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Reisebericht Myanmar

Gibt es noch ein Land, indem man das Gefühl hat, die Menschen sind glücklich? Nicht so zu verstehen, wie man früher meinte, es gäbe in Afrika die glücklichen Wilden. Nein, es scheint, dass das Leben noch eine besondere Qualität haben kann. Wo? In Myanmar. Dies ist der Haupteindruck, den ich von meiner Reise zurück in ein besorgtes Europa dankbar mitgebracht habe.

Mönch oder Nonne sein können nur auf Bedarf, ob spirituell oder familientraditionell, für ein paar Monate oder Jahre. Welch eine Leichtigkeit im Umgang mit der Religion. Morgens gehen sie los mit ihren Schalen und jeder der kann, spendet Essen. Eine Tradition und eine Ehre. Gutes Karma wird erhofft. Ebenso wie durch das Freilassen kleiner Vögel, die in geflochtenen Käfigen sitzen. Das habe ich mir doch nicht nehmen lassen. Mindestens ein Vögelchen, um mir ein gutes Karma für die Reise zu sichern.

Über den Markt laufen, sonderbares Obst und Gemüse gucken, probieren, von mit Tanaka eingeriebenen Gesichtern angelächelt zu werden, ohne Aufdringlichkeit. Ein Foto von Euch? Ja, aber auch ein Foto mit mir.

Die Pagoden, unzählig, mit Goldblättchen beklebt, wie auch die Buddhafiguren. Tonnenweise Gold, erstaunlich. Besonders beeindruckend in ihrer Größe und Vielfalt der Bauten ist die Shwedagon Pagode in Yangon. Wenn man seinen Geburtswochentag kennt, kann man die entsprechende Figur finden, sie waschen und erfahren zu welchem Wochentag man am besten passt. Pagoden können auch bestiegen werden, in Bagan, um den Sonnenuntergang zu geniessen. Aber diese sind natürlich nicht aus Gold.

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Eine Bootsfahrt auf dem Inle See, aber möglichst mit dem kleinen, wo nur 2 hineinpassen, und dann durch die schwimmenden Gärten. Da werden im Wasser Tomaten, Gemüse und Blumen angepflanzt. Besichtigung einer Weberei. Hätte gerne ein paar Stunden da mitgemacht, an dem Spinnen der Fäden, bei der Auswahl der Muster und beim Weben auf diesen fantastischen alten Webstühlen, die so schöne Stoffe hervorbringen. Ja, die traditionelle Kleidung ist hier der ‘Rock’ für Männer und Frauen.

Das Essen ist abwechslungsreich, trotz dem tagtäglichen Reis. Viel Gemüse, Huhn, Schweinefleisch und Fisch in verschiedenen Zubereitungen. Mal scharf, mal nicht so. Oft mit Ingwer und Knoblauch gewürzt. Grünen Tee gibt es immer und auch Obst zum Nachtisch.

Transport, ein Kapitel für sich. Flüge zu kreativen Zeiten, mal früher, mal später, aber immer irgendwie. Fahrradfahren in Bagan, unbedingt, Bootsfahrten, mit dem Zug, dem Bus oder der Pferdekutsche, alles möglich und interessant in jeder Hinsicht.

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Am Schluss noch etwas Wellness? Ab nach Ngapali an den Strand. Viel Sand und Sonne, wenig Touristen. Massage am Strand, Schwimmen im warmen Golf von Bengal, sich auf die Rückkehr vorbereiten. Aber vorher noch einmal früh aufstehen, vor Sonnenaufgang. Zu Fuß 20 Minuten am Strand entlang zum Fischerdorf, wo die Boote vollbeladen mit Fischen ankommen. Da wird geschleppt, sortiert und der erste Reis gegessen. Plötzlich geht auch die Sonne auf und bringt die im Wasser stehende Pagode zum Glühen. Dann zurück durchs Dorf, wo schon die Mönche sich ihr Essen holen, die ersten Fische zum Verkauf ausgelegt sind und auch alles mögliche angeboten wird.

Viele schöne Erinnerungen für die kalte Zeit.

Myanmar, viel mehr, als nur ein Land der Pagoden, obwohl es so viele gibt, dass ich schließlich aufgehört habe zu zählen.

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