedlichen Naturreservaten im Westen des Landes mit ihrer außerordentlichen Artenvielfalt ist im Fokus der gegenwärtigen Forschungsarbeit. Obwohl sich der Botanische Garten im Gebiet des trockenen Tropenwaldes befindet, ist das Gartenklima stets feucht, da von Quellen versorgt der Boden die Feuchtigkeit ganzjährig bewahrt. Neben den Informationen zur Botanik kommen auch die biografischen Details der beiden Botaniker, die sich seit ihrer Studienzeit kennen, nicht zu kurz.

 

Im Herbarium: Einsichten in die Arbeit mit Pflanzen ©Biste

 

Wir machen einen Zwischenstopp und gehen einen kurzen Weg zu Humboldts Wohnsitz bei seinem Aufenthalt in Cartagena. Heute wird das Gebäude als Rathaus genutzt. Unweit davon sehen wir ein Denkmal, das an Juan de la Cosa erinnert. Das Denkmal zeigt auf einer Seite das tragische Ende von de la Cosa, der als Beschützer seines Kapitäns von 100 vergifteten Pfeilen getroffen sein Leben aushaucht.

Mittagspause machen wir im Restaurant „Selva Negra“ also „Schwarzwald“. Lars – als Wirt bekannt vom Vortag aus dem „El Bistro“ in Cartagena – hat für uns ein köstliches Mittagessen vorbereitet. Weiter geht es mit Kleinbussen zum 150 m hoch gelegenen ehemaligen Kloster „Convento de la Popa“. Unser Führer Gabriel geleitet uns durch die Klosteranlage, erklärt anschaulich die Geschichte Cartagenas, des Klosters und anschließend auf Nachfrage auch seine eigene Lebensgeschichte als authentischen Einblick in die südamerikanische Mentalität.

Auf einer Schautafel ist Alexander von Humboldt u. a. neben dem Padre „San Pedro Claver“ abgebildet. Den Padre haben wir bereits gestern in der Altstadt kennengelernt, als Skulptur dargestellt. Er hatte – so erzählt man uns – aufopferungsvoll die bei der Überfahrt nicht jämmerlich verreckten Sklaven in Empfang genommen, mit dem nötigsten versorgt und getauft. Man könnte auch sagen mit dem Segen der katholischen Kirche für den Sklavenmarkt verwertbar gemacht. Wie unsere Stadtführerin sagte „auch seelisch gestärkt auf das vorbereitet, was sie bei ihrem weiteren unfreiwilligen Aufenthalt erwarten würden“.

Auch Alexander von Humboldt kommentiert in seiner Abhandlung über die Missionarsarbeit der Mönche:
„Keine Religion predigt die Unmoral, aber was sicher ist, ist, daß von allen existierenden die christliche Religion diejenige ist, unter deren Maske die Menschen am unglücklichsten werden.“

Der Innenhof der Klosteranlage „Convento de la Popa“ ©Biste

Beim Verlassen der Klosteranlage erfahre ich von Gabriel, dass die Herkunft des Namens „Convento de la popa“ angeblich von Seefahrern stammt, die beim Anblick des Klosterberges den Umriss eines Schiffshecks sahen. Abends nach kurzer Auszeit gehen wir zu Fuß zum Dinner ins nahe gelegene „Oh la la“. Zweifellos der bisher kulinarische Höhepunkt der Reise.

 

