DER WEG IST DAS ZIEL

Auf der neuen Seidenstraße

2300 Jahre Kulturgeschichte hautnah erleben – als Kulturbotschafter der ZEIT auf Expedition im Bus von Hamburg nach Shanghai

Am 11. Mai 2017 ist unsere einmalige Kulturexpedition am Helmut-Schmidt-Haus in Hamburg gestartet. Das Reiseziel nach über 13.000 Kilometern, 53 Tagen und 38 Etappen ist Shanghai, Chinas Weltmetropole, mit der Hamburg 2016 das Jubiläum der 30-jährigen Städtepartnerschaft gefeiert hat. Je 26 ZEIT-Reisende fahren in zwei modernen und großräumigen Bussen mit allem Komfort über Polen, Weißrussland, Russland, Kasachstan, Usbekistan und Kirgisistan auf der neuen Seidenstraße nach China.

In der Blütezeit der Seidenstraße vor über tausend Jahren wurden Seide, Porzellan und Gewürze global gehandelt. Nach Jahrhunderten der Vergessenheit wird die Seidenstraße von China wiederbelebt und steht erneut im Fokus globaler Aufmerksamkeit. Wo früher Kamelkarawanen jahrelange und beschwerliche Reisen zwischen Europa und Asien auf sich nahmen, entstehen heute neue Autobahnen, Pipelines und Eisenbahnnetze für die modernsten Hochgeschwindigkeitszüge der Welt. Sie werden Zeitzeuge auch dieser Entwicklung. Die Teilnehmer übernachten in ausgesuchten 4- bis 5-Sternehotels und werden auf der gesamten Strecke von einer Reiseleitung der ZEIT und unseres Partnerveranstalters China Tours begleitet. Langjährige Korrespondenten und Redakteure der ZEIT sowie weitere Experten vermitteln Ihnen in Vorträgen und Gesprächen auf wichtigen Teilstrecken ihr Wissen über Geschichte und aktuelle Entwicklungen. Vielerorts werden unserer Kulturexpedition unterwegs hochkarätige Empfänge durch unsere Gastgeber bereitet.

DIE ROUTE IM ÜBERBLICK
Image
Prolog

Reisebeschreibungen gehören zu den großen literarischen Leistungen der Literaturgeschichte – von den Geschichtsbüchern des Heradot über die Berichte legendärer Reisender wie Ibn Battuta, Marco Polo, Goethe, Säume, Georg Forster oder Alexander von Humboldt bis zu Abenteurern unserer Tage wie Reinhold Messner. Sie alle hielten in Zeiten ohne Kino, Fernsehen oder Internet ihre Erkenntnisse und das Staunen über fremde Länder, Landschaften und Kulturen und den Wandel der Welt in fantasievollen Wortgebilden fest. Das hat sich bis heute nicht verändert:

»Jede Reise ist wie ein weißes Blatt Papier, das sich im Laufe der Reise von selbst füllt«, sagt Rainer Schelp, unser Reiseleiter im Bus vom Team Shanghai«.

Nur das Medium ist heute für viele Reisende, die ihre Eindrücke und Gedanken festhalten und mit anderen teilen möchten, ein anderes geworden. In Zeiten des Internets ist das Tagebuch von heute ein Blog – mit dem man in Windeseile Menschen an jedem Ort auf dem Globus erreichen kann: Daheim gebliebene Familienmitglider, Freunde und Kollegen. Und viele andere Menschen, die sich vielleicht interessieren für das was man gerade tut, denkt, fühlt oder Neues erfährt.
Auch wir wollen von unserer großen Reise berichten, erzählen, was die ZEIT-Reisenden unterwegs erleben: Von beeindruckenden Stätten der Kulturgeschichte, fruchtbaren Feldern, weiten Flussläufen, kargen Steppen, farbglühenden Sandsteingebirgen, schneebedeckten Bergwelten, Stein- und Sandwüsten und Hochhäusern bis zum Horizont. Wir berichten von verschiedenen Kulturen und Religionen, unterschiedlichen Völkern mit ihren Sitten und Traditionen, von Menschen, denen wir unterwegs begegnen. Und wenn sich dann bei uns und auch in diesem Blog die Eindrücke der Reiseteilnehmer wie bei einem Puzzle zu einem neuen, zu einem Gesamtbild zusammengefügt haben, dann haben wir unser Ziel erreicht.
Wir freuen uns auf jeden, der uns hier und auf unserer Reise begleitet möchte.

~ Ihre/Eure ZEIT-Reisenden on the road auf dem Weg von Hamburg nach Shanghai

Tag 14

Astrachan – Atyrau

Erste Impressionen - Grenzübertritt nach Kasachstan

Pünktlich um 7:45 Uhr versammelte sich die gesamte Gruppe des Team HH am Bus und wir fuhren los Richtung Kasachstan. Christian ist unser Fahrer. Heute geht es von Europa nach Asien. In der südlichen Verlängerung des Uralgebirges ist der Fluss Ural, der durch unseren Zielort Atyrau fließt. In der morgendlichen Rush Hour Astrachans geht es zuerst nach Norden. Wir müssen über viele Brücken der östlichen Wolga-Arme fahren. Um 08:48 Uhr, also nach einer Stunde, haben wir die erste Kontrolle, aber wie alles heute, ist auch die harmlos. Das heißt, sie dauert lediglich 35 Minuten.

Seidenstrasse-Blog-2017-Tag14_Steppe1
Fahrt durch wüstenartige Steppen
(Dr. Frank Arenz)

Danach geht es nur noch nach Osten, durch von viel Wasser geprägte Weidelandschaften mit großen Pferde- und Kuhherden. 10:05 Uhr an der Grenze zu Kasachstan nehmen wir Abschied von Allah und Vladimir, die uns bis dahin durch Russland begleiten hatten. Wir alle hatten die beiden richtig lieb gewonnen, sie haben sich große Dienste um unsere Reise gemacht, insbesondere bei der Supergau-Kontrolle vor Wolgograd. Bis 11:30 Uhr dauert es, bis wir die Ausreise aus Russland geschafft haben: Ein bisschen Zoll- und Passkontrolle durch eine hübsche russische Beamtin, die auch lächeln und flirten konnte. Das war außergewöhnlich.

Seidenstrasse-Blog-2017-Tag14_Steppe2
Fahrt durch wüstenartige Steppen
(Dr. Frank Arenz)

Dann überquerten wir den breiten Grenzfluss Kiegau und kamen an die kasachische Grenze, an der wir dann letztendlich um 12 Uhr fertig waren und weiter fahren konnten. An der Grenze nahmen wir unseren neuen örtlichen Reiseführer, Hr. Ostanov, auf, der hervorragend deutsch spricht, und auch mit ihm werden wir uns anfreunden und gut zurechtkommen. Aber welche Straße wartete auf uns… Von der Grenze bis Atyrau ein Schlagloch nach dem anderen und ein Schnitt von 20 bis 30 war das Maximum, was Christian herausholen konnte.
Neben Herrn Ostranov hatten wir ab dem Morgen noch Frau Brauer an Bord, eine in Kasachstan verheiratet und ansässige Journalistin, die uns bis Taschkent begleiten wird. Diese beiden hielten uns auf der Rüttelstrecke mit Vorträgen und der Beantwortung unserer Fragen bei Laune. Auffällig waren die oberirdisch angelegten Begräbnisstätten, das heißt Friedhöfe der Kasachen, die alle aus kleinen Gebäuden bestanden.
Die Vegetation wurde besprochen, es handelt sich bei dem Gelände, das wir durchfuhren um eine Kaltwüste, in der außer Tamarisken vereinzelt Römeln Und Pappeln, nur wenig Gras wächst. An Fauna wurden wir auf die hier erstmals auftauchenden Trampeltiere aufmerksam gemacht. Wolfgang nahm dies zum Anlass, uns einen Vortrag über die Art und Tierfamilie der Kamele zu halten. Sehr informativ.

Seidenstrasse-Blog-2017-Tag14_Grenzübertritt
Grenzübertritt Kasachstan
(Dr. Frank Arenz)

Es stellte sich heraus, dass Herr Ostranov Schriftsteller ist, kleine Kurzgeschichten verfasst, aus denen uns er auch einige vorgetragen hat. Er ist einer der Wenigen, die Literatur vom Usbekischen ins Deutsche und umgekehrt übersetzen und damit für die Kultur Kasachstans und Usbekistans eine große Rolle spielen.
Weitere Themen, die uns die anstrengende Fahrt erleichterten, waren die in Kasachstan durchgeführten, ehemaligen sowjetischen Atomtests, die Rolle der Frauen in Kasachstan, der Ölreichtum Kasachstans, der Fluch und Segen zugleich ist und das Bildungssystem Kasachstans, das insgesamt sehr schwach ist. Dermaßen blendend unterhalten, kamen wir gegen halb 10 dank der Fahrkünste von Christian einigermaßen wohlbehalten in Atyrau an.
Eine kleine Kontrolle musste noch überwunden werden: Der Polizist meinte, jeder einzelne Fahrgast müsse vom Busunternehmen versichert sein, hat dann gegoogelt und festgestellt, dass das nicht der Fall ist und wir konnten nach einer halben Stunde weiterfahren.
Insgesamt haben wir an diesem Tag die Uhren 2 Stunden vorgestellt, aber Dank des gemächlichen Tempos, auf dem wir uns auf dieser Reise nach Osten bewegen, kommt es nicht zu einem Jetlag.

~ Dr. Frank Arenz, Team Hamburg

Tag 13

Astrachan

Stadtbesichtigung, Besuch des Kremls und der Wolga - Mutter aller russischen Flüsse

Die touristisch kaum bekannte Stadt Astrachan zählt immerhin rund 520.000 Einwohner. Bei einer kleinen Stadtrundfahrt zeigte sich diese russische Stadt von ihrer schönsten aber auch problematischen Seite. Moderne, öffentliche Gebäude im Stilmix von Jugendstil und Klassizismus wechselten sich ab mit nüchternen, meist 6-stöckigen Wohngebäuden im sozialistischen Baustil. Dazwischen immer wieder in der Innenstadt ganze Zeilen mit den typischen Holzhäusern. Viele von ihnen sehen sehr marode und baufällig aus, sind jedoch noch bewohnt. Schief und teilweise farbig angelegt, versprühen sie so ein wenig den Charme eines Knusper- oder Hexenhäuschens. Vor allem die Fensteröffnungen und Giebelbereiche sind kunstvoll mit Holzschnitzarbeiten verziert.

Ein Highlight war dann der Besuch des Astrachaner Kremels. Bei herrlichem Sonnenschein erstrahlten die Kirchen mit ihren goldglänzenden und grünen Zwiebeltürmen, der separat stehende Glockenturm sowie die Befestigungsmauer mit ihren Wehrtürmen in einem gleissenden Weiβ. Ein Rundgang durch die Kapelle und die Mariä-Entschlafens-Kathedrale vermittelten einen instensiven Einblick in die Welt der byzantinischen Malerei der russisch-orthodoxen Sakralgebäude.

Die Fahrt führte dann am späten Vormittag weiter nach Süden ins Wolgadelta. Wasserflächen mit zum Teil untergetauchten Weiden und Pappeln kennzeinet diese grandiose Landschaft. Das gesamte Delta misst am Kaspischen Meer eine Breite von 250 km und eine Nord-Süd-Erstreckung von rund 150 km. Nach der Mittagsrast in Osjodr, einer kleinen, schmucken Anlage mit einzel stehenden Ferienhäusern, ging es auf die Wolga. Die Schwimmwesten wurden angelegt, und jeweils 5-6 Personen fanden Platz in den schmalen Booten. Rund 1 ½ Stunden flussabwärts, worbei an breiten Schilfgürteln, bizarren Baumstpümpfen, die teilweise verbrannt und ausgekohlt von Blitzeinschlägen in den blauen Himmel ragten und ins Wasser reichenden Weiden, gelangte man ins Herz des Deltas. Wasservögel wie Graureiher, Schwäne, Enten, Gänse und Kormorane, wurden von den Motorengeräuschen der Boote aufgeschreckt. Dahindümpelnde Haubentaucher und majästetische Seeadler konnten beobachtet werden. Ein Eldorado fűr Tiere und Pflanzen – ein einzigartiges Naturschutzgebiet! Bei einem Zwischenstopp im Schilf gab es seitens der örtlichen Guides noch einige Erklärungen zu den hier vorkommenden Lotuspflanzen, die momentan noch nicht zu sehen sind und erst im Spätsommer und Herbst ihre ganze Pracht entfalten. Sie sind ein Indikator für absolut sauberes Wasser und eine saubere, reine Luft.

