Per Rad und Schiff durch das alte Habsburger Reich

von Jens Barklage

Kakanien – so benannte der Schriftsteller Robert Musil in sarkastischer Respektlosigkeit das Konstrukt der österreichisch-ungarischen Monarchie (von »k.u.k.« für „kaiserlich“ und »könglich«), dessen Kaiser UND König ein Habsburger war. Das Scheitern des Vielvölkerstaates war für Musil in den 20er Jahren schon absehbar, aber bis dahin... – welch eine Erfolgsgeschichte für dieses Adelsgeschlecht! Ironischerweise lag die namensgebende »Habsburg« im heutigen Schweizer Kanton Aargau, so dass man diese Familie, deren Name wie kaum etwas anderes für Österreichs kaiserliche Glanzzeit steht, eigentlich als ausländische Fremdherrscher bezeichnen könnte.
»Tu felix Austria... heirate«. Mit diesem Leitsatz brachte Maximilian I. die Habsburger auf die Erfolgsspur und seine Nachkommen auf fast alle Throne Europas! Sogar in Südamerika und den Philippinen unterhielten sie Herrschaftsdependancen.

Auf dieser Donau-Reise spüren Sie überall, dass die Erinnerung an das alte Kaiserreich noch immer höchst lebendig ist. Nachdem die Völker sich im letzten Jahrhundert nicht schnell genug voneinander trennen konnten, begreifen sie nun – nach dem Fall des Eisernen Vorhangs – die Donau und die gemeinsame Historie als verbindendes Band ihres Kulturraums und ihrer Nationen. Die postkommunistischen Staaten haben sich auf diese Vergangenheit rückbesonnen, um ihre Donaumetropolen zu verschönern und mit kaiserlicher Nostalgie beim Publikum zu punkten. Zum Beispiel Bratislava: Von außen gibt sich die Stadt noch spröde sozialistisch, aber im Innern strahlt das alte Pressburg wieder – frisch renoviert  – den unwiderstehlichen Charme der k.u.k.-Zeit aus. Großzügige Flaniermeilen, reich verzierte Bürgerhäuser, gepflegte Plätze und Kaffeehäuser, in denen Kuchenträume wahr werden. Fast wie bei Sacher in Wien!

Die Radkreuzfahrt von ZEIT REISEN und terranova führt durch den Kern des Habsburgreichs. So wie sich einst Sissi auf der Donau gemächlich ihrem kaiserlichen Bräutigam entgegen treiben ließ, so gleiten auch wir von Passau über die Donauwellen bis nach Wien. Nur dass wir sogar über Wien hinaus bis nach Budapest kommen und auf dem modernen Kreuzfahrtschiff von A ROSA BELLA noch luxuriöser wohnen und speisen als die angehende Kaiserin damals.
Vor dem ersten Ablegen in Passau fremdeln wir zunächst mit der Donau und folgen dem Inn. So wie wir hier auf den Uferradwegen munter zwischen Österreich und Bayern hin- und herwechseln können, wechselten sich früher im Innviertel die Herrschaft der Bayern, Habsburger und des Fürstbischofs von Passau ab.

Fahrradfahren durfte Sissi wahrscheinlich auch nicht; das verbot mit Sicherheit das steife Spanische Zeremoniell am Hof in Wien! Für uns jedoch stehen an jedem Ankerplatz schon die Räder bereit, um gemütlich durch die reizvollsten Landschaften am Fluss zu radeln.
Nichts ist bequemer, als nach einem erlebnisreichen Rad-Ausflug »nach Hause« zurückzukehren, in eine behagliche Kabine. Unser Zimmer reist praktischerweise immer mit uns mit. Abends ist der Weg ins bordeigene Restaurant nicht weit, wo man entspannt das Abendessen und ein Gläschen Grünen Veltliner genießen kann, während vor den Fenstern Kakanien« vorbeischwimmt. Felix Austria!
Radeln Sie selbst durchs k.u.k.-Land – auf unserer ZEIT-Reise auf und entlang der Donau.