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Fotowettbewerb 2017 – Monatsgewinner Februar

Patrick Funke ist unser Monatsgewinner im Februar. Mit seinem Bild »Jump into Bosporus« in der Türkei konnte er die Jury überzeugen. Lesen Sie hier über die Hintergründe zum Bild.

Jump into Bosporus
»Jump into Bosporus«

Wie ist das Bild entstanden?

Das Bild entstand zur Mittagszeit an einem sonnigen Freitag im Mai in unmittelbarer Nähe zur berühmten Galatabrücke. Ich hatte mir soeben ein Ticket für die große Bosporus-Rundfahrt gekauft und vertrieb mir die Zeit bis zur Abfahrt mit einer leckeren Eiswaffel. Kurz nachdem ich ein sonniges Plätzchen gefunden hatte und die Fischer am Kai von Karaköy bei Ihrer Arbeit beobachtete, erschien ein Gruppe Jugendlicher. Zuerst spielten Sie in Ufernähe Fussball, um sich dann bei geschätzten 30 Grad durch teils waghalsige Sprünge in den Bosporus abkühlten. Ich zögerte nicht lange, fragte die Gruppe zu deren Freude um Fotoerlaubnis und erntete einen regelrechten Wettbewerb in dem die Jugendlichen um den schönsten Sprung wetteiferten.

Was bedeutet das Bild für Sie?

Das Bild gehört für mich zweifellos zu einem der schönsten Schnappschüsse meiner Istanbul-Reise. Zum einen habe ich dadurch Kontakt zu Einheimischen herstellen können, die nach jeder Reihe von Sprüngen die Fotos gemeinsam mit mir am Display auswerteten. Diese ungezwungene und friedsame Interaktion gab mir sogar das Gefühl, kurzfristig dazu zu gehören. Zum anderen verkörpert es genau die Kraft und Dynamik, die auf dieser Reise getankt bzw. vorgefunden habe.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Bild besonders gut?

Dass ich sowohl die Dynamik des Wasserspringers einfangen und gleichzeitig durch dessen ästethische Haltung ein Wahrzeichen der Stadt im Hintergrund in Szene setzen konnte. Noch authentischer wurde der Schnappschuss aufgrund der um die Moschee kreisenden Vögel.

Bitte beschreiben Sie in ein paar Sätzen Ihre Motivation für die Reise und die schönsten Momente:

Die Motivation zu meinem fünftägigen Städtetrip nach Istanbul war das Verlangen nach Fertigstellung meiner Masterarbeit einfach mal komplett abzuschalten. Das Reiseziel wählte ich erst sehr kurzfristig aufgrund einer interessanten TV-Dokumentation und der Neugier die orientalische Kultur/Geschichte hautnah zu erleben. Letztlich war ich auch ein wenig auf der Suche nach meinem eigenen Ich, reiste dementsprechend alleine und konnte während des Ausflug neue Energie für zukünftige Aufgaben schöpfen. Zu den schönsten Momenten zählen für mich die Besichtigung diverser Baudenkmäler dieser pulsierenden Metropole und der beendruckenden Sultanahmet-Moschee im speziellen. Eine weitere tolle Erinnerung sind die netten Bekanntschaften, die ich während meiner Reise machen konnte und das Gefühl, überall willkommen zu sein. Ein weiteres Highlight waren für mich als Hobbykoch die frischen und wohl duftenden Zutaten auf den typisch orientalischen Märkten sowie das verkosten zahlreicher lokaler Spezialitäten.

Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?

Zur Fotografie kam ich durch die Nutzung meiner elterlichen Digitalkamera während eines Zelturlaubs an der Ostsee im Jahre 2006. Das Interesse wuchs stetig und meine Bilder fanden immer mehr Zuspruch bei Familie und Freunden. Mit der Zeit entwickelte sich sowohl meine Ausrüstung als auch das Spektrum meiner Aufnahmen Stück für Stück weiter.

Was bedeutet für Sie Fotografie? Nennen Sie uns Ihre 5 schönsten fotografischen Momente.

Zuerst einmal ist Fotografie für mich neben Sport die liebste Freizeitbeschäftigung. Fotografie ist nicht einfach nur das Drücken des Auslösers, sondern ermöglicht künstlerische Freiheit in nahezu jeder Lebenlage. Egal ob während einer Urlaubsreise, als Ablenkung nach einem anstrengenden Arbeitstag oder bei Großveranstaltungen mit Freunden und Familie, die Kamera schafft es immer wieder meine Sinne zu schärfen. Letztlich ist es die Fähigkeit, Erinnerungen im schnelllebigen Alltag festhalten und durch Momentaufnahmen eine Geschichte erzählen zu können, die Fotografie für mich so einzigartig macht.
Einen sehr schönen fotografischen Moment erlebte ich auf einer Katamaranfahrt vor Madeira. Eine Gruppe von Delfinen hatte uns plötzlich entdeckt und ich konnte die verspielten Meeresbewohner ausgiebig beim Schwimmen ablichten.
Einen weiteren unvergesslichen Moment erlebte ich bei einer nächtlichen Ausfahrt im Großraum des Zion National Parks (USA). Nach Verlassen des Autos stand ich auf einem riesigen Feld und alles was ich sah, war die Milchstraße inmitten von hunderten funkelnden Sternen.
Eine großartige Errinnerung brachte ich von meinem Auslandssemester in Schottland mit nach Hause. Eine Rundfahrt auf den Äußeren Hebriden bei traumhaftem Wetter verschaffte mir Einblicke in eine sehr vielfältige Landschafts- und Tierwelt.
Einen weiteren tollen fotografischen Moment erlebe ich immer wieder aufs Neue. Denn ich könnte jeden Tag Fotos von meinem Havaneser schießen, wenn er völlig unbekümmert und freudestrahlend durch die Natur stolziert oder spielerisch in Szene gesetzt wird.
Nummer fünf meiner schönsten fotografischen Momente ist wahrscheinlich die frühmorgendliche Wanderung entlang der Südseite des Grand Canyon mit einem der schönsten und farbintensivsten Sonnenaufgänge die ich je erlebt habe.

Welche Tipps haben Sie für Einsteiger in das Thema Fotografie?

Ich kann Einsteiger nur ermutigen bei diesem tollen Zeitvertreib immer am Ball zu bleiben, denn das Dasein als Fotograf ist stets durch Höhen und Tiefen gekennzeichnet. Sei es der steigende Anspruch an die eigenen Bilder, der Wunsch nach neuer und teurer Ausrüstung, ein willkürlicher Einflussfaktor wie das Wetter oder (noch) fehlendes Fachwissen. Dabei hilft es mir, die Augen immer offen zu halten und sich durch Literatur, bei Fotokursen, in Internetforen oder auf Fotoausstellungen auf neue Facetten der Fotografie einzulassen. Spätestens der Moment, wenn die eigenen Werke in einem Bilderrahmen oder auf Leinwand Platz gefunden haben, entlohnt für jegliche Anstrengungen.

 

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