Leicht angesprüht von der Gicht der schnell dahinfahrenden Boote ging es durch weite, offene Wasserflächen und schmale Wasserstrassen zurück zum Bootsanleger beim Restaurant. Die 3-stündige Fahrt war ein Erlebnis der besonderen Art. Obwohl wir bei unserem Wendepunkt noch gute 30 km von dem Kaspischen Meer entfernt waren, konnte man sich einen kleinen Einblick von der Ausdehnung des Wolgadeltas machen. Zahlen sind meist nur schwer nachvollziehbar. Ein bildlicher Vergleich hilft hier schnell weiter: Faltet man ein Papiertaschentuch diagonal zu einem Dreieck zusammen und legt eine Erbse darauf, dann entspricht die Grősse der Erbes der Fläche des Gebietes, das man mit dem Boot befahren hat. Einfach gigantisch!

Auf dem Rückweg nach Astrachan wurde bei der Ortschaft Rasdor am örtlichen Friedhof ein kurzer Stopp eingelegt. Die auffallend blaue Farbe der Kreuze auf den Gräbern steht als Symbol für den Himmel, die Auferstehung und zugleich symbolisch fűr Friede, Mildtätigkeit und Geborgenheit.

Wieder beim Hotel in Astrachan angekommen, konnte jederman auf einen abwechslungs- und erlebnisreichen Tag an der Wolga, der Mutter aller russischen Flüsse, und eine der facettenreichsten Städte Russlands zurückblicken.

~ Wolfgang Pohl

Tag 12

Wolgograd - Astrachan

“Abfahrt… Steppe… Steppe… Steppe… Fotostopp an der Wolga… Ankunft.” So kurz und knackig könnte der heutige Blogbeitrag werden, schlug unser Reiseleiter Wolfgang vor, als er im Bus Hamburg nach einem Autor suchte. Nun, ein paar Glanzlichter sollten wir diesem Tag schon gönnen, denn die Steppe hat eine Menge zu bieten. Vor allem das Gefühl für die Weite dieser menschenleeren Landschaft, das sich nach ein, zwei Stündchen Busfahrt einstellt, wenn man sich erst mal drauf einlässt – ein bisschen wie bei einer Schiffsreise über den Atlantik.

Seidenstrasse-Blog-2017-Tag12-Steppe
Von wegen öde: Die Steppe hat eine ganze Menge zu bieten
(Gitta Hopp-Köhler)

Und zu sehen gibt es tatsächlich auch eine ganze Menge. Dank der kundigen und interessanten Erläuterungen von Wolfgang entdecken wir zum Beispiel die “Polygon- oder Scherbenerde”, die durch Trockenheitsrisse entsteht. Wir reiben die duftenden Blüten und Blätter eines Astergewächses und begutachten die Grannen des Grases, das weiße Flecken in die Steppe zaubert. Und als beim Tankstop auch noch eine üppig blühende gelbe Wildrose neben der Toilettentür wächst, sind wir uns schnell einig: Die Steppe ist gar nicht so ohne.

Ein weiteres Highlight war das Mittagessen in einem Ballsaal mitten in der kalmückischen Steppe mit kunstvoller Himmelsbemalung.

Seidenstrasse-Blog-2017-Tag12-Russische Kohlsuppe
Typisch russisch: Kohlsuppe
(Gitta Hopp-Köhler)

Astrachan zeigte sich zunächst von der eher schäbigen Seite mit Gewerbegebieten und grauen Vorstadtwohnblocks. Aber als wir dann in der Abendsonne auf den Kreml zufuhren, kurz am Wolga-Ufer entlangschlenderten und beim Abendessen den Sonnenuntergang am anderen Flussufer bewunderten, waren trotz gewisser Engpässe bei den Biergläsern alle hoch zufrieden. Nur der arme Ruven musste noch hart arbeiten und rückwärts durch peine eng zugeparkte Straße fahren. Dass er das bravurös gemeistert hat, muss ich sicherlich nicht extra erwähnen.

~ Gitta Hopp-Köhler, Team Hamburg

Spezial (Tag 10 & 11)

Mit Michael Thumann in Wolgograd

Geschichtsbeschwertes Gelände

Die beiden Busse von ZEIT-Reisen fuhren am Wochenende durch geschichtsbeschwertes Gelände. Auf der Stecke von Woronesch nach Wolgograd kamen wir zunächst gut voran. Bis wir in der Dämmerung die Lichter der Stadt sahen, die bis 1961 Stalingrad hieß. Wir kamen in eine Kontrolle, erst der eine, dann der andere Bus. Die Beamten prüften unsere Papiere und monierten, dass auf einem der zahlreichen Dokumente eine Zahl fehlte. Die Diskussion begann, ein Bus musste stundenlang am Straßenrand nahe dem Kontrollpunkt stehen. Das konnte die Busgesellschaft nicht verdrießen, eine Gruppe von Mitreisenden stellte sich auf den Grünstreifen und sang: “Auf der Mauer, auf der Lauer…” Überhaupt fiel jedem etwas Überraschendes ein. In Stunde zwei des Wartens am Stadtrand von Wolgograd bemerkte einer unserer russischen Begleiter ironisch-trocken: “Die Deutschen wurden hier schon mal gestoppt.”

Michael Thumann beim Vortrag über aktuelle Themen (Michael Thumann)
Michael Thumann beim Vortrag über aktuelle Themen
(Michael Thumann)

Womit wir beim Thema waren. Als die Busse endlich weiter durften, kamen auf uns zwei Tage Geschichte zu, in der Disziplin Superschwergewicht. Die fünfmonatige Schlacht um Stalingrad war der Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs und eine der verlustreichsten Schlachten der Menschheitsgeschichte. Von der Stadt blieb nichts übrig. Es gibt heute keine Ecke in der wiederaufgebauten Wolgametropole, die nicht an diese Schlacht erinnert. Die Straßen tragen die Namen der Generäle dieses wichtigsten Sieges der Roten Armee über die Wehrmacht. Die Plätze stehen voller Denkmäler für die Helden des Abnutzungskrieges. Die Stadtbezirke tragen sowjetische Namen, die anderswo in Russland oft durch Namen aus der Zarenzeit ersetzt wurden: Traktorfabrik, Roter Oktober, Sowjetski, Dserschinski. Plätze sind nach den gefürchteten Vorgängern des Inlandsgeheimdienstes benannt: NKWD und Tscheka. Was damals gut geheißen wurde, kann heute nicht schlecht sein. In einem großen Museum am Wolgaufer breitet ein beeindruckendes Panorama das apokalyptische Chaos der Schlacht aus.

Propagandaplakat im Museum
Propagandaplakat im Museum

Wolgograd – das ist eine Stadt, die Ihre Existenz auf die Erinnerung an ihre Zerstörung baut.

Für uns alle waren es zwei Tage des Innehaltens, des Nachdenkens. Für mich als mitreisenden Journalisten war es eine wunderbare Gelegenheit, Russland wieder einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Nicht mit dem Blick des Korrespondenten, der von Treffen zu Treffen hastet, das Notizbuch auf den Knie, die Recherche-Idee im Kopf. Sondern mit dem nicht zielgerichteten, schweifenden Blick des Besuchers, der staunt und offen für alle möglichen Eindrücke ist, auch jene, die abseits der Recherche liegen.

Kisok am Straßenrand, Stalin ist immernoch präsent (Michael Thumann)
Kisok am Straßenrand, Stalin ist immernoch präsent
(Michael Thumann)

So erfuhr ich an einem Kiosk mit Souvenirs von einem 10jährigen Jungen, was ihm an Wolgograd am meisten gefällt. Die App, sagte er, mit der er auf seinem Smartphone sehen kann, welche Wolgograder Freunde gerade in seiner Nähe sind. Vielleicht gehört er später zu einer Generation, die irgendwann mehr an Wolgograds Zukunft als an seiner Vergangenheit interessiert ist.

~ Michael Thumann, Diplomatischer Korrespondent DIE ZEIT

Tag 11

Wolgograd

Nur Geschichte oder auch modern und lebendig?

Wolgograd, von 1925 bis 1961 Stalingrad, ist geradezu Symbol für die Schrecken eines Krieges. Die Frage, die sich mir heute morgen stellt, war: Ist die Stadt nur Geschichte oder auch modern und lebendig?

Zwei Schwerpunktführungen betrafen die Geschichte: Das Museum des Vaterländischen Krieges und der Mamajew-Hügel. Das Museum ist erbaut an einer Stelle, die für das Durchhaltevermögen und die Standhaftigkeit beispielhaft war. Es enthält die Vielzahl schriftlicher Dokumente, Fotos der wichtigsten Akteure, Exponate eingesetzter Waffen vor allem aber das »Panorama«, das in unglaublicher Realitätsnähe die entscheidende Schlacht am 2. Februar 1943 nachzeichnet.

Geschichtsträchtige Ruinen in Wolgograd (Michael Thumann)
Geschichtsträchtige Ruinen in Wolgograd
(Michael Thumann)

Insgesamt mehr als einer Million Soldaten verloren ihr Leben und die Verluste unter der Zivilbevölkerung kaum unvorstellbar: Die Einwohnerzahl Stalingrads sank von 500.000 im August 1942 auf 32.000 im Februar 1943 – das sind Zahlen – für das Leiden aber nur bruchstückhafter Ausdruck.

Rostoschka steht seit 1991 für den Ort, an dem deutsche wie russische Soldaten begraben sind. Auch auf dem Mamajew-Hügel sind 24.000 russische Soldaten beigesetzt. Seine besondere Bedeutung liegt aber in der symbolträchtigen Anlage, die sich vom Wolgaufer aufsteigend bis zu einer Höhe von 100 Metern erstreckt.

Zwei Ebenen »Auf Leben und Tod« und »Platz der Helden« beziehen sich auf die Schlacht(en). Dann folgt der »Platz der Trauer«, der auch den »Saal des Soldatenruhmes« umfasst. Über allem thront die »Mutter Heimat«, eine beeindruckende, 85 Meter hohe Frauenstatue.

Ankunft in Wolgograd, im Hintergrund: die Frauenstatue »Mutter Heimat« thront über allem.
Ankunft in Wolgograd, im Hintergrund: die Frauenstatue »Mutter Heimat« thront über allem.

Nun zur Stadt Wolgograd selbst: 1589 als Festung gegründet, übrigens auch mit dem Ziel, die Seidenstraße zu schützen, am Ende des 2. Weltkrieges zu 92 Prozent zerstört. Dann der Wiederaufbau. Heute eine Stadt mit einer Million Einwohnern. Viele Kilometer folgt sie dem Lauf der Folge, daher ist sie scher schmal. Eine Brücke führt über die Wolga, die nächste folgt erst 400 Kilometer in der einen und 500 Kilometer in der anderen Richtung.

Komme ich zu meinem persönlichem Urteil bezüglich der eingangs gestellten Frage: Ich glaube, die Stadt ist heute mehr als Geschichte. Sie wirkt lebendig, hat viele Universitäten mit über 70.000 Studenten. Die Bewohner nutzen zu ihrer Freizeitgestaltung kulturelle Angebote von Theater bis Open-Air-Konzerten am zentral Kai. Sie bevölkern ihre Datschen, am linken Wolgaufer, auf der einzig bewohnten Insel im Flusslauf und im Hinterland der Stadt.

Friedhof der Orthodoxen Christen (Michael Thumann)
Friedhof der Orthodoxen Christen
(Michael Thumann)

Beeindruckend am diesem sehr nachdenklich stimmenden Tag: Ganztags führen unsere lokale Reiseführerin Elena wie auch ihre junge Kollegin durch »Vaterländische Museum«. Sie glänzen mit Sachkunde, Sensibilität und sie sprachen Deutsch wie »native speaker«. Spitze!