Dinner im französischen Restaurant „Oh la la“ in Cartagena ©Biste

Günther Biste, ZEIT-Reisender

Tag 8: 2.Januar 2020

Cartagena

Cartagena. Pirates of the Caribbean. Eine Festung mit dicken Mauern. Haupthafen für die Transporte von Schätzen nach Spanien. Gegründet 1533. Zwei mal im Jahr wurden die Schiffe beladen. In der Zwischenzeit lagerten die Schätze in der Stadt und lockten viele Piraten an, der bekannteste Sir Francis Drake. Die Stadt wurde mehrfach niedergebrannt, bis man beschloss, aus Stein zu bauen. Wir laufen auf der Mauer in der steigenden Morgenhitze, der Blick schweift manchmal in die Ferne. Gegenüber der Altstadt erstreckt sich ein modernes Baugebiet mit Hochhäusern, unerwartet. Ein Mitreisender holt uns zurück auf eine ganz konkrete spannende Beobachtung: Die Mauer ist vollständig aus Korallensteinen gebaut. Wir schauen genauer hin.Feine Strukturen werden sofort sichtbar, verschiedene Muster, überall. Wir fahren mit dem Bus an dem Haus von Gabriel Garcia Marquez vorbei, alles geht schnell, es war das Rote.

Blick aufs moderne Cartagena ©Chrysostomou

Wir schlendern durch die Gassen, die Stadt hat etwas Malerisches, bunte Fassaden mit Blumen auf dem Balkon. Viele Kirchen, die mittags noch geschlossen sind. Auf den Straßen bewegen sich Motorräder, Autos, Pferdekutschen und viele Menschen. Es ist eine schöne Stimmung. Es gibt unzählige Schmuckläden, ein teures Überangebot für Kreuzfahrttouristen. Es gibt sehr schöne geflochtene Taschen, das passt alles nicht in den Koffer. Ich merke mir die Kirche Pedro Claver und kehre am Nachmittag dorthin zurück.

San Pedro Claver Kirche ©Chrysostomou

 

“San Pedro Claver empfängt die Sklaven am Strand” gemalt von Galarza 1949 ©Chrysostomou

Pedro Claver war ein spanischer Jesuiten Priester, der als der Schutzpatron der Sklaven gilt. Cartagena war nicht nur der Umschlaghafen für Bodenschätze, sondern auch der Hauptknoten für den Sklavenimport aus Afrika. 10.000 wurden jährlich nach Cartagena gebracht, Arbeitskräfte für die Gold- und Silberminen, ein Drittel starb auf dem Weg. Claver war am Ende Teil des Systems, er hat die Sklaven christianisiert und seelisch und medizinisch betreut. Im schönen Klosterbau neben der San Pedro Claver Kirche finden sich viele Gemälde, die sein Wirken zeigen, gemischt mit vielen anderen Bildern sakraler Kunst.

Graffiti in einer Seitengasse ©Chrysostomou

Als ich das Gebäude verlasse, ist die Kirche nebenan offen. Ich tappe langsam hinein. Es findet eine Hochzeit statt. Sie haben sich gerade das Ja Wort gegeben. Ich höre den Pfarrer noch sagen „hasta la muerte“, bis dass der Tod Euch scheidet. Dann küsst sich das Brautpaar. Es sind beide in weiß gekleidet. Ich eile zum Casa Cultural Colombo-Alemana, wir werden von der patenten jungen Leiterin Anita Thirkettle empfangen, die Klartext redet. Sie erzählt uns nicht nur von Humboldts Versuchen Cartagena zu erreichen, sondern auch von vielen Problemen der modernen Stadt. Ihre Mission: jungen Schülern aus schwierigen Verhältnissen und unter großer Hitze mit humorvollen Methoden Deutsch beibringen. Kein einfaches Unterfangen. Das Kulturzentrum gehört übrigens zur Organisation der Goethe-Institute. Es gibt in dieser Stadt noch viel zu entdecken. Später am Abend führen mich meine Schritte in eine Gasse voller Graffiti und kleinen Cafés. Noch einmal Kaffee trinken in Cartagena. Vielleicht komme ich ja wieder.

