Apulien – Durchs Land der Staufer
Apuliens Landschaft ist geprägt von endlosen Olivenhainen, Getreidefeldern und Weingärten, Tropfsteinhöhlen und Gravinen. Und für Radreisende von Interesse: neben der Poebene die flachste Region Italiens! Das Kalkplateau der Murge erreicht beim Castel del Monte mit gut 500 Metern seinen höchsten Punkt. Griechen, Karthager, Römer, Goten, Byzantiner, Langobarden, Sarazenen und Normannen haben in dieser Gegend ihre Spuren hinterlassen, allen voran der Stauferkaiser Friedrich II., dem Apulien seine bedeutendste Blütezeit verdankt. Trulli – bäuerliche Rundhäuser aus massivem Naturstein, deren Steindächer sich nach oben hin in einem Kraggewölbe verjüngen –, griechische Tempel, Normannendome und die »Steinerne Krone Apuliens« sind bauliche Zeugen der verschiedenen Kunst- und Kulturepochen. Vom Massentourismus ist Apulien noch immer verschont, Sie erleben hier, wie in der benachbarten Basilikata mit der Felsenstadt Matera, ursprüngliche Lebensformen sowie traditionelle Kulturlandschaften. Und Sie lernen auf dieser Radreise neben der malerischen Landschaft Süditaliens den kunsthistorisch wichtigsten Teil Apuliens kennen.
Höhepunkte:
- Apulisches Spezialitäten-Picknick
- Führung in Francos – Polizist im Ruhestand – Obhut durch das mittelalterliche Bitonto
- Im September: Besuch einer Ölmühle
Reiseleiter:
Dieter Themel
1. Anreise nach Bari
In Bari werden Sie im Mercure Hotel Villa Romanazzi Carducci erwartet. Ein vorzügliches Haus, in einer Parkanlage gelegen und mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet. Ab 16.15 Uhr (Treffpunkt in der Hotelhalle) zeigen wir Ihnen auf einem Rundgang die mittelalterliche Altstadt mit ihrer Kathedrale und der Kirche San Nicola. Mit Restauranttipps versehen steht Ihnen der Abend zur freien Verfügung.
2. Bari – Alberobello
Am Morgen fahren Sie mit Bahn oder Bus in etwa halbstündiger Fahrt in ein 250 Meter höher gelegenes Landstädtchen. Nach Übernahme der Räder führt Ihr Weg durch Oliven- und Mandelbaumhaine in Richtung Castellana, wo Sie eine der schönsten Karstgrotten Italiens besichtigen. Am Nachmittag führt die Strecke auf kleinen Wegen zum Tagesziel, der »Trullihauptstadt« Alberobello. Über 1.000 weiße, aus nur einem Raum bestehende Häuser mit konischen Dächern bieten hier in hügeliger Landschaft ein besonders malerisches Bild. Wir übernachten im Hotel Sovrano, wo uns eine immer gut aufgelegte Patronin erwartet. Ihr Mann zählt zu den besten Köchen der Gegend und sorgt für ausgezeichnete landestypische Kost. Radstrecke: 41 Kilometer
3. Alberobello – Tarent
In zügiger Fahrt sind Sie bald im Herzland der Trulli, zumeist sehr gepflegte landwirtschaftliche Anwesen. Die typischen, geradlinig verlaufenden Steinmauern unterstreichen die geometrische Struktur dieses in seiner Einfachheit genialen Bautyps. In Martina Franca begegnen Sie apulischem Barock in ausladenden Balkonen, Gittern und Portalen, die der Stadt eine elegante Note verleihen. Eine lange Schussfahrt bringt Sie am frühen Nachmittag nach Massafra, markant auf dem Rand einer tiefen Schlucht (Gravina) thronend. Sie besichtigen zwei der eindrucksvollen Höhlenkirchen mit mittelalterlichen Fresken. Anschließend bringt ein Bus oder Zug SIe nach Tarent, wo Sie das ausgezeichnete Grand Hotel Delfino – herrlich am Meer gelegen – erwartet. Radstrecke: 44 Kilometer