~ Bert Becher, Team Shanghai

PS: Im nächsten Jahr werden wir alle Wolgograd wiedersehen können, wenn das am Wolgaufer im Bau befindliche Stadion Austragungsort von Spielen der Fußballweltmeisterschaft sein wird!

Tag 10

Woronesch-Wolgograd

Gute 580 km Fahrstrecke sind heute zurückzulegen. Bei normalen Strassenverhältnissen benötigt man hierfür 7-8 Stunden, zuzüglich der Pausen kommt man rein rechnerisch auf 10 Stunden. Das ist doch kein Problem!

Der Aufbruch vom Hotel in Woronesch erfolgt pünktlich zwischen 8:00 und 8:30 Uhr. An dieser Stelle schon mal ein längst fälliges, grosses Lob an alle: Reiseteilnehmer und Fahrer. Die angegebenen Zeiten und Treffpunkte werden immer beachtet. Zeitverluste durch langsame oder eng bemessene Aufzüge in den Hotels werden berücksichtigt, Koffer sind im richtigen Bus verladen und auf geht’s. Auch der erste von insgesamt sieben Sitzplatzwechsel innerhalb des Busses verlief absolut reibungslos und stressfrei. Man fühlt sich direkt heimisch im modernen und komfortablen Reisebus. – Ein neuer Tag liegt vor uns: Immer weiter ostwärts in Richtung Horizont, der jedoch durch die höhere Bebauung der Millionenstadt Woronesch stark eingeschränkt ist. Bereits kurze Zeit später kommen fast heimische Gefühle auf. Der örtliche Berufsverkehr sorgt auch hier für erhebliche Staus auf den Ausfallstrassen. “Stop and go” ist angesagt. Nach der Überquerung des Flusses Woronesch, der hier zu einem See aufgestaut wurde, rollt unser Bus wieder.

Zu Gast im Bus ist heute unser ZEIT-Korrespondent Michael Thumann. Während der Fahrt referiert er über die aktuelle politische Situation in Russland und zur UdSSR-Zeit, über die Stellung und Machtposition des russischen Präsidenten Putin u.v.m. Fragen seiten der Reiseteilnehmer werden im Anschluss notiert und von Michael Thumann über das Bordmikrofon umfangreich beantwortet. Die vielen interessanten Einblicke lassen die Zeit schnell vergehen. Unser Local Guide Vladimir vermittelt uns später noch etwas zum russischen Schulwesen.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag_10_1
Spannende ZEIT-Expertise: Michael Thumann

Währenddessen wechseln sich gute Strassenbeläge mit maroden Fahrbahndecken ab. Die weite Landschaft aus typischen Schwarzerdeböden, dem äußerst fruchtbaren Tschernosiom, sowie kleinere Siedlungen und Einzelgehöfte ziehen vorbei. Auffallend sind hier noch die häufigen Dacheindeckungen aus Eternitplatten. Ob diese bereits alle frei von Asbest sind? Die neueren Häuser mit ihren markanten Walm- und Krüppelwalmdächern sind bereits mit Wellblech eingedeckt. Ob dies jedoch eine gute Alternative ist, bleibt dahingestellt. Ich möchte hier keinen Starkregen erleben, wenn die Regentropfen lautstark auf das Dach trommeln.

Kaum denkt man an Regen, zeigen sich schon die ersten dunklen Wolken am Himmel. Kräftige Schauer mit Hagel werden bald wieder von Sonnenschein und einer “normalen” Bewölkung verdrängt. Die Mittagsrast wird unterwegs bei der Ortschaft Borisoglebsk in einem urigen Gasthaus mit dem Namen “Gorinich” eingelegt. Es ist der Name eines mythischen Tieres: ein dreiköpfiger, geflügelter Drache, der Rauch und Feuer speiht. Rauch tritt in diesem Gasthaus jedoch nur aus dem Schornstein aus, da hier in der bescheiden eingerichteten Küche unser Mittagessen zubereitet wird. Bescheiden ist auch das WC, etwas abseits im dichten Ahorn-/Eichenwald gelegen. Wir sind eben nicht mehr zu Hause. Andere Länder, andere Sitten, andere Vorstellungen von Luxus und Hygiene.

350 km Fahrstrecke sind am Nachmittag/frühen Abend noch zu bewerkstelligen. Udo Lindenbergs Lied beflügelt uns. Die Landschaft ist leicht wellig. Wir durchqueren den sogenannten Donrücken, der von mehreren Nebenflüssen des Don in Form von Muldentälern in NO-SW-Richtung unterbrochen wird.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag_10_2
Landschaft am Wegesrand

Als voraussichtliche Ankunftzeit in Wolgograd gibt und das Navigationsgerät 19 Uhr an. Wir liegen bestens in der Zeit – also ein entspannter Ausklang des Tages bei einem gemütlichen Abendessen. Leider haben wir die Planungen ohne die russischen Behörden gemacht. Der Alptraum schlechtweg erwartet uns 25 km vor Wolgograd. Polizei- mit Passkontrolle und das Vorzeigen der diversen Busdokumente ist angesagt. Schnell sind unsere Pässe eingesammelt. Wir haben ja bereits schon Erfahrung darin. Erschreckend schnell haben wir unsere Pässe von den russischen Beamten zurück erhalten. Sollte dies bereits alles sein!? Natürlich nicht! Jetzt erst wird unsere Geduld bis aufs Äußerste strapaziert. In einem der Buspapiere, die bereits an drei anderen Grenzstellen zuvor kontrolliert und sogar von offizieller Seite abgestempelt wurden, fehlt der handschriftliche Eintrag der Personenzahl im Bus. Schnell wird telefonisch der Bus “Shanghai” informiert, wo man auch hier die fehlende Personzahl in entsprechender Spalte nachtragen kann, noch bevor der Bus den Kontrollposten erreicht. Solch eine “kleine Nichtigkeit” lässt sich doch schnell nachtragen, sollte man gutgläubig meinen. Sozusagen eine Sekundensache! – Nicht jedoch bei dem russischen Polizisten der Transportbehörde. Er verlangt ein neues Originaldokument aus Deutschland mit diesem Eintrag: erst dann dürfe der Bus weiterfahren. Nachträgliche Korrekturen sind nicht erlaubt. Wie ist das nun zu regeln? Wochenende, Behördengänge, das Zusenden des Dokuments aus Deutschland? Eine schier unmögliche, zeitlich nicht realisierbare Aufgabenbewältigung. Auf der Strasse und im “Fahrenden Büro” des Transport-Polizisten werden ruhige, sachliche und bittende Gespräche geführt. Nur keinen Druck ausüben oder negative Emotionen aufkommen lassen. Das Gesicht des Beamten bleibt weiterhin maskenhaft ausdruckslos. Sämtliche Papiere werden von unseren Fahrern Christian und Marcus auf Verlangen herbeigebracht. Es folgen Kopienvorgänge und immer wieder die erschreckenden Erklärungen, dass der Bus stillgelegt wird und man auf die Originalpapiere warten muss bis der Bus ausgelöst werden kann. Ein russischer Ersatzbus steht zur Diskussion, aber nur bis zur Grenze nach Kasachstan. Der Parallelbus “Shanghai” könnte ja zwei mal fahren und die Gäste zum Ziel bringen, aber dies geht natürlich nicht bis Shanghai. – Die Nerven liegen blank; Ruhe bewahren. Die deutsche Botschaft in Moskau wird mit eingeschaltet; leider auch hier ergebnislos. Die russische Agenturleiterin Alla zieht den letzten Joker: Gute, persönliche Verbindungen zu einem Ex-General und dessen Verbindungen zum Bürgermeister von Wolgograd. Kurz darauf wird der Polizeibeamte angerufen und zum ersten Mal überzieht ein Lächeln sein Gesicht. Es wird ein Protokoll aufgesetzt mit der Angabe, wohin eine reduzierte Strafe von umgerechnet 1.600 Euro in den nächsten Tagen überwiesen werden muss. Wir können nun umgehend weiterfahren. Erleichterung bei allen Beteiligten! Der Zeitverlust beläuft sich auf rund drei Stunden. – Dies hatten wir doch schon mal vor gar nicht so langer Zeit erlebt.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag_10_3
Abendessen im Hotel

Schnelles Abendessen oder besser ein Nachtmahl, Check/in im Hotel um 0:20 Uhr und das ganze Geschen schnell vergessen. … bis zum nächsten Mal. Vielleicht hilft hier nur noch das Gedicht von Hans Magnus Enzensberger “Schweigen – … – Schweigen”.

~ Wolfgang Pohl

Tag 9

Von Orjol nach Woronesch

Hinterm Lenkrad: Unser Busunternehmer Christian Peschke

Gleich ist es wieder soweit. Der Wecker wird klingeln, und schon beginnt der neue Tag so wie auch die vergangenen: Duschen, Frühstück, auf dem Weg nach unten unbedingt an die Hülle der Zimmerkarte denken, denn hier steht die Zimmernummer drauf. Bei täglich wechselnden Hotels kann die Nummer schon einmal schnell vergessen werden.

Nach dem Frühstück den Koffer schnappen und ab zum Bus. Was tue ich heute? Fahre ich den Bus vom Team Shanghai und genieße die Stimmen von Rainers Chor wenn Sie ihre selbstgedichteten Strophen zum deutschen Volkslied „Die Vogelhochzeit“ singen und der Refrain „Fiederallala” den Bus vom Team Shanghai zum Beben bringen. Oder fahre ich den Bus vom Team Hamburg und lausche Reiseleiter Wolfgangs Worten wenn er extrem beeindruckend über Pflanzen und Böden erzählt, an denen wir gerade vorbei fahren und wir die Landschaft gleich mit neuen Augen sehen… Die dritte Möglichkeit ist der Jackpot: Hier darf ich mir den Bus aussuchen, mich auf eine hintere Sitzbank setzen und Bürokram machen. Heute ist Jackpot.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag_9
Christian Peschke, unser Kieler Busunternehmer

Bevor es aber los geht müssen wie jeden Morgen erst die Koffer verladen werden. Damit wir diese in den richtigen Bus landen, gibt es ein System: die mit roten Bändern in Bus Shanghai, die blauen in den Bus Hamburg. Nach wenigen Tagen weiß man schon: Welcher Koffer gehört wem? Welcher ist wie schwer? Welcher muss heute Abend raus? Welcher darf nicht unten liegen?

Dann geht es gleich los. Heute sind 343 Kilometer bis Woronesch zurückzulegen. Vor der Abfahrt prüfen die Reiseleiter extrem zuverlässig die Anwesenheit aller Mitreisenden und das Vorhandensein der Reisepässe. Ja und dann zieht Sie weiter, die Karawane. Wie jeden Morgen ein weiteres Ritual: Mit Udo Lindenberg im CD-Player machen wir uns singend auf den Weg: „Hinterm Horizont geht`s weiter!“

Seidenstrasse_Blog2017_Tag_9_2
Tankstelle am Wegesrand

Nach zwei Stunden verlassen wir die Straße für eine Kaffeepause und einen Gang in »Die Halle der Harmonie«. Tisch raus, Kaffeemaschine mit dem automatisch gebrühten Kaffee drauf, Milch, Zucker und Kekse bereitstellen, anschließend den Tisch reinigen und wieder verladen, das sind hier unsere Aufgaben. Von mir und den beiden anderen Fahrern Marcus und Ruven. Aber alle Reisenden beider Teams sind sehr hilfsbereit und unterstützen uns gern. Und auch die Versorgung durch die Gäste mit neuen Packungen Keksen und Gebäck an den Raststätten klappt reibungslos.

Im Städtchen Elets hat Alla, die Chefin unserer russischen Agentur, in einem Restaurant zum Mittagessen reserviert. Die Zeit läuft, leider sind deutsche Kilometer angesichts der hiesigen Straßenverhältnisse nicht diesselbe wie russische – zumindest wenn man die benötigte Fahrzeit vergleicht. Eine Stunde Mittagspause und weiter geht’s . Im Innenspiegel kann ich sehen, wie die Gäste langsam in den wohlverdienten Mittagsschlaf gleiten. Unsere heute nicht allzu lange Tour mussten wir am Nachmittag für einen Tankstopp unterbrechen. Die Dicke des Schlauches und die komplizierte Art des Bezahlens machten selbst das Tanken zu einem Erlebnis. Zirka 60 Cent für den Liter sind allerdings im Vergleich zu deutschen Preisen eine echte Alternative.

