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Reisebericht »Wildromantisches Bulgarien«

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Von: ONE WORLD-Mitarbeiterin Alissa Kling

Abgesehen von der touristisch stark frequentierten Schwarzmeerküste hört man wenig von Bulgarien als Reiseland. Kenner schätzen das reiche Kultur- und Naturerbe. Die von Griechen, Römern und Osmanen geprägte Geschichte des Landes reicht weit in die Antike zurück.

Im August 2015 machte ich mich mit unserem bulgarischen Reiseleiter Julian Dimitrov auf den Weg nach Bulgarien, um das Land selbst kennenzulernen und vor Ort eine gemeinsame Gruppenreise für ZEIT Reisen und ONE WORLD Reisen mit Sinnen auszuarbeiten.

Ein paar meiner persönlichen Highlights stelle ich Ihnen gerne vor:

Sofia erlebe ich als kontrastreiche Stadt. Alte orthodoxe Kirchen befinden sich neben Moscheen aus osmanischer Herrschaft. Dazwischen stattliche Gebäude wie das Nationaltheater Ivan Vasov und prächtige Denkmäler aus sozialistischer Zeit. Moderne Geschäfte und internationale Restaurants stehen im Gegensatz zu heruntergekommenen Plattenbauten am Stadtrand. Besonders fasziniert mich, dass die Sofioten beim Straßenbau immer wieder auf Ruinen des alten Serdika stoßen, wie die Stadt hieß, als sie vor 7000 Jahren gegründet wurde.

Das Rila Kloster gilt als das Nationalheiligtum Bulgariens. Es liegt inmitten bewaldeter Hügel in einer mittelalterlichen Festung. Gegründet wurde es im 10. Jahrhundert von den Schülern des heiligen bulgarischen Einsiedlers Ivan Rilski. Im Laufe der Zeit entwickelte es sich zum geistigen und kulturellen Zentrum in Bulgarien. Dieser Ort strahlt auf mich gleichermaßen Besinnlichkeit und Lebendigkeit aus.

Ein interessantes Beispiel, wie alte Traditionen mit heutigem Tierschutz in Verbindung stehen, stellt für mich das Bärenreservat Dancing Bears Park dar. Die Tanzbärenhaltung hat bei den Roma-Familien eine lange Tradition. Braunbären wurden Zähne und Krallen herausgerissen und ein schwerer Metallring durch die Nase geführt, um die Tiere kontrollieren zu können und vor Publikum zum Tanzen zu bringen. Seit 1998 ist diese Methode in Bulgarien verboten. Die österreichische Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ hat die Bären aus der Gefangenschaft befreit und ein Reservat eröffnet, das ihnen einen friedlichen Lebensabend bieten soll. In der freien Wildbahn würden sie nicht überleben.

Einen wichtigen Teil der bulgarischen Kultur lerne ich live in Plovdiv kennen. Im römischen Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert findet am Tag unseres Besuchs ein Folklore-Fest statt: Bulgaren, Mazedonier, Serben und Türken präsentieren in farbenfroher traditioneller Kleidung Musik und Tänze ihres Landes.

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Die Bulgaren habe ich während meiner Reise als sehr gastfreundlich kennengelernt. Trotz der Sprachbarriere, die abgesehen von den Städten Sofia und Plovdiv, ständig präsent war. So auch eines Abends, als wir das Haus von Julians Freunden Georgi und Stefka in Dobrinishte erreichen. Die beiden sprechen kein Englisch. Julian ist unser Übersetzer. Georgi spricht mich immer wieder direkt an. Zunächst finde ich dies gewöhnungsbedürftig. Denn ich verstehe doch kein Bulgarisch. Vorsichtig luke ich hinüber zu Julian, der mir übersetzt. Obwohl ich Georgis Worte nicht verstehe, kommen seine Worte an und ich spüre seine Herzlichkeit. Ein Verstehen mit allen Sinnen.

Die Gasthäuser, in die wir einkehren, haben selten eine englische Speisekarte. Und so ließ ich mich von Julian beraten, um möglichst viel der einheimischen Küche kennenzulernen. Darunter die Bohnensuppe Bob-Tschorba, fangfrische Forelle, Schopska-Salat mit dem typischen bulgarischen Weißkäse oder das Gebäck Mekiza – die bulgarische Küche ist so vielfältig wie das Land selbst. So frisch wie hier auf dem Land, wo die Wirte ihre Produkte aus dem eigenen Garten oder denen des Nachbars zum Kochen verwenden, habe ich lange nicht mehr gegessen.

Die kurze, aber sehr intensive Reise hat mir viele Eindrücke in ein Land beschert, das noch viele unentdeckte Seiten hat. Begeistert hat mich die Mischung aus Geschichte, Natur- und Bergwelt, sowie Traditionen, die das Land ausmacht. Ich hatte das Glück mit einem Einheimischen unterwegs zu sein, der noch einmal ganz andere Türen in seinem Land öffnet als Fremde es könnten.

Mit vielen Ideen im Gepäck für unsere neue Gruppenreise und einer Auswahl an Hotels, die in das gemeinsame Konzept von ZEIT Reisen und ONE WORLD passen, kehrte ich in unser Dortmunder Büro zurück.

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