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Die Geschichte von China ab Mitte 1700 bis Anfang 1800

Unter der Quing-Dynastie erlebte China im 18. Jahrhundert seine größte territoriale Ausdehnung. Kultur und Wirtschaft erlebten einen Aufschwung, der bis zum Ende des Jahrhunderts anhalten sollte.

In den Jahren 1643-1911 herrschte die Dynastie der Quing über das Kaiserreich. Das Oberhaupt der Familie, Nurhaci, geboren 1559 und 1626 gestorben, vereinigte das Volk der Mandschu im Nordosten Chinas unter seiner Herrschaft und baute dessen militärische Macht kontinuierlich aus. Der chinesische General Wu Sangui öffnete 1641 den Mandschu den Weg nach China, um die aufständischen Bauern und Rebellen zu besiegen, welche die Ming-Dynastie zu Fall gebracht hatten. In den ersten Jahren der Herrschaft des Quing-Kaisers Shunzi, 1643-1661, setzten die Mandschu ihre Fremdherrschaft in ganz China durch. Das Land erlebte eine neue kulturelle und wirtschaftliche Blüte unter dem Kaiser Kangxi, dessen Herrschaft von 1661-1722 reichte. Die Landwirtschaft entwickelte sich. Wissenschaft und Kunst wurden von Kangxi gezielt gefördert. Der Handel mit Luxusgütern wie Porzellan, Tee und Seide expandierte. Schätzungen gehen davon aus, dass im 18. Jahrhundert die Europäer für chinesische Luxuswaren über die Hälfte der 400 Millionen Silber-US-Dollar ausgaben, welche aus den amerikanischen Kolonien stammten. Die Chinesen akzeptierten als einziges Zahlungsmittel Silbermünzen im Fernhandel. Für die Durchsetzung ihrer Herrschaft benötigten die Quing gelehrtes Personal, die sie aus der Beamtenschaft der Ming-Zeit rekrutierten. Die Ausbildung von neuen Beamten erfolgte im Geist des Konfuzianismus, der eine sittliche und ideologische Herrschaft der Mandschu legitimieren sollte.

Daten & Fakten
Einwohnerzahl 1,330 Mrd.
Klima Kontinentalklimatisch bis subtropisch
Fläche (km²) 9.571.302
Lage Ostasien
Bev.-dichte 137,6 Einw./ km²
Währung Renminbi (RMB)
Umrechnung (1€=?) 8,815
Beste Reisezeit April-Juni; September-Mitte November
Visum erforderlich? ja
Impfungen erforderlich? nein
Sonstiges Hauptstadt: Peking

Unter dem Kaiser Qianlong, dessen Herrschaft von 1735-1796 andauerte, erreichte das chinesische Kaiserreich seine größte territoriale Ausdehnung. Ende des 18. Jahrhunderts begriff sich China als den kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Mittelpunkt der Welt. Der Außenhandel mit den Europäern war streng reglementiert und nur im Hafen von Guangzhou erlaubt. Die europäischen Mächte drängten auf die Verabschiedung von Freihandelsabkommen, welche ihnen die Chinesen aber verwehrten. Ein Konflikt war hier vorprogrammiert. Die lange Phase der wirtschaftlichen und kulturellen Prosperität bewirkte ein hohes Wachstum der Bevölkerung, die sich zwischen 1740-1843 von 143 Millionen Menschen auf über 430 Millionen verdreifachte.

Die große territoriale Ausdehnung des Reiches überforderte die Zentralregierung zusehends. Ende des 18. Jahrhunderts bewirkte die Bekämpfung von Aufständen finanzielle Engpässe am Hof. Der General Heshen trieb die Abgaben der Bauern mit militärischen Mitteln ein und provozierte Widerstand. In den weit abgelegenen Regionen bereicherten sich die Staatsbeamten an Regierungsgeldern. Gelder, die für den Deichbau an den großen Flüssen vorgesehen waren, wurden veruntreut. Unter der Herrschaft des Kaisers Jiaqing, 1798-1820, kam es zu sieben Überschwemmungen. In der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts kam es immer wieder zu Aufständen am Rande des Reiches und zu inneren Bauernrevolten. Der Opiumkonsum breitete sich immer mehr aus und begünstigte die Korruption und die sittliche Verwahrlosung in der Bevölkerung.