Im Hotel angekommen schnell die Koffer ausladen, Kaffeemaschine reinigen, Milliarden getöteter Insekten von der Frontscheibe entfernen, schauen, ob gesaugt werden muss. Nun bleibt uns noch zirka eine Stunde um uns frisch zu machen. Dann geht’s wieder los, denn heute Abend sind wir in einem Lokal in der Stadt zum Abendessen.
Und jetzt ist es 21:45 Uhr und wir haben Feierabend!

Auch heute war es wieder ein sehr schöner Tag, und so wird es in den kommenden Tagen wahrscheinlich in ähnlicher Form weitergehen, davon bin ich überzeugt. Ich bin jetzt nach der Pilotreise im vergangenen Jahr zum zweiten Mal dabei. Und wenn ich vorher gedacht hätte, die grandiose Stimmung, die Atmo und der Zusammenhalt vom letzten Jahr ließe sich nicht wiederholen – innerhalb weniger Tage haben sich beide Busse wieder zu einer verschworenen Gemeinschaft entwickelt.

Meine Fahrer Marcus, Ruven und ich fühlen uns sehr wohl! Unsere Gäste aus den Teams Hamburg und Shanghai geben uns das Gefühl, einer von Ihnen zu sein und nicht nur die Fahrer – das ist wunderbar.

Gute Nacht!

~ Christian Peschke, unser Kieler Busunternehmer

Tag 8

Von Homel nach Orjol oder vom Großen Warten

Von Wolfgang am Vortag eingestimmt um 6 Uhr beim Frühstück ( eher auf der deftigen Seite, das gibt Kraft für den Tag ) und um 7 Uhr Abfahrt.

Unser wunderbarer Experte Sascha für Polen, Belarus und Russland gibt uns erst Mal präzise Einblicke in die Bevölkerungsmentalität von Belarus. Da der Alltag für die meisten über die Jahre durch die russische Einflussnahme immer besser wurde, nährt das die Sowjetnostalgie bis heute und die Akzeptanz von Lukaschenko als Vaterfigur seines Landes. Mit dabei ist auch Katja, unser reizender Tour Guide bis Russland, die uns bestätigt: die Älteren finden alles gut, aber die Jüngeren möchten mehr: mehr Arbeit, mehr Geld, mehr Entwicklung. Wegen der wirtschaftlichen Situation arbeiten viele in Russland und müssen dafür eine sogenannte Schmarotzersteuer zahlen, ca. 150 € p.a.

Heute ist es kalt aber sonnig. Wie bisher begleiten uns die blühenden Kastanienbäume, der Flieder, die kleinen Holzhäuschen, Birken- und Kieferfelder, das Einzelpferd, die Einzelkuh, große Feldflächen und ab und zu ein Storch. Wegen der Nähe zu Tschernobyl weiß Katja auf die Fragen noch zu ergänzen, dass viele Kinder aus Gomel regelmäßig Sanatorien besuchen. Jeder kann sich im Land übrigens ungehindert über das Internet informieren.
Und da kommt auch schon die erste Grenze, aus Belarus raus – wir brauchen 1.5 Stunden und bekommen einen Stempel in den Pass. Derweil draußen mal eine Runde drehen, im Duty Free stöbern – Stange Zigaretten 14 € und allerhand Alkohol, alles in Euro ausgezeichnet. Manfred kauft Bison Grass Wodka, der uns später noch viel Freude bereiten wird.

Dann ein paar Meter weiter – Grenze zur Ukraine. Ukraine? Wir müssen aus politischen Gründen einen Kringel drehen, der direkte Übergang zu Russland ist dicht. Wir machen der lächelnden ukrainischen Grenzbeamtin Freude! Das freut uns auch. Jetzt müssen noch die Busse durch, die werden nämlich importiert! Es fehlt ein Papier trotz double check mit dem Außenministerium – die können ja auch nicht alles wissen. Also wieder ein bisschen warten, mal die deutschen Nachrichten checken, wir haben ja noch WLAN vom Vorderbus… Manfred verteilt Bison Grass Wodka, lecker!! Und dann kommt Ruven mit unserem Lunchtütchen, voller Überraschungen mit mehreren Brotsorten, Wurst, Käse, Ketchup, Mayo, Baiser Makrönchen, Kekse, Paprika! Das reicht ja bis morgen, witzeln einige. Wie wahr, aber das wissen wir ja noch nicht. Alle futtern und wir warten…Die Sonne lacht. Wir auch.

Geistige Stärkung dann durch Reiseleiter Wolfgang über das Alter der Erde und der menschlichen Existenz. Mit bildhaften Vergleichen bringt er uns die sperrige Thematik nahe und im weiteren Verlauf werden wir sicher noch mehr darüber von ihm hören und behalten. Aber wer das in der Schule mal langweilig fand, wird hier höchst unterhaltsam belehrt. Alles lauscht, da wären die Noten früher besser gewesen, wenn wir ihn als Lehrer gehabt hätten. Nach insgesamt 4 Stunden sind wir in der Ukraine…Die Landschaft etc. unverändert – siehe oben.

Pause in Tscherniew an einem Supermarkt – tolle Auswahl. Kaffee, leckere Plätzchen aus der Hoteltüte. Jetzt noch 100 km zur nächsten Grenze – Start 13.30. Erster Kontrollpunkt an den 3 Schwestern (Straßenkreuzung) – ‘das sind Deutsche, die nach Shanghai fahren’, erläutert Katja. ‘ ah so alles klar'(oder auch nicht), wir werden zur Grenze durchgewunken. 1.5 Stunden, dann sind wir um 15 Uhr dran erst mal raus aus der Ukraine, Pässe werden eingesammelt, der Grenzer erkundigt sich, was Guten Tag heißt, dann noch ein knuddeliger Drogenhund, wir haben nix dabei. Nach zwei Stunden haben wir unsere Pässe mit einem 2. Stempel. Jetzt zu den Russen, es ist 17 Uhr.

Pässe werden auf Visum kontrolliert. Dann das bekannte Formular für Arrival und Departure, das Ausfüllen geht schon besser von der Hand…und dann zur richtigen Grenze. Wir wollen jetzt keinen mehr langweilen, es wurde dann 19.30 Uhr. Was haben wir in der Zeit gemacht? Koffer raus, alle und Handgepäck. Dann warten in der Abfertigungshalle, manche nutzen die Gelegenheit für einen technischen Stopp. Dann Passkontrolle, dann wieder warten mit den Koffern. Es dauert und dauert und dauert. Diskussionen, Papiere wälzen, diskutieren. Dann nickt Christian und wir raus, Koffer rein, in den Bus und wieder einsortieren. Auf geht’s.

Manfred gibt einen aus! Noch eine Passkontrolle und um 20 Uhr sind wir in Russland. 6 Minuten später Straßenpolizei – arrgghhh…Aber alles gut. Christian fährt uns sicher nach Oriol und um 01.30 Uhr sind wir im Hotel. Prächtige Lobby, wer will, kann noch etwas essen. Morgen geht’s um 10.30 Uhr weiter Abschied von unserem Experten Sascha, der uns so wunderbar durch die Länder seit Berlin begleitet hat. Alle müde, alles gut. Call it a day!

~ Jutta Eich, Team Hamburg

Tag 6

Warschau – Brest

Grenzübertritt nach Weißrussland

Bei bewölktem Himmel ging es fast pünktlich um 9 Uhr los, aber unterwegs kam schon bald wieder die Sonne zum Vorschein. Unser Experte Alexander “Sascha” Sambuk begleitet heute unser Team “Hamburg” und versorgt uns mit weiteren Informationen zu Weißrussland. Von ihm hatten wir schon zuvor erfahren, wie Vollbeschäftigung in Belarus aussieht: Saubere Straßen werden immer wieder aufs Neue gefegt. Die Fahrt geht über eine gut ausgebaute Landstraße und ein kurzes Stück über die Autobahn durch die weite Landschaft Ostpolens vorbei an kleinen Ortschaften und einzelnen Häusern und Gehöften. Dazwischen immer wieder auffallend moderne Gebäude. Der Verkehr ist relativ dicht und wir kommen nur langsam voran.

Einfache Häuser am Straßenrand in Ostpolen
Einfache Häuser am Straßenrand in Ostpolen
(Klaus Köhler)

Die Umgebung ist zunächst landwirtschaftlich geprägt. Je näher wir der Grenze kommen, desto mehr lösen Wälder mit Kiefern, Birken und anderen Laubbäumen die Felder ab.
Um 13:20 Uhr haben wir die Grenze erreicht und brauchen eine halbe Stunde, bis die polnischen Zöllner unsere Pässe kontrolliert haben. Um 13:55 Uhr liegt der Grenzfluss Bug hinter uns, und jetzt ist Geduld gefragt, nachdem schon das Ausfüllen des nötigen Formulars für erhebliche Verwirrung sorgt. Tag der Ausreise ist nicht der Tag, an dem wir Belarus verlassen, sondern der Tag, an dem wir über die russische Grenze nach Kasachstan einreisen. Offenbar war alles fehlerlos, denn nach weniger als einer Stunde haben alle ihre Pässe zurück. Doch bis die stichprobenartige Kontrolle des Gepäcks und der Buspapiere abgeschlossen ist, dauert es noch mal eine gute Stunde. Und dann wird noch nach “blinden” Passagieren gesucht. Erst um 16:15 Uhr können wir die letzten vier Kilometer bis zum Hotel in Brest in Angriff nehmen.

Seidenstrasse Blog 2017 Tag 6_ Weissrußland 2
Ausgemustert: Die alten Loks im Eisenbahnmuseum in Brest
(Klaus Köhler)

Ab jetzt gilt die Osteuropäische Sommerzeit und wir müssen unsere Uhren eine Stunde vorstellen. So bleibt dann nach dem Einchecken im Hotel nicht mehr viel Zeit, um wenigstens einen Zipfel der Stadt zu erkunden.

Das Hotel Hermitage strahlt den Charme vergangener Zeiten aus, aber auf durchaus gehobenem Niveau – erfrischend nach den auswechselbaren Glaskästen der vorherigen Etappenziele! Beim gemeinsamen Abendessen im Hotelrestaurant sind zwei Schichten mit einer halben Stunde Abstand angesagt, damit die Küche nachkommt. Anschließend steht Alexander Sambuk ausgiebig Rede und Antwort. Dann geht es relativ früh ins Bett, denn uns stehen zwei lange Tage bevor.

~ Klaus Köhler, Team Hamburg

Tag 5

Warschau erleben

Einige ganz subjektive Wahrnehmungen

Aufgewacht im 12. Stock des Hilton Warsaw bei strahlendem Sonnenschein. Vor unserem Fenster reckt sich ein schlankes Hochhaus in den blauen wolkenlosen Himmel, sicher 150 m hoch. Es erweitert sich mit seiner gläsernen Hülle nach oben wie der sich öffnende Kelch einer Blüte. Daneben halbkreisförmig niedrigere Gebäude in gleicher gläserner Hülle wie die dazugehörigen Blätter. Ergänzt wird das Ensemble durch eine Grünanlage mit Wasserflächen, Springbrunnen, Bäumen, Flächen zum Verweilen, einem Pavillon mit Bar und Grill. Eingefasst wird das Ganze durch breite, neu angelegte, drei- bis vierspurige Straßen mit Bäumen und Grünstreifen, großzügigen Fuß- und Radwegen. Doch unmittelbar daneben bzw. am Rande wie eine Enklave aus alter Zeit ein altes Backsteingemäuer, zweigeschossig, verfallen mit schwarzem,löchrigem Pappdach, toten Fensteröffnungen, Reklamefetzen und einer Vielzahl von zerbröckelnden Schornsteinen. Wie passt das zusammen? Die Stadtführung gab Aufschluss.