Cartagena in Weihnachtsbeleuchtung ©Chrysostomou

 

Antigoni Chrysostomou, ZEIT-Reisende

Tag 7: 1.Januar 2020

Von Havanna nach Cartagena

Es ist Neujahr 2020. Eine schöne Zahl. Ein neues Jahrzehnt. Neujahr über den Wolken. Wir fliegen hoch, die vielen kleinen Schönwetterwolken hängen tief. Sie liegen fast auf ihrem Schatten im Wasser. Es ist das Wasser des Atlantiks. Wir fliegen von Havanna nach Bogotá. In meinem Kopf noch die Bilder aus letzter Nacht. Silvester in den Straßen von Havanna. Musik und Tanz und Lebensfreude. In der Casa de Son, der besten Tanzschule der Stadt, tanzten uns junge Frauen und Männer aus Havanna bei pulsierenden Rhythmen in das Neue Jahr hinein. Ihre Körper immer im Fluss der Bewegung voller Kraft und Eleganz. Ihre Schritte leicht und beschwingt und schnell und lebendig. Ein wunderschöner Tanz, der Son.
An Silvesterabend waren alle Häuser offen und die Menschen auf der Straße. Der Blick ins Wohnzimmer war frei. Der Blick in die langen schmalen Eingänge und die dahinter liegenden Hinterhöfe auch. So wurde der größte Widerspruch der Stadt in einem Bild sichtbar. Ein Haus ist nicht ein Haus. Es ist ein Denkmal, ein alter Palast, eine Ruine, ein Unterschlupf, eine Behausung, ein Dach über dem Kopf. Das Glück der Kubaner kommt vom Herzen und hängt nicht vom Wohnraum ab. An den Bauten der Stadt ist die Zeit entweder stehen geblieben oder hat deutliche Spuren hinterlassen. Prachtvolle Exemplare kolonialer Architektur, die wir als schön zu bewerten gelernt haben, tragen genug abgeblätterte Farbe in Pastelltönen, um fast so etwas wie Nostalgie zu wecken. Nachgestrichen wird meist in stärkeren Farben. Und immer wieder fährt ein rosaroter Oldtimer an einem vorbei. Eine vage Erinnerung an Postkartenmotive kommt hoch. Flair ist eben nur ein Ausschnitt von Wirklichkeit. Jetzt habe ich das wirkliche Havanna gesehen. Das ist auch Entdecken. Etwas zur eigenen Wirklichkeit machen. Das Entdecken hat gerade erst begonnen. Über den Wolken wird mir das Ausmaß der Reise nochmals bewusst, als ich über die Länge stolpere, die wir nach der Landung per Bus in den nächsten Wochen zurücklegen werden. 5000 Kilometer. Als nächstes Land Kolumbien und unser heutiges Ziel, Cartagena, Unesco Welterbe.

Zwischenlandung in Bogotá

 

Über dem Atlantik

Antigoni Chrysostomou, ZEIT-Reisende

Tag 6: 31.Dezember 2019

Von Trinidad nach Havanna

Jahresausklang und Salsaparty in Havanna

Zurück mit dem Bus von Trinidad nach Havanna, allmählich wird das Ein- und Auschecken zur Routine, auch das Ein- und Auspacken. Alles ist perfekt organisiert, und die Kubaner gleichen die eine oder andere Imperfektion mit ihrer herzlichen Hilfsbereitschaft aus.

Fährhafen in Havanna ©Mücke

Wo Humboldt mit dem Schiff reiste, fliegen wir, so erklärt sich, dass wir seine 60-Monate-Reise in 60 Tagen absolvieren. Zurück im Zentrum von Havanna war der Empfang der deutschen Botschafterin in Kuba Heidrun Tempel und des Botschafters in Mexiko Peter Tempel der erste Silvester-Höhepunkt, beide stecken voll in der Humboldt-Thematik drin und verstehen es hervorragend, die kulturpolitische Bedeutung von Humboldt in den Ländern hier einzubringen.

Silvesterempfang ©Mücke

Der Empfang und die Diskussion mit Heidrun und Peter Tempel war auch ein würdiger Abschluss des Humboldt-Jubiläumsjahres 2019. Um nicht ganz ungelenkig rumzustehen, wenn ganz Havanna in das neue Jahr hineintanzt gab es vor dem großen Silvesterdinner noch einen kleinen Crashkurs im Salsatanzen von einem der renommiertesten Salsalehrer in Kuba.