4. Tarent – Matera
Am Morgen besichtigen Sie das Nationalmuseum mit seinen berühmten Sammlungen an Vasen, Plastiken und Goldschmuck, vieles aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, als Tarent eine politisch-kulturelle Vormachtstellung in Großgriechenland innehatte. Damals zählte die Stadt weit mehr als die heutigen 250.000 Einwohner. Sie durchwandern die auf einer Insel gelegene Altstadt mit ihren 100 Gässchen und dem Normannendom, bevor Sie eine zum Radeln ungeeignete Strecke in kurzer Fahrt per Bahn zurücklegen. In Metapont rasten Sie zur Mittagszeit im Schatten eines griechischen Tempels. Hier wirkte der Philosoph und Mathematiker Pythagoras die längste Zeit seines Lebens. Die Route führt weiter durch ein Tal von der Küste weg zurück ins Landesinnere, anfangs holprig, doch meist flach. Weit schweift der Blick über die verkarsteten Talseiten auf die pittoresken weißen Dörfer in der Höhe. In Matera wohnen Sie im gepflegten Palace Hotel. Radstrecke: 34 Kilometer
5. Matera – Altamura
Unter fachkundiger Führung besuchen Sie am Vormittag die überaus bemerkenswerte Felsenstadt Matera. In einem schier unentwirrbaren Netz überlagern sich seit der Altsteinzeit aus dem Kalktuff herausgemeißelte Straßen, Treppen, mehr als 100 Felsenkirchen (in und um Matera) und die Sassi, Höhlenwohnungen, die als das bedeutendste Beispiel einer damals intakten bäuerlichen Kultur im Mittelmeerraum gelten. Am Nachmittag führt die Radstrecke ins benachbarte Altamura, wo Sie unweit der Kathedrale im schönen Altstadthotel San Nicola übernachten. Radstrecke: 24 Kilometer
6. Altamura – Tenuta Cocevola
Sie verlassen die Stadt und radeln durch die fast menschenleere, zerklüftete Karstlandschaft des Nationalparks Hohe Murge. Am Nachmittag erreichen Sie die sich bereits in der Ferne markant aus der Landschaft erhebende »Steinerne Krone Apuliens«, das Castel del Monte. Sie besichtigen dieses großartige Bauwerk Friedrichs II., das ihm, obwohl zu Verteidigungszwecken erbaut, vermutlich nur als Jagd- und Lustschloss diente. Die achteckige Anlage ist von großer suggestiver Wirkung und hat bis heute nicht alle Geheimnisse der geometrischen und symbolischen Formensprache preisgegeben. Beschwingt rollen die Räder am späteren Nachmittag vom Stauferkastell hinab und nach wenigen Kilometern Abfahrt gelangen Sie zum Anwesen der Tenuta Cocevola. Sie nächtigen in diesem gepflegten Landgut und essen zu Abend im hauseigenen Restaurant mit guter landestypischer Küche. Radstrecke: 61 Kilometer
7. Tenuta Cocevola – Giovinazzo
In meist gleichmäßigem Gefälle radeln Sie dem Meer entgegen. Nahe der Küste, dann auch wieder etwas ferner im Hinterland, führt die Route durch ausgedehnte Olivenhaine. Sie passieren eine Reihe kleiner malerischer Hafenstädte. In Trani besichtigen Sie eine der schönsten apulischen Kathedralen, die sich direkt vor dem offenen Meer erhebt. Während hier der Schwung senkrechter Linien den Blick nach oben und in die Weite zieht, sehen Sie in Molfetta einen Dom, dessen gedrungener und harmonischer Baukörper in Anlehnung an byzantinische Vorbilder von Kuppeln gekrönt ist. Über Bisceglie gelangen Sie nach Giovinazzo. In dieser dicht besiedelten Küstenregion ist der Radwanderer hin und wieder durchaus angehalten, über das unschöne Erscheinungsbild von Müllhalden in der Natur großzügig hinwegzusehen. Zum Reiseende empfängt Sie in der pittoresken Altstadt von Giovinazzo das Hotel St. Martin, ein mit viel Aufwand restauriertes Benediktinerkloster. Radstrecke: 58 Kilometer