Warschau, der Name, hat offenbar nichts mit dem “Warschau!” zu tun, das wir an der Küste uns zurufen und das so viel wie »Achtung«, »pass auf« heißt. Vielleicht haben sich das allerdings vor Urzeiten die polnischen Fischer War und Sawa zugerufen, als plötzlich vor ihnen eine junge hübsche Nixe mit Krone, Schwert und Schild aus der Weichsel auftauchte, die ihnen aufgab, an dieser Stelle eine Stadt zu gründen,die einmal groß, glücklich und mächtig werden würde. Sie taten das und nannten die Stadt nach ihren Namen: Warsaw.

Warschau war dann nach Gnesen und Krakau seit Ende des 16.Jahrhunderts die dritte polnische Hauptstadt und Sitz der polnischen Könige, bis nach der dritten Teilung Polens 1795 der polnische Staat sich auflöste und erst 1918 als Republik wieder neu erstand. 1939 kam es dann durch den Hitler-Stalin Pakt zur 4. Teilung. Hitler ließ von Westen und Stalin von Osten einmarschieren. Die Deutschen bombardierten dann sofort Warschau und hier besonders das Königsschloss. Später errichteten sie in der Stadt das größte jüdische Ghetto auf einer Fläche von 3 qkm, das sie 1943 nach der Niederschlagung des Ghettoaufstands dem Erdboden gleich machten. Als es dann im August 1944 zum Warschauer Aufstand kam, der unter den Augen der Roten Armee von der SS niedergeschlagen wurde, erlitt Warschau als Stadt das gleiche Schicksal. Es war insgesamt nur noch ein Ruinenfeld.

Dann begann der Wiederaufbau. Die SU wollte eine sozialistische Stadt mit breiten Straßen und einfachen Wohnungen für die Werktätigen, und Stalin schenkte dem polnischen Volk einen Kulturpalast mit einem 234 m hohen Turm (als Aussichtsturm sehr empfehlenswert). Die Aufzugsanlage wurde allerdings 1990 durch eine westeuropäische ersetzt. Doch die nach Westeuropa orientierten Polen wollten ihre alte Stadt wieder aufbauen und taten dies gegen den Widerstand der Sowjets nicht nur hier, sondern auch in den ehemals deutschen Städten Danzig und Breslau. Die völlig zerstörte Altstadt wurde komplett wiederhergestellt, zum Teil mit Backsteinen aus Ostpreußen, und ist heute Weltkulturerbe. Auch etwa 40 Adelspaläste wurden nach dem Krieg wieder aufgebaut. Es war ein Protest gegen die sowjetische Bevormundung. Die Krönung dieses Protestes war dann, als Gierek 1971 beschloss, das Schloss der polnischen Könige wieder aufzubauen. Dies erfolgte im wesentlichen aus Spenden und war 1984 fertig.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag 6_2
Warschauer Kulturpalast
(Bernd Loppow)

Der Wiederaufbau erhielt dann nach der Wende einen großen Schub und vor allem nach dem Beitritt zur EU am 1.5.2004. Viele neue Häuser, vor allem auch sehr schöne Hochhäuser wurden errichtet. Da beschlossen war, den Alteigentümern ihre Grundstücke zurückzugeben, ergab sich vielfach die Schwierigkeit, diese ausfindig zu machen und sie zu Entscheidungen zu bringen. Das erklärt die oben beschriebenen Enklaven. Die Rechtsverhältnisse sind ungeklärt.

Gleichwohl fallen die vielen, zum Teil sehr schönen und fantasievollen Gebäude auf, konzipiert von den berühmtesten Architekten der Welt wie Daniel Libeskind und Norman Foster. Neben den sowjetischen Wohngebäuden im Zuckerbäckerstil finden sich auch viele interessante postsowjetische Wohnanlagen, z.T. auch in Hochhäusern. Dazwischen gibt es großzügig angelegte Plätze und natürlich eine Vielzahl von Denkmälern, vor allem Erinnerungen an Krieg und Verfolgung.

Wie kommt mir da plötzlich die Strophe eines alten Liedes in den Sinn mit dem Text- etwas verfremdet- : “Oh Warschau, oh Warschau, Du wunderschöne Stadt, darinnen liegt begraben so manniger Soldat…”? Gewiss, hier liegen nicht nur begraben Soldaten, sondern Zivilisten, vor allem jüdische Zivilisten, und meistens auch leider nicht begraben, sondern ausgelöscht, verscharrt und verbrannt von unseren Vätern und Vorvätern. 6 Mio Polen starben im 2. Weltkrieg. Das kann ich nicht ausklammern in dieser Stadt, auch wenn die Sonne noch so schön scheint. Wie der Hauptmann in dem alten Lied können wir die Söhne und Töchter nicht zurückgeben »…für noch so vieles Geld«, wir können nur um Vergebung bitten, wie weiland Willy Brandt. Die Warschauer haben ihm seine Bitte nicht abgeschlagen und sogar einen Park nach ihm benannt.

Das führt mich zum »grünen« Warschau. Die vielen Parks fallen auf. Jeder, der hier einst einen Palais errichtete,schmückte ihn mit einem Park, die noch heute erhalten sind, auch wenn die Paläste verschwanden. August der Starke hatte bei seinem Palast einen 15ha großen Park. Dieser ist noch erhalten, der Palast nicht mehr. Dort gibt es das Denkmal für den unbekannten Soldaten. Grün ist das Weichselufer unterhalb der Altstadt und offen für die Bevölkerung. Am beeindruckendste aber der »Tazienki«, der »Badezimmer« -Park, 74 ha groß, Park der polnischen Könige, die hier einen kleinen Badepavillon unterhielten. Der letzte polnische König Stanislaw August Poniatowski (1765-1795), Liebhaber von Zarin Katharina II, baute den Pavillon zu einer Residenz aus und errichtete zusätzlich 2 Theater für das Volk, 2 Orangerien für seine aufwändigen Empfänge. Wir hörten als Ende unseres Rundgangs hier im Freien Klaviermusik von Chopin, in Polen geboren, in Paris gestorben und begraben, aber sein Herz befindet sich in Warschau. Bei dem Konzert hatten wir wieder einmal die Gelegenheit, uns an den vielen hübschen und eleganten jungen polnischen Damen zu erfreuen. Dies fand übrigens auch meine Frau so.

Der Stadtrundgang mit Magda war außerordentlich informativ. Sie war eine sehr temperamentvolle, kenntnisreiche Person, die sich erfrischend offen zu den politischen Verhältnissen in Polen äußerte. Sie erzählte auch vieles über die Probleme der Polen mit den Russen. Dazu der Witz: ein Russe und ein Pole finden einen Schatz. Sagt der Russe »Wir sind doch kommunistische Brüder, lass ihn uns brüderlich teilen« darauf der Pole »nein lieber fifty-fifty«.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag 6_1
Warschauer Altstadt, Königsschloss

Leider hatten wir beim Rundgang durch das Königsschloss einen anderen Führer, sehr freundlich zwar, und beeindruckend ist auch die Wiederaufbauleistung, aber die 2238 Gemälde und die mobile Toilette des Königs interessierten doch nicht so richtig. Deshalb meine Empfehlung für den Reiseveranstalter: das nächste Mal anstelle der Besichtigung des Schlosses das jüdische Museum besuchen.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag 5_3
Warschau mit Blick von oben
(Aufgenommen mit einer Drone von Christian Peschke)

Ach Warschau, Du unglaublich lebhafte, vielfältige, bunte, europäische Stadt mit so vielen freundlichen, intelligenten, witzigen, temperamentvollen, begeisterungsfähigen Bewohnern, was sollen wir von den Schritten zurück in eine überholt geglaubte Zeit halten, die ausgerechnet in Deinen Mauern versucht werden, was von dem Rückfall in feindliche Gesinnungen, was von der Einschränkung bürgerlicher Freiheiten und kultureller Vielfalt, was von der Behinderung einer wirksamen Kontrolle staatlicher Macht? Wie kommt es, dass so viele bei Dir dem Anschein nach bereit sind, sich von Europa abzuwenden, wo doch bislang das westliche Europa eigentlich immer Deine Hoffnung war, vielleicht nicht gerade mein Heimatland wegen unserer schwierigen Geschichte , aber doch wenigstens alle übrigen Nachbarn. Wir jedenfalls wünschen Dir und uns von Herzen, dass dies zur Zeit, wie unsere Stadtführerin Magda meinte, nur ein überflüssiger Schlenker der Geschichte ist, wie er sich zuweilen ergibt, und dass unsere Länder bald wieder zusammenfinden und gemeinsam mit anderen unser europäisches Schiff in gutes Fahrwasser steuern können. Vielleicht kannst Du ja mit Deinem Geist in diesem Sinne Deinen Leuten etwas helfen. Wie heißt es bei Euch so schön: Wo Herz, da auch Glück.

~ Wolf-Dieter Hauenschild, Team Shanghai

Tag 4

Von Posen nach Warschau

Petrus muss ein ZEIT-Reisender sein. Abermals, wie bereits an den vorangegangenen Tagen, zeigte sich der morgendliche Himmel entgegen aller Wetterprognosen von seiner besten Seite. Blauer Himmel, nur wenige, kleine Wölkchen, angenehme Frühlingstemperaturen – so starteten beide Busse um 8:30 und 9:00 Uhr vom nh- Hotel in Posen. Über die gut ausgebaute Autobahn 2 / E30 ging es ostwärts. Zwischen Konin und Lodz endlich die Erlösung für unseren Busfahrer Marcus. Was am Vortage trotz mehrerer Versuche nicht gelang, heute konnte die Mautbox des Busses für die anstehenden, mautpflichtigen Autobahnabschnitte in Polen aufgelanden werden. Daumen nach oben!

Seidenstrasse_Blog2017_Tag_5
Auf der gut ausgebaute Autobahn 2 / E30 Richtung Osten
(Bernd Loppow)

Unterwegs referierte unser Experte Alexander “Sascha” Sambuk zur Politik und Wirtschaft in Polen, Belarus und den politischen Verhältnisse zwischen diesen beiden ehemaligen Sowjetrepubliken und der heutigen russischen Föderation. Viele Fragen der Teilnehmer konnten somit in direkten Gesprächen schnell und umfangreich beantwortet werden.

Die an uns vorbei ziehende Landschaft verändert sich kaum merklich. Eine leicht wellige Topografie lässt die Rueckschlüsse zu, dass man sich immer noch in den Bereichen, d.h. den südlichen Ausläufern der letzten Eiszeit oder besser der Weichsel-Kaltzeit, die vor rund 10.000 bis 12.000 Jahren zu Ende ging, befindet. Bestände von unserer heimischen Schwarzkiefer (Pinus nigra) und der Sand- Oder Hängebirke (Betula pendula) weisen auf einen sandigen Untergrund dieser Grundmoränenlandschaft hin. Dazwischen geschaltet immer wieder kleinere ackerbauliche Nutzflächen und Weideland. Die leuchtend gelben Felder mit Raps stehen hierbei im direkten Kontakt zu den tiefgrünen Feuchtwiesen. Das Grundwasser steht hier in den Mulden ziemlich oberflächennah an. Kleinere Seen, Bachläufe und Auenwälder mit Weidengehölzen (Salix spec.) und Schwarerle (Alnus giutinosa) bestimmen die kleingekammerten polnischen Landschafen der Wielkopolska und Mazowiecka.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag_5_2

Die kleinen Haufensiedlungen bestehen meist nur aus wenigen Häusern Oder Hofeinheiten. Es dominieren Einzelgehöfte mit Milchviehhaltung und Gefluegelbetriebe.

An Lódóz vorbei – passend zur Reisehymne “Hinter’m Horizont geht”s weiter…” erscheint nach rund 280 Fahrkilometern am Horizont die auffällige Hochhaussilouette einer Grossstadt. Das Hinweisschild zum Flughafen Int. Airport Chopin, zeigt an, dass wir die Geburtsstadt des polnisch-französischen Komponisten Frederic Chopin und Hauptstadt Polens Warschau erreicht haben. Ein kurzer Zwischenstopp an unserem Hotel Hilton, das mit 26 Stockwerken bei Weitem nicht zu den höchsten Hochhäusern des modernen Stadtteils Mirow zählt, geht es weiter in Richtung Stadtzentrum zu unserer Mittagspause in einem typischen Restaurant in der historischen Altstadt.