Salsa Crashkurs ©Mücke

Wir hatten großen Spaß dabei, und der Tanzlehrer viel Geduld mit uns. Ade Humboldt-Jahr 2019, willkommen 2020 mit weiterhin vielen Einblicken und Erlebnissen, die wir Alexander von Humboldt verdanken.

Silvesterdinner ©Mücke

Burkhard Mücke, ZEIT-Reisender

Tag 5: 30.Dezember 2019

Humboldt in Trinidad und wir auch!

Auch heute ließ uns Humboldt nicht los. Zuerst ging es rein nach Trinidad, eine Stadt voll mit Geschichte und Geschichten, aus ihrer früheren spanischen Epoche und natürlich auch aus der Humboldt-Ära. Das Haus, in dem Baron Alexander, wie man ihn hier nennt, einen Tag wohnte, steuerten wir zuerst an. Darin befindet sich nun eine Humboldt-Galerie.

Humboldt-Galerie ©Mücke

 

Dann gleich um die Ecke der Palast, in dem sich Humboldt 1801 von Kuba verabschiedete, heute ein kleines archäologisches Museum.

Archäologisches Museum
(rechts) ©Mücke

Bummeln in Trinidad stand im Programm, was ich wortwörtlich nahm und in einem Restaurant hinter dem Museum verschwand und beim Schweineaufspießen für den Grill zuguckte, sorry liebe Vegetarier!

Schweinegrill ©Mücke

Mittags gab es ein vorzügliches Essen nahe Trinidad bei einer kleinen, privaten Farmerinitiative, alles aus eigenem Anbau, Huhn vom feinsten, verschiedene Wurzelgemüse, und köstliche Früchte, Mango, Papaya, Ananas, Zuckermelone, Pitahaya, und natürlich Guave.

 

Mittag auf dem Bauernhof ©Mücke

Schließlich fuhren wir zur Mündung des Flusses Rio Guaurabo, wo Humboldt am 14. März 1801 landete. Peter Korneffel trug die entsprechenden Passagen aus Humboldts Kuba-Tagebuch vor. Pekos Humboldt-Vorlesungen sind für mich stets die kulturellen Highlights dieser Reise. Für jeden Ort und jeden Anlass findet er die richtigen Stellen in Humboldts unerschöpflichen Schilderungen.

Lesung am Rio Guaurabo ©Mücke
Rio Guaurabo ©Mücke

Abends dann ließ ich die Rumverköstigung ausfallen und begab mich lieber nach Trinidad, zum Schweinegrill, es schmeckte vorzüglich, – und landete dann nach ausgiebiger Rumstreunerei in einer Salsabar. Beim Taxibestellen gab es eine kleine Überraschung, ein Motorrad fuhr vor, eher ein Moped, – eine Fahrt in dunkler Nacht, ich guckte nach oben, ein Himmel voller Sterne!

Burkhard Mücke, ZEIT-Reisender

Tag 4: 29. Dezember 2019

Von Havanna nach Trinidad

»Die Sklaverei ist ohne Zweifel das größte aller Übel, welche die Menschheit gepeinigt haben«

Alexander von Humboldt

Heute ist unser Ziel Trinidad. Wir verlassen Havanna und fahren auf der Autobahn, die heute am Sonntag fast autofrei ist. Zunächst besichtigen wir die Provinzhauptstadt Cienfuegos, die Perle des Südens, die an einer geschützten Bucht liegt. Neoklassizistische Bauten, prächtige Kolonialarchitektur mit französischem Flair zeugen vom einstigen Reichtum der Zuckerbarone, auf deren Zuckerrohrplantagen der spanischen Kolonie Heerscharen von Sklaven von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang ihr hartes Tagewerk verrichteten. Durch den Anschluss an das kubanische Eisenbahnnetz wurde die Stadt zum wichtigsten Zuckerhafen des Südens.