8. Giovinazzo – Bari
Auch die heutige Route verläuft völlig in flachem Land. In Bitonto begegnen Sie dem ausgereiftesten Werk der apulischen Romanik, der Kathedrale San Valentino. In der Tradition von San Nicola in Bari stehend und innerhalb von nur einem halben Jahrhundert erbaut, bilden Innen- und Außenschmuck eine großartige architektonische Einheit. Eine der wenigen Darstellungen des Stauferkaisers und seiner Familie findet sich an einem Kanzelrelief. Die Radreise endet am frühen Nachmittag am Flughafen von Bari. Sollten Sie einen früheren Rückflug gebucht haben, so werden wir um einen rechtzeitigen Transfer zum Flughafen bemüht sein. Wir ersuchen um Verständnis, wenn sich das Tagesprogramm dabei dementsprechend verkürzt. Gäste, die mit dem Auto oder Zug angereist sind, bringen wir in die Stadt bzw. zum Bareser Hauptbahnhof. Von dort sind Sie in gut sechs Stunden in Bologna und erreichen hier Schlaf- und Liegewagenverbindungen nach München.
Unterkünfte:
Mercure Villa Romanazzi Carducci, Bari (1 Nacht)****
Hotel Sovrano, Alberobello (1 Nacht)****
Grand Hotel Delfino, Taranto (1 Nacht)****
Palace Hotel, Matera (1 Nacht)****
Hotel San Nicola, Altamura (1 Nacht)****
Tenuta Cocevola, Andria (1 Nacht)****
Hotel San Martin, Giovinazzo (1 Nacht)****
(Änderungen vorbehalten)
Generelle Hinweise
Wird die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht, kann der Veranstalter bis 35 Tage vor Reisebeginn vom Reisevertrag zurücktreten.
| Beginn | Ende | Anzahl Teilnehmer | Preis | EZ-Zuschlag | |
|---|---|---|---|---|---|
| 12.05.2012 | 19.05.2012 | Min. 8, Max. 19 | 1120 € | 217 € | |
| 29.09.2012 | 06.10.2012 | Min. 8, Max. 19 | 1120 € | 217 € |
Preise pro Person
Enthaltene Leistungen
- Sieben Übernachtungen in guten bis sehr guten Hotels in zum Teil historischen Gemäuern
- Sechs mehrgängige Abendessen, sieben Frühstücksbuffets, ein Spezialitäten-Picknick
- Sämtliche Führungen, Eintrittsgebühren, Zwischentransfers, Reiseführer
- Achtgangrad mit Nabenschaltung und Rücktritt, doppelte Gepäcktasche
- Reiseleitung, Gepäcktransport und -service
- Jeder Teilnehmer erhält einen DuMont-Reiseführer
Nicht enthaltene Leistungen
- An- und Rückreise von/nach Bari
- Nicht aufgeführte Mahlzeiten
- Reiserücktrittskosten- und weitere Versicherungen; umfassenden Reiseschutz bietet Ihnen gern unser Partner, die HanseMerkur
| Beginn | Ende | Anzahl Teilnehmer | Preis | EZ-Zuschlag | |
|---|---|---|---|---|---|
| 12.05.2012 | 19.05.2012 | Min. 8, Max. 19 | 1120 € | 217 € | Zur Buchung |
| 29.09.2012 | 06.10.2012 | Min. 8, Max. 19 | 1120 € | 217 € | Zur Buchung |
Preise pro Person
Reisesuche
Kontaktieren Sie uns
Telefon: 040 - 32 80 455 | E-Mail: zeitreisen [at] zeit [dot] de
Reisebegleiter
Herr Dieter Themel
Dieter Themel ist gebürtiger Kärntner und ein polyglotter Mensch. Professionell und charmant vermittelt er seine fundierten Kenntnisse, die er sich auf zahlreichen Reisen angeeignet hat. Weiterlesen
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