Zur Übersicht Berichte

Bhutan, das Kleinod im Himalaya

von Gregor Verhufen
An den südöstlichen Hängen des Himalaya liegt Bhutan, das heute manchmal auch als ein letztes Paradies, „Shangri-la“ bezeichnet wird. Das Land mit der Größe der Schweiz hat China (Tibet) im Norden und Indien im Süden als Nachbarn. Bhutan entfaltet auf kleinem Raum große landschaftliche Vielfalt: Es erstreckt sich von den flachen Gebieten des Südens über die 2500m hohe Kulturlandschaft im Zentrum bis ins Hochgebirge des Himalaya mit seiner atemberaubenden Bergwelt. In Bhutans Verfassung ist verankert, dass zu allen Zeiten mindestens 70% des Naturraumes aus Wald bestehen muss!

Reisebericht_Bhutan1

Die etwa 730.000 Bewohner des Landes teilen sich rund 20 Sprachen, von denen zwei dominant sind: Dzongkha ist mit dem Südtibetischen verwandt und ist vorwiegend im Westen verbreitet während Sharchop zumeist von den Bewohnern des Ostens gesprochen wird. Die ursprünglich aus dem tibetischen Hochland eingewanderten Bewohner der zentralen Landesteile sind Angehörige einer Form des Buddhismus, die als Staatsreligion nur noch in Bhutan existiert. Bei über 20 großen Festen im Jahr kann sich jeder Besucher von der Farbenfreude der buddhistischen Zeremonien überzeugen. Dabei legen die Bhutaner ihre Festtagskleidung an und man kann die Freundlichkeit und Fröhlichkeit der Bevölkerung bewundern. Etwa ein Drittel der Bewohner ist nepalischer Abstammung und lebt als Hindus vorwiegend in den südlichen Landesteilen.
Auch heute noch ist Bhutans Staatsgründer, Shabdrung Ngawang Namgyel (1594-1651), von außerordentlicher Bedeutung für das Land. Praktisch alles, was derzeit von Wichtigkeit im Land ist, wird auf ihn zurückgeführt. So hat er nicht nur die vielen Klosterfestungen („Dzong“) im Land errichten lassen, die heute zur Hälfte aus Distriktsverwaltung und zur anderen Hälfte aus einem Kloster bestehen, sondern er schuf auch erste Landesgesetze, die auch heute noch neben einer reformierten Gerichtsbarkeit, Bestand haben.

Reisebericht_Bhutan

Das ursprünglich von Lamas nach buddhistischen Prinzipien regierte Land wurde 1907 zu einer Monarchie. Erst kürzlich hat der Vierte König die Macht seinem Sohn übergegeben. Damit verbunden bekam Bhutan auch gleich eine eigene Verfassung, in der die Rechte aber auch Verpflichtungen der Bürger festgeschrieben wurden. Die absolute Macht liegt nun nicht mehr in den Händen der Monarchie, sondern wurde einer demokratisch gewählten Regierung überantwortet, die seit 2008 im Amt ist. Dieser Schritt zieht eine Reihe von Veränderungen nach sich, die das Land entwickeln sollen und Bhutans Eintritt in ein neues Zeitalter bewirken.
Faszinierend ist die sogenannte „Philosophie des Bruttonationalglücks“ in Bhutan. Ursprünglich vom Vierten König vorgestellt, soll sie für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen und wird konsequent weiterentwickelt und durch Befragung der Bevölkerung überprüft. Man möchte das Glück der Bevölkerung in allen Lebenslagen sicherstellen!

Reiseberich_Bhutan3

Daneben bleibt die Natur das größte Potential des Landes. Erst kürzlich stellte man fest, dass ein Großteil der Tiere, die anderenorts bedroht sind, in Bhutan beste Überlebenschancen hat: Bis in Höhen von über 4.000 m finden sich in abgelegenen Gebieten z. B. Tiger, Schneeleoparden, Rote Pandabären und weitere seltene Tiere.
Auch Bhutan wandelt sich schnell. Ganz besonders ist das in den Städten zu sehen. Während auf dem Land wie eh und je die Landbevölkerung mit Ackerbau und Viehzucht beschäftigt ist, hat dort neben dem traditionellen Leben auch die Modere Einzug gehalten. Dies drückt sich in vielen Bereichen aus. So kennt man heute beispielsweise moderne Restaurants in der Hauptstadt Thimphu und kann sich kulinarisch verwöhnen lassen.
Auch die Kommunikation ist heute einfacher geworden. Wo man früher tagelang von einem ins andere Tal laufen musste um miteinander zu sprechen, wird heute das Mobiltelefon oder das Internet benutzt. Thimphu hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe neuer und sehr interessanter Museen bekommen, allen voran das mit königlicher Hilfe gebaute große Textilmuseum. Zudem gibt es neue Sehenswürdigkeiten: Eine große Buddhastatue im Westen und eine ähnliche im Osten werden in Zukunft dafür sorgen, dass das spirituelle Wohl der Bevölkerung wachsen kann, weil an diesen Orten große religiöse Zeremonien durchgeführt werden können.

Reisebericht_Bhutan4

Nicht verändert haben sich jedoch die Menschen: Nach wie vor gehören sie zu den liebeswertesten, denen man auf diesem Planeten begegnen kann. Die Kriminalitätsrate ist verschwindend gering in Bhutan, dafür die Hilfsbereitschaft umso größer. Die Menschen in Bhutan zu erleben ist dann auch der eigentliche Grund, warum man Bhutan in jeden Fall einmal besuchen sollte.

Hier gehts es zur ZEIT-Reise nach Bhutan >>

Von Krakau nach Lemberg – Eine Reise durch Galizien Zur Übersicht “Berichte” Die Serengeti lebt! – Bericht einer ZEIT-Reisenden