Theater Tomas Terry in Cienfuegos © Mücke

 

Cienfuegos: Der Löwe als Zeichen des Wohlstands © Mücke

 

Cienfuegos: Koloniale Architektur © Chrysostomou

Das historische Zentrum wurde 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. Da das klassizistische Theater Tomas Terry derzeit restauriert wird (wie so viele andere Gebäude im Ort auch), konnten wir nur einen kurzen Blick hineinwerfen. Gegenüber liegt der kleine Stadtpark mit seinen zahlreichen Schatten spendenden Bäumen und seinem Musikpavillon, wo die hohen Herrschaften in kolonialen Zeiten klassische Musikkonzerte genießen konnten.

Der US-amerikanische Zuckerbaron Atkins gründete den Botanischen Garten, wo wir eine einstündige kompetente Führung hatten und uns einige der zirka 2.000 einheimischen und ausländischen Pflanzen erklärt wurden. Zum Beispiel der Kanonenkugelbaum, Ficus Benghalensis, Nussbäume, der Leberwurstbaum. Anschließend kamen wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang in unserem All-Inklusive-Hotel am Strand in Trinidad an, wo uns ein
Willkommenstrunk serviert wurde. Einige nutzten noch die Gelegenheit für ein Bad im warmen karibischen Meer am lang gezogenen Strand des Hotels.

 

Eine von Tausenden Palmenarten © Chrysostomou

 

Ficcus Benghalensis ©Chrysostomou

Steffi Heussi, ZEIT-Reisende

Tag 3: 28. Dezember 2019

Auf Kuba

Unsere Etappe führt uns mit dem Bus in Richtung der Provinz Mayabeque nach Güines. Auf der Autobahn, wo wir nicht nur Radfahrern, Kühen, Hühnern und Ochsenkarren begegnen. Alexander von Humboldt reiste um 1800 in Begleitung eines Zuckerbarons und seines Hausherrn auf dieser Route, wo es zwischen 1779 und 1845 viele Zuckersiedereien gegeben hat. Diese Zuckerindustrie war nur möglich mit eingeführten Sklaven sowie der Maschinerie aus England. Von Peko (Peter Korneffel) erfuhren wir, dass Alexander von Humboldt Vorschläge gegeben hat über die Technik, um die Industrie effizienter zu gestalten, um Holz zu sparen, und die Lebensbedingungen der Sklaven zu verbessern. Er war auf seinen Entdeckungsreisen über die Zustände der Sklaverei sehr entsetzt. Auch hat er sich früh über Veränderungen der Natur durch den Menschen Gedanken gemacht. Humboldt sagte: „Durch sinnloses weiteres Abholzen der Wälder werdet ihr Euer eigenes Grab schaufeln.“

In dieser Gegend machte er Studien über die Königspalme und Untersuchungen über die Kalksteinhügel. Von einem jungen enthusiastischen Einheimischen wurden wir in eine Kalksteinhöhle geführt, uns wurde ein schmackhaftes Mittagessen in Bambuskörbchen serviert. Wir erfuhren über ein Projekt der einheimischen Gemeinschaft, mehr Besucher auf Humboldts Spuren in das Gebiet Loma de Candela zu bringen.

Zur Ehrung des jungen engagierten Projektverantwortlichen überreichte Peko ein Ersttagsblatt der Humboldt Briefmarke zum 250. Geburtstag, erschienen am 5.9.2019. Im Museum in Regla erfuhren wir von der Santeria, der afrokubanischen Religion. Mit der Fähre nach Havanna zurückgekommen, besuchten wir den Fotografen Sven Creutzmann, dessen vorgestellter neuer Bildband über Havanna sehr beeindruckte. Damit schlossen wir einen spannenden Reisetag ab.