“Geschafft!” – könnte man meinen, doch jetzt beginnt erst die eigentliche Herausforderung, insbesondere für unsere drei Fahrer Christian, Marcus und Ruwep. Wochenende und das schöne Wetter hat viele Besucher veranlasst die Innenstadt anzusteuern. Sperrungen von Strassen, Durchfahrtsbeschränkungen bzgl. der Tonnage und/oder der Durchfahrtshöhe, Abbiegeverbote, dort wo man laut Navigationsgerät hin möchte u.v.m. führt dazu, dass man an einer öffentlichen Bushaltestelle aussteigt und zu Fuss das Restaurant “Literatka” anläuft.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag_4_3
Historische Altstadt Warschau, Polen
(Bernd Loppow)

Die Busfahrer gehen derweilen auf Parkplatzsuche. In den Kellergewölben des Restaurants wird die Gruppe mit einem deftigen 2-Gänge-Menü versorgt. Eng zusammengerückt, da noch viele andere Gäste die Idee hatten dieses Restaurant aufzusuchen, warteten wir auf unsere Fahrer. Ein Telefonanruf zur fortgeschrittenen Zeit bestätigte dann die Vermutung. Die Busse hatten immer noch keinen geeigneten Parkplatz gefunden. Die Fahrer steuerten einen Standort etwas ausserhalb der Altstadt beim Krasinski Park an und mussten so die Mittagsrast in nicht gewollter Art und Weise ohne Verköstigung verbringen. Wir hingegen traten wohl gestärkt den Fussweg zum Bus an. Vorbei an der Feldkirche der polnischen Armee und dem Mahnmal des Warschauer Aufstands von 1944 vor dem Platz des Obersten Gerichts, fanden wir unsere Fahrer mitsamt beider Busse wieder.

Seidenstrasse_Blog2017_Tag_4_4
Mahnmal des Warschauer Aufstands, Polen
(Bernd Loppow)

Zurück zum Hotel, Check-in und dann hatte jederman vor Ort etwas Freizeit. Einige Reisenden nutzten die Gelegenheit von der obersten Hoteletage einen Blick auf die Hauptstadt zu geniessen oder spazierten im Umfeld des Hotels durch die neue Hochhauslandschaft aus Glas, Stahl und Beton. Offene Bauflächen zeigen, das hier in naher Zukunft noch weitere Büro- und Hotelhochhäuser entstehen werden. Alte, mehrgeschossige Wohn- und Bürogebäude aus früheren Zeiten müssen weichen. An einigen Stellen könnte der Kontrast nicht größer sein. Alt und Neu, marodes Ziegelmauerwerk, abblätternde Fassaden und futuristische Glaskonstruktionen stehen direkt beieinander. Auch dies ist ein Gesicht der modernen Metropole Warschau.

~ Wolfgang Pohl
Reiseleiter von Team Hamburg und studierter Geograph

Tag 3

Willkommen in Polen

Nach einem kräftigen Frühstück im Swissôtel starten wir um 9 Uhr auf die 2. Etappe. Gut 300 Kilometer sind es bis nach Posen, wo wir Mittags erwartet werden. Beim letzten Tankstopp in Deutschland fließen 360 Liter Diesel in den Bauch unseres Busses.

Der ZEIT-Bus wird vollgetankt für die nächste Etappe
Der ZEIT-Bus wird vollgetankt für die nächste Etappe

Hinter Frankfurt an der Oder überqueren wir dann die erste Grenze, die letzte im Schengenraum, daher ein letztes Mal ohne Stopp und Passkontrolle.
Auch in Polen begleitet uns rechts und links der Leitplanken ein gewohntes Bild: Leuchtend gelbe Rapsfelder, saftig grüne Wiesen, kleine Gehölze. Und wir möchten es hier einmal ausdrücklich festhalten: Über uns wölbt sich seit der Abfahrt in Hamburg ein fast wolkenloser Himmel, die Sonnenstrahlen wärmen die Frühlingsluft, bei der ersten Rast tragen die meisten Mitreisenden unsere kurzärmeligen blauen Expedtionspolos mit dem Namen auf der Brust und der Route auf dem Rücken. Die Autobahn ist neu und bestens ausgebaut. Bereits daran merken wir, dass Polen nennenswert von der EU profitiert. Auf dem Weg nach Posen passieren wir auch mindestens 10 EU-finanzierte Wildbrücken, mehr als ich in Deutschland jemals gesehen habe.

ZEIT-Experte Sascha Sambuk (rechts) im Gespräch mit den ZEIT-Reisenden
ZEIT-Experte Sascha Sambuk
(rechts) im Gespräch mit den ZEIT-Reisenden

An Bord versorgt uns Alexander “Sascha” Sambuk mit ersten Informationen über Polen und beantwortet unsere Fragen. Der russisch/weißrussische Journalist aus Moskau ist der erste ZEIT-Experte an Bord und wird uns bis nach Woronesch über die Geschichte und aktuelle Situation in Osteuropa informieren. Er hat bereits mit allen ZEIT-Korrespondenten seit der Gründung des ZEIT-Büros in Moskau 1976 zusammengearbeitet.
Als wir um 13 Uhr in Posen ankommen, erwartet uns bereits Barbara Mandelke, die wir schon vom letzten Jahr kennen, zur Stadtführung. Zunächst geht es aber zu einem zünftigen Mittagessen in einem Restaurant in der Altstadt. Dabei darf ein polnisches Bier nicht fehlen. “Wenn man in Posen ein Bier trinkt”, erklärt uns Barbara mit einem Augenzwinkern, “muss es ein Lech sein, nach einem alten polnischen Vornamen, wie Lech Walesa. Denn Lech muss Wech!”

Stadtführung in Posen mit Barbara Mandelke
Stadtführung in Posen mit Barbara Mandelke

Barbara versteht es, uns ihre Heimatstadt mit Witz und Charme vorzustellen. Und was wir sehen ist beeindruckend: Besonders bemerkenswert ist der Marktplatz: Nach dem die prächtige Architektur im 2. Weltkrieg weitestgehend zerstört wurde, haben Restauratoren und Architekten das Viertel in akribischer Arbeit und nach Originalbauplänen restauriert. Und es wieder zu einem Anziehungspunkt für die Bevölkerung gemacht – mit zahlreichen Cafés, Bars und Restaurants, Boutiquen und den unvermeidlichen Souvenirständen. Im Zentrum des Marktplatzes steht das alte Rathaus, eines der prachtvollsten Renaissancedenkmäler Mitteleuropas.
Und überall sehen wir junge Menschen. Posen hat bei rund 500.000 Menschen 150.000 Studenten. Auch junge Deutsche zieht es zunehmend nach Posen, erzählt Barbara: “Es gibt auch interessante englischsprachige Bachelor- und Masterstudiengänge mit vergleichsweise niedrigen Studiengebühren.”
Vor dem Abendessen in Hotel analysiert Sascha Sambuk das historische Verhältnis von Russen, Weißrussen und Polen und beantwortet Fragen zur aktuellen politischen Situation. Nach dem abschließenden Abendessen unternehmen einige Nachtschwärmer noch einen Ausflug zum Marktplatz und sind mittendrin, wenn Mengen von Studenten und anderer junger Menschen den Beginn des Wochenende feiern. Posen, eine Stadt, in der es sich gut leben lässt!

~ Bernd Loppow

Tag 2

In Hamburg sagt man Tschüß

Den ganzen Morgen liefen die Vorbereitungen noch auf Hochtouren: Das Buffet in der Kantine wurde bestückt, die Getränke kaltgestellt und im Haus fleißig Fähnchen für den Abschied vorm Haus verteilt.Abschied in der ZEIT Kantine

Bei Sekt und Canapés in der Kantine der ZEIT lauschten die Reisegäste den einstimmenden Grußworten, u.a. von von Sandra Kreft, der ZEIT-Verlagsleiterin für Neue Geschäftsfelder und Magazine, Dr. Nele Stender von der Senatskanzlei Hamburg und Dr. Theo Sommer den langjährigen Chefredakteur und Herausgeber der ZEIT. Er wies besonders auf das »rasante Tempo« hin, mit dem sich China seit 1975, als er mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt erstmals China besuchte, »aus der Steinzeit der wirtschaftlichen Entwicklung zu einer modernen Großmacht entwickelt hat«.

Verlagsleiterin Sandra Kreft
Verlagsleiterin Sandra Kreft
Dr. Nele Stender von der Senatskanzlei Hamburg
Dr. Nele Stender von der Senatskanzlei Hamburg

Nach dem obligatorischen Abschlussfoto auf der Wiese vor dem Helmut-Schmidt-Haus ist es dann soweit: Fast pünktlich um 12.37 Uhr winken uns Sandra Kreft und Theo Sommer mit der Hamburgflagge auf den Weg. Es geht los, der Weg ist das Ziel. Selten hat ein Klischee so gestimmt!

Abschiedsgruppen Bild
Ein Gruppenbild der ZEIT-Reisenden zum Abschied vor dem Helmut-Schmidt-Haus

Vor uns liegen fast 14.000 Kilometer, 38 Etappen in 52 Tagen, acht Zeitzonen und jede Menge neue Erfahrungen und Begegnungen. Singend sind wir Richtung Shanghai gestartet: »Hinterm Horizont geht’s weiter …!

Auf dem Weg nach Berlin
Auf dem Weg nach Berlin

Schnell gewöhnen wir uns an unser neues Wohnzimmer für die nächsten siebeneinhalb Wochen. Denn: Komfortabler als in unseren beiden ZEIT-Bussen können wir nicht unterwegs sein: Unser Busunternehmer Christian Peschke hat auf dem Platz zweier Sitzreihen ein Komfortmodul eingebaut, das aus einem herrlich bequemen Ledersitz und einer Schrank-/Tischkombination besteht, auf der man sogar die ZEIT in ganzer Breite ausbreiten kann. Schnell geht die erste Etappe nach Berlin vorüber: Um viertel vor Fünf rollen wir vor dem Swissotel in Berlin vor.

Nach kurzer Rast wartet gleich der erste Empfang: Wir sind in der usbekischen Botschaft zum Abendessen eingeladen. Vorher erwarten uns allerdings noch ein paar freundliche Begrüßungsworte und bewegte Bilder, mit denen uns der Botschaftsmitarbeiter Herr Otschilov eine gute Reise und einen angenehmen Aufenthalt in seiner Heimat wünscht, die wir Ende Mai erreichen werden.

Ein erster Höhepunkt der Reise ist der Vortrag von Michael Thumann, des Außenpolitischen Korrespondenten der ZEIT aus unserem Berliner Büro. Sein Thema ist das »Great Game«, bei dem die Großmächte seit über 150 Jahren um die Vorherrschaft in Zentralasien kämpfen. Michael Thumann spannt einen großen Bogen vom 19. Jahrhundert als England, Russland und Deutschland die Vormacht über Zentralasien zu gewinnen versuchten, bis zum 21. Jahrhundert. Immer geht es um politische und wirtschaftliche Einflussnahme auf Rohstoffe wie etwa Öl- und Gasvorkommen im Kaspischen Meer, aber auch um die Kontrolle von Handelswegen. Thumann berichtet von den strategischen Anstrengungen der USA, nach dem Ende der Sowjetunion, die kleinen Staaten in Osteuropa und Zentralasien zu »unterstützen«.

Und er berichtet von einem gigantischen Infrastrukurprojekt Chinas, der »Neuen Seidenstraße«. Das 900 Milliarden Dollar schwere, größte Entwicklungsprogramm seit dem Marshallplan ist eines der wichtigsten Vorhaben des chinesischen Parteichefs Xi Jinping und am Wochenende Thema einer gigantischen Konferenz in Peking, an der Regierungsdelegationen aus 100 Ländern teilnehmen. Es soll die Staaten entlang Chinas alter Handelsrouten zu Lande und zur See enger an das Reich der Mitte binden und die wirtschaftliche und geostrategische Expansion Chinas Richtung Europa und in andere Teile der Welt vorantreiben. Thumanns Wunsch, bevor wir uns am usbekischen Buffet stärken konnten: »Wir müssen, weiter versuchen, gemeinsam in der EU Bindungen zu diesen Ländern zu schaffen, die es Ihnen ermöglichen, sich gegen ihre großen Nachbarn zu behaupten«. Auf einem Abschnitt dieser »Neuen Seidenstraße« werden wir in den nächsten Wochen unterwegs sein und die Entwicklung mit Hilfe unserer ZEIT-Experten an Bord live erleben und beobachten.