© Antigoni Chrysostomou

 

© Antigoni Chrysostomou

 

© Antigoni Chrysostomou

 

© Antigoni Chrysostomou

 

© Antigoni Chrysostomou

Steffi Heussi, ZEIT-Reisende

Tag 2: 27. Dezember 2019

Casa Humboldt | Das alte Havanna

»Ich fand die Nordspitze des Kaps unter 87° 17´ 22″, oder 2° 34´ 14″ ostwärts vom Morro von Havanna gelegen«

Alexander von Humboldt

Zum Start in den Tag begrüßt uns die Sonne, die von einem wolkenlosen Himmel schon am frühen Morgen herunterbrennt. Nach dem etwas frugalen, aber schmackhaften Frühstück, das einen ersten Hinweis auf die kubanische Mangelwirtschaft gibt, erwartet uns in der Casa Museo Humboldt der Leiter des neu gestalteten Kulturhauses. Nur wenige Tage zuvor eröffneten Peter Korneffel und David Blankenstein hier eine vom deutschen Außenministerium geförderte Dauerausstellung. Kenntnisreich führt uns der Kurator Peter »Peko« Korneffel durch die Ausstellung, die »dem zweiten Entdecker Kubas« gewidmet ist, als der Humboldt von den Kubanern verehrt wird.

Anschließend geht es zu Fuß durch die Altstadt, La Habana Vieja. Seit sie 1982 zum Unesco-Weltkulturerbe erhoben wurde, verwandelten sich mehr als 900 verfallene arkadengeschmückte Herrschaftshäuser und koloniale Paläste in ein nahezu perfekt wirkendes Freiluftmuseum mit Straßencafés und Restaurants rund um die vielen Plätze, wie den vor der Kathedrale. Gerade erst am 16. November hat Havanna mit einem rauschenden Fest und großem Feuerwerk sein 500-jähriges Stadtjubiläum gefeiert. Doch schon eine Straßenecke weiter schreitet der Verfall oft fort und ist kaum aufzuhalten. Und zeugt doch vom Lebensmut und dem Optimismus, den viele Habaneros und Habaneras ausstrahlen. So wie im Palacio O‘Reilly nahe der berühmten Placa Vieja, wo Humboldt längere Zeit zu Gast war.

Heute bewohnen zehn Familien das ehemalige Herrenhaus, Wasser- und Stromleitungen laufen quer über Wände und Balkone. Wohnraum ist knapp in Havanna. Auf engstem Raum leben heute Dutzende dort, wo in kolonialen Zeiten eine Familie wohnte.
 
Weiter führt uns unser Weg in die Akademie der Wissenschaften, wo uns vor der Büste des großen deutschen Forschers eine Delegation mit einigen kurzen Vorträgen stolz über die Geschichte und die  Erfolge Ihres Instituts berichten. Sie können es kaum glauben, dass wir tatsächlich eine 60 Tage lange Reise auf Humboldts Spuren unternehmen. Wie unermesslich reich müssen wir in ihren Augen sein?

Natürlich ist eine Fahrt im Oldtimer-Cabriolet über den Malecon zum Sonnenuntergang ein Heidenspaß. Unser knallroter 59 ger Pontiac gibt alles. Die schwarzen Rauchwolken aus dem Auspuff lassen uns für einen Moment alle Klimadiskussionen vergessen. Unser erstes Dinner in Havanna nehmen wir auf einer Terrasse auf der anderen Seite des Flusses ein – mit einem traumhaften Blick, über die Hafeneinfahrt von Havanna, wo Alexander von Humboldt am 19.12.1800 zu seinem ersten Kubabesuch landete. Auch Humboldt hörte an seinem ersten Abend in Havanna schon den Kanonenschuss, der alltäglich um 21 Uhr am Flussufer abgefeuert wird.

© Antigoni Chrysostomou

 

© Antigoni Chrysostomou

 

© Antigoni Chrysostomou

 

© Antigoni Chrysostomou

 

© Antigoni Chrysostomou

Bernd Loppow, ZEIT REISEN

Tag 1: 26. Dezember 2019

Von Deutschland nach Havanna

 »Wenn man etwas Großes vorhat, muss man es gleich beginnen.«

Alexander von Humboldt

Heute ist ein besonderer Tag. Heute endet die Zeit des Wartens, der Vorbereitung und der Vorfreude auf die große Reise, die nun beginnt. Heute werden wir über den Atlantik fliegen, zum Start unseres großen, einzigartigen Abenteuers: In 60 Tagen werden wir Alexander von Humboldts legendärer Reise folgen, die ihn 60 Monate durch sechs Länder Amerikas führte. Bereits in den frühen Morgenstunden werden an den Flughäfen in Hamburg und Berlin, Frankfurt, München, Zürich und anderenorts die Koffer eingecheckt zum Flug nach Madrid, von wo aus uns Iberia in elfeinhalb Stunden nach Havanna bringt.

Bei der Ankunft am frühen Abend erwartet uns Peter Korneffel am Flughafen, der diese Reise für die ZEIT komponiert hat und unsere Gruppe von 30 Reiseteilnehmerinnen als Humboldt-Experte und Expeditionsleiter bis zum Reiseende nach achteinhalb Wochen am 21. Februar in Washington begleiten wird. Und auch die Kubanerin Yami Rodriguez, unsere Reiseleiterin für die nächsten sechs Tage, steht mit dem ZEIT-Schild hinter der Kofferausgabe. Mit dem Bus fahren wir durchs dunkle Havanna bis zur Placa San Francisco, von wo wir durch erleuchtete Altstadtgassen zu unserem Hotel Raquel laufen, unserer Herberge für die ersten beiden Nächte. Schon nach wenigen hundert Metern registrieren wir die Kontraste Kubas, die uns durch die nächsten Tage begleiten werden: Zwischen ganzen Zeilen wunderbar restaurierter Stadthäuser und Paläste aus kolonialer Zeit mit ihren kunstvoll angestrahlten Fassaden finden sich vereinzelt heruntergekommene Ruinen, die augenscheinlich seit Jahrzehnten keinen Handwerker mehr gesehen haben. Und was für ein Kontrast zum Winter in Deutschland: Trockenwarme Luft begleitet uns bis zu unserem Jugendstilhotel aus dem Jahr 1908. Noch schnell einen zuckersüßen Empfangscocktail und und ein kühles kubanisches Bier an der Hotelbar, dann fallen wir nach der langen Anreise müde ins Bett.

 

© Bernd Loppow

 

© Bernd Loppow

 

© Bernd Loppow

 

© Bernd Loppow

 

© Bernd Loppow

Bernd Loppow, ZEIT REISEN

WIR STELLEN VOR

Ihre Reisebegleitung

 

Peter Korneffel wurde 1962 in Münster geboren und arbeitet als Autor und Journalist. Seine Spezialthemen sind Ecuador und die Galápagos-Inseln sowie Alexander von Humboldt und die Biermanufakturen in Berlin. Seine Reportagen erschienen u.a. bei Geo, Mare und DIE ZEIT. Seit 2008 ist er Autor des Reise-Handbuchs »DuMont Richtig Reisen: Ecuador – Galápagos-Inseln«.

Als vortragender Expeditionsleiter und Entwickler von ZEIT REISEN ist Peter Korneffel seit 2002 tätig. Reiseschwerpunkte sind dabei das Hochland Ecuadors und der Galápagos-Archipel. Für seine große MARE-Reportage »Krieg in den Mangroven« wurde Peter Korneffel 2000 gemeinsam mit dem Magnum-Fotografen Alex Webb mit dem Hansel-Mieth-Preis für eine der besten deutschsprachigen Reportagen des Jahres ausgezeichnet. 2001 bekam Peter Korneffel den Medienpreis Entwicklungspolitik vom Bundespräsidenten verliehen. Peter Korneffel lebt heute in Berlin. Von dort reist er regelmäßig nach Lateinamerika. Privat ist er leidenschaftlicher Segler, Taucher und Radfahrer sowie Anhänger des Fußballvereins VfL Bochum. 2016 erschien sein Szeneführer zu den »Biermanufakturen in Berlin« in 2. Auflage; Im September 2017 erschien sein neuestes Buch über die Humboldts in Berlin.