Michael Thumann werden wir schon bald wiedertreffen. Von Wolgrad bis Astrachen wird er uns mit seiner Expertise helfen, den Wandel in dieser Region einzuordnen und zu verstehen. Heute Abend jedenfalls erleben wir einen perfekten Einstieg in unsere Entdeckungsreise. Dazu tragen auch der laue Frühlingsabend, die anregenden Gespräche und der leckere Weine auf der Botschaftsterrasse bei.

~ Bernd Loppow

Tag 1

Anreise nach Hamburg

Das große Abenteuer beginnt mit der Anreise nach Hamburg in das Hotel Park Hyatt im Levantehaus an der Mönckebergstraße. Auch 2017 war der Ansturm auf die Reise so groß, dass wir wieder mit zwei Bussen fahren werden, Team Hamburg und Team Shanghai, die sich später auch beim Schreiben des Blogs abwechseln werden. Jeder Bus, jedes Team unternimmt seine eigene Reise. Bis auf wenige Tage, an denen gemeinsam Grenzen zu überwinden sind und bei besonderen Anlässen werden die Busse jeden Morgen um eine halbe Stunde zeitversetzt starten und den Tag individuell verbringen. Auch an den Abenden essen beide Gruppen in der Regel in den Hotels in eigenen Räumen und unterschiedlichen Restaurants.

Um 18.30 Uhr ist die lange Wartezeit vorbei: Beide Gruppen treffen sich mit Ihren Reiseleitern Wolfgang Pohl (Team Hamburg) und Rainer Schelp (Team Shanghai) zur Vorstellungsrunde. Schnell wird klar, was für die meisten Teilnehmer der Auslöser für die Buchung der Reise war: Der Reisetraum von der Durchquerung zweier Kontinente und spannender Kulturräume, die langsame Annäherung an das Reiseziel Shanghai, der Mythos Seidenstraße und nicht zuletzt die sinnesfrohe Reisebeschreibung in unserer achtseitigen Broschüre, die wir der ZEIT Ende Juli vergangenen Jahres beigelegt hatten. Deshalb waren schon nach kurzer Zeit alle 52 Plätze in beiden Bussen vergeben. Fast alle Teilnehmer waren bisher fast ausschließlich individuell mit ihren Partnern verreist, haben Ihr Arbeitsleben hinter sich und sind voller Vorfreude auf die nächsten 53 Tage bis zu Ankunft der Busse am Fernsehturm in Shanghai. »Diese Reise«, so formulierte es ein Mitreisender stellvertretend für viele andere, »ist so einzigartig und in dieser Form so nur mit der ZEIT machbar, dass wir nicht lange überlegt und uns sofort angemeldet haben«.

Unser Busunternehmer Christian Peschke und seine beiden Fahrer Markus und Ruben stellen sich vor
Unser Busunternehmer Christian Peschke und seine beiden Fahrer Markus und Ruben stellen sich vor

Zum Abschiedsabendessen treffen wir uns dann erstmals alle gemeinsam im Salon Reimer Rickmers des Park Hyatts. Unser Busunternehmer Christian Peschke und seine beiden Fahrer Markus und Ruben stellen sich vor. Die drei werden sich in den nächsten siebeneinhalb Wochen am Steuer der beiden Neoplan Cityliner abwechseln. Christian wurde nach der Tour im vergangenen Jahr von MAN für seinen Mut, die Pilotreise für uns und unseren Partner China Tours zu fahren, als »Busunternehmer des Jahres« ausgezeichnet. Nach der Vorspeise hält Dr. Sven Schröder vom HanseMerkur Institut für Traditionelle Chinesische Medizin eine ebenso brillante wie spannende Einführung in die Jahrtausende alte fernöstliche Gesundheitslehre, auf die hunderte Millionen Chinesen noch immer vertrauen. Und zum Ausklang des Abends ertönt erstmals auch unsere Hymne, die uns und unsere Busse bis nach Shanghai begleiten wird: »Hinterm Horizont geht’s weiter …« von Udo Lindenberg. Das soll auch das Motto für unsere lange Reise sein, die ich persönlich zunächst bis nach Warschau begleiten und auch den Blog für die ersten Tage übernehmen werde.

~ Bernd Loppow (Gründer und Programmleiter ZEIT REISEN)

Image
Reiseprogramm : Tag 1 - 12

EUROPA

1. Tag | Mi. 10.5.2017
Hamburg
Individuelle Ankunft in Hamburg

2. Tag | Do. 11.5.2017 | 288 km
Hamburg – Berlin
Große Startveranstaltung vor dem Helmut-
Schmidt-Haus Hamburg, erste Etappe nach Berlin

3. Tag | Fr. 12.5.2017 | 271 km
Berlin – Posen
Grenzübertritt nach Polen, Fahrt nach Posen
und Besichtigung der Altstadt

ZEIT REISEN exklusiv:
In Polen begleitet Alexander Sambuk, russischer
Journalist und ZEIT-Mitarbeiter, die Reisegruppe

4. Tag | Sa. 13.5.2017 |  310 km
Posen – Warschau
Weiterfahrt nach Warschau, Besuch der
beeindruckenden Altstadt

5. Tag | So. 14.5.2017 | Ruhetag
Warschau
Stadtführung durch das architektonisch
eindrucksvolle Warschau, Besuch des
Königsschlosses, polnisches Abendessen

6. Tag | Mo. 15.5.2017 | 205 km
Warschau – Brest
Grenzübertritt nach Weißrussland,
Weiterfahrt, Mittagessen in Brest

7. Tag | Di. 16.5.2017 | 566 km
Brest – Homel
Fahrt durch Südweißrussland nach Homel

8. Tag | Mi. 17.5.2017 | 397 km
Homel – Orjol
Grenzübertritt nach Russland,
Weiterfahrt nach Orjol

9. Tag | Do. 18.5.2017 | 343 km
Orjol – Woronesch
Überlandfahrt nach Woronesch,
Entdeckung der architektonischen Vielfalt

10. Tag | Fr. 19.5.2017 | 581 km
Woronesch – Wolgograd
Fahrt durch weite Wälder und kleine Dörfer,
Ankunft in Wolgograd (ehemals Stalingrad)

11. Tag | Sa. 20.5.2017  | Ruhetag
Wolgograd
Stadtführung durch Wolgograd, Gedenkstätte
der Schlacht von Stalingrad,
Mamajew-Hügel mit Mutter-Heimat-Statue,
feierliche Zeremonie

12. Tag | So. 21.5.2017 | 423 km
Wolgograd – Astrachan
Fahrt entlang der Wolga zum südlichen
Wolgadelta, Kalmückische Steppe

ZEIT REISEN exklusiv:
Michael Thumann, langjähriger Russland-
Korrespondent und außenpolitischer Reporter
der ZEIT, begleitet Sie in Russland

Reiseprogramm: Tag 13 - 26

ZENTRALASIEN

13. Tag | Mo. 22.5.2017 | Ruhetag
Astrachan
Stadtbesichtigung in Astrachan, Besuch des Kreml,
Bootsfahrt und Mittagspause am Wolga-Ufer

14. Tag | Di. 23.5.2017 | 357 km
Astrachan – Atyrau
Fahrt durch wüstenartige Steppe, Grenzübertritt
nach Kasachstan, Ankunft in Atyrau

15. Tag | Mi. 24.5.2017 | 227 km
Atyrau – Kul’sary
Weiterfahrt durch Steppe und Ödland,
Ankunft in Kul’sary

16. Tag | Do. 25.5.2017 | 454 km
Kul’sary – Jazliq (Karakalpakstan)
Grenzübertritt nach Usbekistan,
Übernachtung im typischen Teehaus
inmitten der Steppe

17. Tag | Fr. 26.5.2017 | 271 km
Jazliq (Karakalpakstan) – Nukus
Fahrt durch die Wüste Kyzylkum
nach Nukus, Besuch des Savitsky-Museum

18. Tag | Sa. 27.5.2017 | 197 km
Nukus – Khiva
Fahrt nach Khiva, in eine Stadt wie aus
dem Märchen: Besichtigung der Altstadt
und des Palasts Tasch-Hauli

19. Tag | So. 28.5.2017 | 456 km
Khiva – Buchara
Fahrt durch die Wüste, Überquerung
des Flusses Amudarja und passieren den
Chash-Kala-See, Ankunft in Buchara

20. Tag | Mo. 29.5.2017 | Ruhetag
Buchara
Besichtigungen in Buchara: Überdachte
Basare, Festung Ark, Karawansereien, ein
Gefühl wie aus 1001 Nacht

21. Tag | Di. 30.5.2017 | 276 km
Buchara – Samarkand
Karge Hügel der Steppe und ausgedehnte
Baumwollfelder, Stopp in Shakri Sabz,
Ankunft in Samarkand

ZEIT REISEN exklusiv:
Die Journalistin Birgit Brauer, viele Jahre
Zentralasienkorrespondentin des britischen
»Economist«, begleitet Sie in Usbekistan.

22. Tag | Mi. 31.5.2017 | Ruhetag
Samarkand
Besichtigung in Samarkand: Registan-Platz,
wunderschöne Medressen, Moschee Bibi
Khanum, großer Basar

23. Tag | Do. 1.6.2017 | 311 km
Samarkand – Tashkent
Weiterfahrt nach Tashkent, Stopp bei einem
Melonenmarkt, Stadtbesichtigung in Tashkent
mit den Sehenswürdigkeiten und einem der
größten Basare Zentralasiens, abends feierliche Zeremonie

24. Tag | Fr. 2.6.2017 | 324 km
Tashkent – Fergana
Fahrt über den Kamchik-Pass an der Grenze
zu Tadschikistan, Fahrt durch das fruchtbare
Fergana-Tal, Ankunft in Fergana

25. Tag | Sa. 3.6.2017 | Ruhetag
Fergana
Stadtbesichtigung Fergana durch die
grünen Alleen, Fahrt nach Margillan:
Besuch einer berühmten Seidenweberei
und Keramikwerkstatt

26. Tag | So. 4.6.2017 | 312 km
Fergana – Sary-Tash
Grenzübertritt nach Kirgisistan, Fahrt entlang
des Gebirgsflusses Gulcha, Taldyk-Pass, Ankunft
in Sary-Tash

Reiseprogramm: Tag 27 - 53

CHINA

27. Tag | Mo. 5.6.2017 | 324 km
Sary-Tash – Kashgar
Grenzübertritt nach China am
Irkeshtam-Pass, Ankunft in Kashgar

28 . Tag | Di. 6.6.2017 | Ruhetag
Kashgar
Stadtbesichtigung in Kashgar: Id-Kah-Moschee,
Abak-Hodscha-Mausoleum, Grab der
Duftenden Konkubine, feierliche Zeremonie

29. Tag | Mi. 7.6.2017 | Ruhetag
Kashgar
Tag zur freien Verfügung und zur Eingewöhnung
in den neuen Kulturraum, Ni Hao in China

30. Tag | Do. 8.6.2017 | 463 km
Kashgar – Aksu
Fahrt durch die Taklamakan-Wüste, Ankunft
in Aksu

31. Tag | Fr. 9.6.2017 | 252 km
Aksu – Kucha
Weiterfahrt nach Kucha, Besichtigung der
Buddha-Grotten von Kizil und Besuch der
Klosterstadt Subashi

32. Tag | Sa. 10.6.2017 | 297 km
Kucha – Korla
Fahrt nach Korla, einer wichtigen Oasenstadt an
der nördlichen Seidenstraße

33. Tag | So. 11.6.2017 | 409 km
Korla – Turfan
Weiterfahrt entlang der nördlichen Ausläufer
der Taklamakan-Wüste nach Turfan, Besichtigung
des Bewässerungssystems Karez

ZEIT REISEN exklusiv:
Liu Guosheng, Vorsitzender der Gesellschaft
Deutsch-Chinesischer Verständigung begleitet
Sie auf der chinesischen Seidenstraße

34. Tag | Mo. 12.6.2017 | Ruhetag
Turfan
Besichtigung der Flammenden Berge, Buddha-
Grotten von Bezeklik, Ruinenstadt Gaochang

35. Tag | Di. 13.6.2017 | 404 km
Turfan – Hami
Weiterfahrt nach Hami, unterwegs Besuch
der Ruinenstadt Jiaohe, Ankunft in Hami,
Chinas Oase der köstlichen Melonen

36. Tag | Mi. 14.6.2017 | 416 km
Hami – Dunhuang
Fahrt entlang der Großen Mauer nach
Dunhuang, quirlige Oasenstadt und
wichtiger Handelsknotenpunkt

37. Tag | Do. 15.6.2017 | Ruhetag
Dunhuang
Dünenlandschaft Dunhuang, Besuch des
Mondsichelsees, Buddha-Grotten von Mogao

38. Tag | Fr. 16.6.2017 | 370 km
Dunhuang – Jiayuguan
Weiterfahrt durch den Hexi-Korridor, Besuch
einer Festung zum Schutz des westlichen Endes
der Großen Mauer und der Hängenden Mauer

39. Tag | Sa. 17.6.2017 | 228 km
Jiayuguan – Zhangye
Fahrt durch gebirgige Landschaft nach
Zhangye, Besuch eines der größten
liegenden Buddhas der Welt, Danxia-Geopark

40. Tag | So. 18.6.2017 | 509 km
Zhangye – Lanzhou
Fahrt entlang des Gelben Flusses,
Ankunft in Lanzhou, Millionenstadt und
ehemals bedeutende Flussquerung der
Handelskarawanen

41. Tag | Mo. 19.6.2017 | Ruhetag
Lanzhou
Stadtrundgang und Besuch des Baita-Parks
(Park am Berg der Weißen Pagode)

42. Tag | Di. 20.6.2017 | 481 km
Lanzhou – Baoji
Besuch der Maji-Shan-Buddha-Grotten,
Ankunft in Baoji

43. Tag | Mi. 21.6.2017 | 172 km
Baoji – Xi’an
Weiterfahrt nach Xi’an, Besichtigung
der berühmten Terracotta-Armee

44. Tag | Do. 22.6.2017 | Ruhetag
Xi’an
Stadtbesichtigung in Xi’an, Besuch der
Altstadt, der Stadtmauer und der berühmten
Großen Moschee

45. Tag | Fr. 23.6.2017 | 373 km
Xi’an – Sanmenxia – Luoyang
Fahrt nach Luoyang, Besichtigung
der Longmen-Grotten mit Buddha-
Figuren aus der Tang-Zeit, abends
feierliche Zeremonie

46. Tag | Sa. 24.6.2017 | 256 km
Luoyang – Shaolin-Kloster – Xuchang
Fahrt durch das Songshan-Gebirge,
Besichtigung des Shaolin-Klosters
mit Besuch einer Trainingseinheit,
Ankunft in Xuchang

47. Tag | So. 25.6.2017 | 396 km
Xuchang – Bengbu
Fahrt durch die zentralchinesische Landschaft
in die Millionenstadt Bengbu in der Provinz Anhui

48. Tag | Mo. 26.6.2017 | 203 km
Bengbu – Nanjing
Weiterfahrt nach Nanjing, zur »Südlichen
Hauptstadt« am Ufer des Yangtze, Besuch
eines lokalen Unternehmens

49. Tag | Di. 27.6.2017 | Ruhetag
Nanjing
Stadtführung durch die alte Kaiserstadt
Nanjing: Besichtigung des weitläufigen Konfuzius-
Tempels und Besuch im geschichtsträchtigen
John-Rabe-Haus

ZEIT REISEN exklusiv:
»Handelsblatt«-Korrespondent und China-Experte
Frank Sieren führt Sie durch seine Wahlheimat
und gibt spannende Einblicke

50. Tag | Mi. 28.6.2017 | 207 km
Nanjing – Wuxi
Fahrt ins malerische Wuxi am Ufer des Taihu-
Sees, Besichtigung der gut erhaltenen Altstadt,
Fahrt in einer alten Dschunke

51. Tag | Do. 29.6.2017 | 154 km
Wuxi – Shanghai
Besuch einer der kunstvollen
chinesischen Gärten in Wuxi, Weiterfahrt
nach Shanghai, dem letzten Etappenziel,
feierlicher Empfang und stimmungsvolle
Zeremonie

52. Tag | Fr. 30.6.2017 | Ruhetag
Shanghai
Besichtigung in Shanghai mit Bund, Altstadt
und dem Yu-Garten, feierliches Abschiedsessen

53. Tag | Sa. 1.7.2017
Shanghai – Deutschland
Individuelle Rückreise- bzw. Weiterreise

WIR STELLEN VOR

Ihre Reisebegleitung

Auf der Kultuexpedition begleiten Sie fachkundige Reiseleiter und ZEIT-Köpfe, die Ihnen Wissenwertes über die Destinationen berichten und neue Perspektiven eröffnen.

Rainer Schelp

Rainer Schelp

Rainer Schelp hat Sinologie, Ethnologie und Vorgeschichte in Deutschland und China studiert. Er begleitet unsere ZEIT-Reisenden auf der gesamten Reise und hat im letzten Jahr bereits mit seinem Wissen und seinem Witz begeistert.

»Seit meinem 17. Lebensjahr, damals noch »per Daumen«, treibt mich die Neugier um die Welt – und die spielt sich für mich östlich Deutschlands ab. China ist längst meine zweite Heimat und das ist sicher nicht nur akademisch begründet. Kaum ein Land hat so mit Klischees und Vorurteilen zu kämpfen – und beinahe nirgendwo sind diese vergleichbar falsch.«

Wolfgang Pohl

pohl-wolfgang-seidenstrasse-blog-2017

Wolfgang Pohl hat Geografie, Botanik, Kartografie sowie Ur- und Frühgeschichte in Bochum studiert. Seit über 30 Jahren bereist er mit Gruppen alle fünf Kontinente. Er begleitet unsere ZEIT-Reisenden auf der gesamten Reise von Hamburg nach Shanghai.

»Der Weg ist das Ziel. Reisen heißt für mich sich mit allen Sinnen dem Neuen zu öffnen.«

Alexander Sambuk

sambuk-alexander-seidenstrasse-blog-2017

Alexander Sambuk ist russischer Journalist, Redakteur, Publizist und Fernsehmoderator. Der gebürtige Weißrusse schreibt auch für die ZEIT und spricht ausgezeichnet Deutsch. Er begleitet die Tour von Berlin bis Orjol (Russland).

»Reisen bedeutet für mich eine Auseinandersetzung mit Grenzen, sowie mit realen als auch eingebildeten, sei es zwischen Ländern, Kulturen oder Menschen, um am Ende immer wieder zu erfahren, wie begrenzt meine Welt doch war... vor dem Antritt der letzten Reise.«

Michael Thumann

Michael Thumann

Als Außenpolitischer Korrespondent arbeitet Herr Thumann seit 1992 bei der ZEIT und berichtet unter anderem aus Moskau und Istanbul. Der zentralasiatischen Region gilt sein besonderes Interesse. Herr Thumann ist von Woronesch (Russland) bis Astrachan (Russland) an Bord des ZEIT REISEN-Busses.

»Reisen bedeutet für mich im sonnigen Vordergarten von Konferenzräumen, Büros und Bibliotheken spazieren zu gehen. Ich lerne weiter, während ich Pause mache.«

Birgit Brauer

brauer-birgit-seidenstrasse-blog-2017

Birgit Brauer ist Journalistin und Zentralasienexpertin. Für den britischen »Economist« war sie viele Jahre Zentralasienkorrespondentin mit Sitz in Almaty/Kasachstan. Sie wird die Reise von Astrachan (Russland) bis Tashkent (Usbekistan) begleiten.

»Der Weg ist das Ziel.«

Frank Sieren

Frank Sieren

Frank Sieren ist einer der führenden deutschen China-Experten, Ex-ZEIT-Korrespondent in Peking und berichtet heute für das »Handelsblatt« aus China. Er begleitet die Tour von Taschkent (Usbekistan) bis Turfan (China).

»Reisen bedeutet für mich den Blickwinkel auf die Welt zu verändern.«

Liu Guosheng

Lui Guosheng

Liu Guosheng gründete 1998 CHINA TOURS und ist heute Geschäftsführer und China-Spezialist. Er ist Vorsitzender der Gesellschaft Deutsch-Chinesischer Verständigung und Seidenstraße-Experte. Herr Guosheng ist von Turfan (China) bis Lanzhou (China) an der Seite unserer ZEIT-Reisenden.

»Reisen bedeutet für mich einen wichtigen Bestandteil des Lebens, das wiederum ein Weg zu mir selbst führt. Die wichtigste Frage auf dem lebensweg ist für mich, was ich am Ende des Weges gelernt habe.«

Lars Anke

anke-lars-seidenstrasse-blog-2017

Als Sinologe, Geschichts- und Politikwissenschaftler hat sich Lars Anke bereits während seines Studiums in China mit Aktivitäten deutscher Institutionen und Unternehmen in der Region befasst. Seit September 2006 ist er als Leiter der Hamburger-Repräsentanz in Shanghai tätig. Herr Anke wird die ZEIT-Reisenden von Xi'an (China) bis Bengbu (China) begleiten.

»Reisen bedeutet für mich einen Horizont zu erweitern.«

Christopher Alexander

alexander-christopher-seidenstrasse-blog-2017

Christopher Alexander stammt aus Hamburg und arbeitet seit 2007 bei der ZEIT. Seit 2009 leitet er ZEIT REISEN. Der Blick »hinter die Kulissen« und das Besondere der Menschen und Kulturen ist es, was ihn auch bei ZEIT REISEN immer wieder fasziniert. Als Urlaubsziele bevorzugt er ferne Länder mit möglichst fremden Kulturen oder europäische Reisziele, in denen sich familienfreundliche Entspannung und interessante Begegnungen in einem kulturellen Umfeld kombinieren lassen. Herr Alexander begleitet die Reisenden in Shanghai.

»Reisen bedeutet für mich seinen Horizont zu erweitern und zu lernen.«

Bernd Loppow

loppow-bernd-seidenstrasse-blog-2017

Reisen in nahe und entfernte Länder waren schon während seiner Schulzeit seine liebste Freizeitbeschäftigung. Zwölf Jahre lang hat er für das Reise- und das Wirtschaftsressort der ZEIT über Begegnungen und Erfahrungen in fremden Ländern berichtet, bevor er im Jahr 2000 für den Zeitverlag ZEIT REISEN gründete. Reisen nach Asien inspirieren ihn immer wieder. Er wird von Hamburg bis Warschau sowie von Buchara (Usbekistan) nach Kashgar (China) an Bord des ZEIT REISEN-Busses sein.

»Reisen bedeutet für mich zu entdecken, worauf es ankommt: Den Kopf frei bekommmen, in andere Gedankenwelten eintauchen, Bewegung in der Natur. Mit allen Sinnen genießen!«

Franziska Gneus

 

gneus-franzsika-seidenstrasse-blog-2017

Nach ihrem Studium an der FH Westküste erkundete die Tourismusmanagerin als Rucksackreisende die Länder Zentralamerikas. Ihre Leidenschaft für anspruchsvolle Reisen und ihre Branchenkenntnisse bringt sie seit Anfang 2015 ins Team von ZEIT Reisen im Kundenservice ein. Bei Ihrer Reiseplanung steht sie Ihnen sehr gerne zur Seite. Die Reiseexpertin begleitet unsere Reisegruppe von Xi`an (China) bis Shanghai.

»Reisen bedeutet für mich sich auf fremde Kulturen einzulassen, unsere abwechslungsreiche Welt zu erkunden, mich in spannende Abenteuer zu begeben und meinen Horizont zu erweitern.«

Image